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4:42

Cellist

Mitglied
Mir erschließt sich der Sinn der zweiten Zeile nicht.

Aber mir würde ohnehin die erste Zeile genügen, vielleicht umgebrochen zu einem Zwei- oder Dreizeiler.
 

Tula

Mitglied
Hallo

Das Gesicht verblasst, weil's morgens eben wieder hell wird :)

So hatte ich es jedenfalls gelesen, wobei ich's dann zugleich als recht belanglos empfand. Etwa jemand, der die ganze Nacht grübelt, ob er nun springen will oder nicht? Hhmmm


LG
Tula
 

Cellist

Mitglied
4:42

nur ein gekipptes Fenster trennt mich von der Unendlichkeit
doch schon verblasst mein Spiegelbild

Hallo

Das Gesicht verblasst, weil's morgens eben wieder hell wird

So hatte ich es jedenfalls gelesen, wobei ich's dann zugleich als recht belanglos empfand. Etwa jemand, der die ganze Nacht grübelt, ob er nun springen will oder nicht? Hhmmm


LG
Tula

Genauso hatte ich es auch gelesen und verstanden. Dein Hhmmm kann ich nachvollziehen. Die erste Zeile für sich hat in meinen Augen was, alles bleibt weit offen und beschäftigt den Leser. Das geht mit der zweiten Zeile verloren.
 

Buchstaben

Mitglied
Wenn ihr der Meinung seid, dass die erste Zeile reicht, müsst ihr das mit Klaatu diskutieren (00:42). Vielleicht lässt er sich ja von euch überzeugen.

Ansonsten könnte man es so lesen, dass durch das gekippte Fenster die Unendlichkeit hereinsickert, oder dass man die Unendlichkeit in Form unendlich ferner Sterne sieht, oder dass man die Sterne eben nicht sieht, weil man selbst ihnen im Weg steht in Form seines Spiegelbilds im Fenster und man dadurch von der Unendlichkeit getrennt wird. Und wenn das Spiegelbild verblasst, kann man durch das Fenster sehen und steht sich nicht mehr selbst im Weg für den Blick in die Unendlichkeit. Oder, wenn das Spiegelbild verblasst, weil es hell wird, kann man nur noch bis zum Himmel und nicht mehr bis zu den Sternen sehen, so dass es jetzt nichts mehr mit der Unendlichkeit ist und man wieder auf seine Nichtigkeit zurückgeworfen wird. Und "doch" bedeutet dann entweder, dass die Trennung verschwindet oder dass die Unendlichkeit verschwindet.
Kann man so lesen, muss man aber nicht.
Und klar, früher war mehr Lametta.

Norbert
 

Tula

Mitglied
Hallo

Mach's einfach ein bissel spannender und gib dem Bild etwas Leben! Du musst das Fenster auch nicht ankippen (oder überhaupt eine Zeile von anderswo nehmen), das Verblassen des Spiegelbildes vs. Unendlichkeit dahinter hat durchaus etwas, d.h. Stoff zum lyrischen Weben.

Aber eben nicht einfach nur ins Spiegelbild starren, das entspricht eben keiner Reflexion über die Welt jenseits des Fensters. Das scheint mir ein sprachlicher Knackpunkt zu sein: doch schon verblasst ... - warum "doch schon"?

LG
Tula
 

Buchstaben

Mitglied
Ungünstigerweise sind alle beide Zeilen (teils variiert) von wo anders her. 0:42 von Klaatu und Morgengrauen von mir.
Ich habe jetzt noch ein paar Zeilenumbrüche eingefügt, damit es nicht so aneinandergeklebt ausschaut.
Vielleicht wird die Reflexion über die Unendlichkeit durch die Reflexion in der Fensterscheibe verhindert ('tschuldigung, musste sein).
'doch schon' ist der Kipppunkt, eigentlich sogar noch ein bisschen früher, ab da ändert sich Alles, und das ist auch nicht mehr aufzuhalten. 'doch bald' wäre vielleicht auch möglich, aber das würde eine bewusste Wahrnehmung der Zeit bedeuten.

Norbert
 

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