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Hundsstern

Mitglied
Ganz ehrlich: Ich weiss es nicht. Was aus meiner ersten grossen Liebe wurde. Sie war 16, ich 14, wir gingen auf die selbe Schule, sie gab mir offiziell Nachhilfe. Und sie zeigte mir viel.

Wir schliefen nicht miteinander, waren aber so zärtlich, wie man es vielleicht nur mit der ersten Liebe ist. Und sie hatte Freude an meinem Talent, ihr etwas zurück zu geben.

Irgendwann sah ich sie rauchend bei den Jungs der Oberstufe, sie küsste einen davon, schaute mich nur über dessen Schulter an, mit einem Blick, der auch ein "Sei nicht traurig..." hätte sein können.

Ich wollte nicht mehr leben, aber wie mit allen Dingen, die Tage wurden irgendwann besser, dann gut. Sie zeigte mir, was Liebe ist - und wie sie vergeht.

Ihre Familie hatte Wurzeln auf dem Balkan, ich hörte über Ecken, dass sie irgendwann dahin zurück kehrten.

Heute ist das erste Mal seit Jahren, dass ich an sie denke.

Sie zeigt mir, das immer etwas bleibt.
 

Aniella

Mitglied
Hallo @Hundsstern,

Sie zeigt mir, das immer etwas bleibt.
Das macht den einzelnen Menschen aus und darum ist jeder auch so einzigartig. An jeder Narbe hängt eine Verletzung, aber der Beginn war meistens ein Wagnis, das sich gelohnt hat. Für das, was geblieben ist.

Traumgestalt
verblasste Liebe
nichts währt ewig
Schmerz vergeht nur langsam
Heilung​

LG Aniella
 

Hundsstern

Mitglied
Zauberspiegel
Er zeigt dir, was du warst, bist, sein wirst. Alles, sagt die Sage.

Er zeigt mir, was ich will - oder gar nichts.

Sage ich zum freundlichen kleinen Vorschlaghammer in meiner Manteltasche.
 

Aniella

Mitglied
Bei dem hat sich doch selbst der Kaiser geirrt – sagt die Sage. Vielleicht doch den Vorschlaghammer in der Manteltasche lassen und lieber genau hinsehen. ;)
 

Hundsstern

Mitglied
September *
Der Sommer gibt den Geist
Ohne ein Wort verschwunden
Der Badeplatz verwaist
Nur Fische drehen Runden.

Kühl ist der Morgen
Gänse auf der Haut
Und ein Gefühl von Sorgen
Irgendwie vertraut.

Eine Ahnung von Verlust
Gedanken an Verrat
Art von Schwere auf der Brust
Als bräucht das Herz 'nen Rat.

Wie weiter schlagen
Wild und schön
An sommersonnenlosen Tagen
Wenn über'n See nur Nebel wehen?

Bin nur traurig und nicht böse
Aber Herbst, ich find' dich trist
Denke, dass mit Schlaf ichs löse
Weckt mich, wenn es Juni ist.

* so much for summer love
 

Hundsstern

Mitglied
Für Chris Rea, unbekannterweise
„Es war kurz vor Weihnachten. Meine Frau hatte mich aus London abgeholt, mit ihrem kleinen Auto, einem Mini. Das war billiger als mit dem Zug zu fahren. Aber es war ein furchtbarer Verkehr in der Stadt. Wir gerieten in einen Stau. Um mich herum sah ich all diese schlecht gelaunten Typen in ihren Autos. Und da fing ich einfach an zu singen.“
So, die Legende, ist "Driving home for Christmas" entstanden.
Ich wäre und bin eher unter den "schlecht gelaunten Typen in ihren Autos" zu finden gewesen. Und ganz ehrlich, d e r Song hat mich nie wirklich angezählt.
Aber ich verneige mich für "Josephine" und "On the Beach", smarten Gitarrensound, eine Stimme und Texte, die berühr[t]en.
RIP. 74.
Immer gerne gehört. Immer Gedanken und Gefühle auf eine Reise an schöne Orte mitgenommen. Und erinnert mich [mehr als ich zugeben mag], wie irre schnell die Zeit ans uns vorbeirast.
 

petrasmiles

Mitglied
Danke für die Zeilen der Ehrung ...
'Driving home for Christmas' ist das einzige Weihnachtslied (außer den traditionellen), die ich hören mag. Als ich Montag allein auf der Arbeit war, das ganze Haus leer, da dachte ich, ich brauche was 'Besinnliches' und spielte das Lied bei Youtube. Später dann die Meldung.
Und die Erinnerung an das vorzügliche Album Blue Guitars, das Buch, das aufgequollen im Schutt unserer Wohnung liegt, die CDs unrettbar unter dem Schutt verborgen. Und der Impuls, es wieder zu kaufen - aber was will man zurückholen? Es hat ja schon seinen Platz.

Liebe Grüße
Petra
 

petrasmiles

Mitglied

Habe gerade eine Weihnachts-CD mit Liedern con Chris Rea gefunden - und dieses Lied ist richtig schön - Winter-Song, ab 2:28h hebt er ab ...
 

Hundsstern

Mitglied
Sonntagmorgen [zu alt für all das]
Ich fühl' mich
wie ein Schlauchboot
unter Yachten.

In einem Ozean voll Nägeln
die alle danach trachten
mir an die Haut zu gehen
mich platzen, platt
und luftlos
untergehen zu sehen.
 

Hundsstern

Mitglied
Die Erinnerung an Dich
Manchmal ist sie völlig rational, zeigt sich in Jahreszahlen, Stunden, Tagen.
Manchmal schlicht subtil, versteckt sich hinter Düften und Gefühlen, berührten Stellen auf der Haut.

Manchmal wie ein Horrorfilm, ein Keller voller Leichen.
Manchmal wie ein Wintersturm, Polarwind ins Gesicht.

Manchmal raubt sie mir die Nacht.
Manchmal schenkt sie mir die wunderbarsten Stunden,
bis Wahrheit durchs Geflecht der Träume sickert.

Manchmal ist sie rätselhaft und zärtlich.
So wie die Frage, wie der erste Kuss wohl schmeckt.

Manchmal ist sie alles, manchmal einfach nichts.
Doch meistens ist sie bittersüss, tut weh.

So wie es sein muss, wenn so Schönes endet.
 



 
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