Abels Laden (gelöscht)

slyfly

Mitglied
Hallo Nachts,

bis auf einige Flüchtigkeitsfehler, eine routiniert geschriebene Geschichte. Mir ist sie fast zu routiniert ...

Der Bogen spannt sich schon nicht schlecht, aber gerade die Passagen in denen Abels Depressivität/Aggressivität kippt, er sich durch einen Mord (der sehr emotionslos wirkt) sein Selbstbewusstsein zurück erlangt, ist mir fast zu hastig geschrieben.

Ich hoffe, ich war jetzt nicht zu direkt?!

Herzliche Grüße

Michaela
 

nachts

Mitglied
Hallo Michaela

... direkt ist sehr okay, eher hätt ich es gern noch präziser.
Zu routiniert heißt für mich zu glatt oder klischeehaft - wenn ich mich nicht täusch und das heißt es kommt kein Gefühl für den Protagonisten auf, er ist nicht dreidimensional, nicht spürbar? Hm, ich weiß noch nicht ...
Ich dank dir für den Kommentar, er ist sehr wertvoll für mich
Gruß Nachts (viel Spaß beim Schreiben)
 

Retep

Mitglied
Ich finden deine Geschichte gut, bei mir kommt ein Gefühl für die Handlungsweise deines Protagonisten auf.
Ich kann mir gut vorstellen, warum es zum Mord kommt, jahrelang musste Abel "lächeln", immer freundlich sein, sich dumme Witze von Turisten anhören.
Du solltest den Text noch einmal durchlesen, Zeichenfehler u.a. verbessern.

Ich habe die Geschichte gerne gelesen.
 

slyfly

Mitglied
Hallo Nachts,

ich hab die Geschichte noch einmal gelesen und ich glaube, die folgende Passage ist ein ganz gutes Beispiel ...

Die Ereignisse des vergangenen Abends hatten Abel verstört, aber auch eine unerklärliche Euphorie, in ihm geweckt. Er musste sich in Erinnerung rufen, dass da im Auto eine Leiche auf ihn wartete, dass er getötet hatte, aber so sehr er auch in sich hinein horchte, sein Tatendrang blieb davon unberührt.
Er beschloss am Abend seinen Bruder in der Hauptstadt zu besuchen, um den Toten auf dem Weg loszuwerden.
Ich kann hier Abels Euphorie so gar nicht spüren, ebenso wenig wie seinen Tatendrang. Du bist vorher sehr ausführlich beim Erzählen und diese wichtige Passage wird lediglich angerissen und bleibt für mich ein wenig Oberflächlich.

Und das hier:
Alles lief so, wie er es sich vorgestellt hatte.
Finde ich ein ganz gutes Beispiel für das routiniert erzählte ;-) Was hat er sich denn vorgestellt? Oder ist es doch nur eine sprachliche Überleitung?

Und ein paar Absätze mehr wären nicht schlecht - ich denke, das würde die Erzählung noch ein wenig strukturierter machen, ohne das Tempo herauszunehmen.

Hoffe, ich war jetzt konkreter ;-)

Herzliche Grüße,

Michaela
 

nachts

Mitglied
Hallo Michaela

Ich hab mal ne andere Perspektiven - Variante ausprobiert, mehr distanziert, beobachtend und da scheint es mir vielleicht nicht so zu gelingen, Emotionen richtig zu "verpacken"
Oft rück ich meinen Figuren dichter auf den Pelz ... aber ich werd es - wenn ich Zeit habe - überarbeiten. Ich weiß schon was du meinst.
Das andere ist eine Überleitung - drunter steht ja wie er es sich vorgestellt hat.

Hallo Retep

Schön, dass dir der Text gefallen hat, hab dank für den positiven Kommentar


liebe Grüße Nachts
 

slyfly

Mitglied
Hallo nachts,

also ich finde die Geschichte jetzt runder! Bin mal gespannt, ob das andere auch so sehen. ;-)

Herzliche Grüße,
Michaela
 

nachts

Mitglied
Hallo Slyfly, kleiner Nachtrag und Würdigung
immerhin hast du mich angespornt, mich nochmal dran zu
setzen. danke dir. Gut das dir das Ergebnis gefällt :)
 

MarenS

Mitglied
Kleine Fehler:
Die Kinder gingen ihm in der Folgezeit aus dem Weg, er bekam sie kaum noch zu Gesicht und er war froh darüber, ihre vorwurfsvollen Mi[blue](e)[/blue]nen nicht ertragen zu müssen, die ihm so zusetzten.
Ich hoffe doch du meintest Mienen und nicht Minen.

"Ja." Abels Blick hing an blumengemusterte(n) Bermudas und sonnenverbrannte[red]s [/red](m)Fleisch, hervorquellend unter einem weißen Unterhemd, während er, die Flasche in der Hand unschlüssig wartete.

Eine wirklich gute Geschichte und bei allem was mir teuer ist: Ich entwickelte sogar ein gewisses Verständnis für Abel. Nur müsste ich ihm sagen:
Werter Freund, du hättest es nicht nötig jemanden zu erschlagen, wenn du die Last deines Vaters endlich abwerfen würdest. Du bist Abel, lebe dein Leben und lass deinen Vater ruhen wo er ruht. Gib ihm sein Paket, es ist nicht deine Aufgabe es zu tragen. Stehe gerade, sei Abel.

Dienstleister, die so nah am Kunden arbeiten, laufen immer Gefahr sich zu verlieren. Das ist überall so. Bekommt derjenige dann noch seine Vergangenheit nicht geregelt wird es eng. Es wäre also falsch hier den Schuldigen an Abels Problemen zu schnell festzumachen. Nichts ist leichter als den Zeigefinger auszustrecken und zu schieben.

Grüße von Maren
 
Als er dann Rosa kennen lernte waren die Weichen gestellt. Kurz nach ihrer Heirat entband sie einen prächtigen Jungen, so dass Abel sich nie fragen konnte, [red]ob es sonst noch etwas gegeben hätte.[/red]Wozu sich den Kopf verwirren, das Leben bestimmte die Spielregeln, Jeder hatte sich danach zu richten, was zählten da die Flausen eines Abel.
Ich will mir gar nicht anmaßen was auszusetzen, weil mir die Geschichte richtig gut gefällt, aber ich finde das solltest du noch ändern...man versteht die Anspielung schon, dass er nie nach einem anderen Beruf fragte,sich auch keine Gedanken darüber machte, aber irgendwas stört mich an der Formulierung...Vielleicht liegt das an dem Satz-Zusammenhang mit der Geburt seines Sohnes.
"ob es noch andere Berufsmöglichkeiten gegeben hätte" , nur als Beispiel..würde mir persönlich besser gefallen.
Vielleicht bin ich aber auch die einzige, die das stört....

Achja, in dem Satz fehlt übrigens ein Beistrich, also nach kennen lernte...ist mir grad aufgefallen

Danke jedenfalls für ein bereicherndes Lesevergnügen :)

lg, n
 

nachts

Mitglied
Hallo Maren, Hallo bittersweetsymphony,

danke, das ihr euch mit dem Text auseinandergesetzt habt und - ist natürlich schön zu lesen, dass er euch gefallen hat.
Tja Maren, wenn mein Abel deine Sympathie erhalten durfte bzw. dein Verständnis - ist er mir einigermaßen gut gelungen, schätz ich.(Das ist ja immer so ne Sache mit dem "Leb dein Leben")
Bei euren Verbesserungsvorschlägen und den Fehler - Anmerkungen habt ihr (leider) vollkommen recht :)
müsst ich nochmal ran
LG Nachts - viel Spaß beim Schreiben
 

MarenS

Mitglied
Sicher ist das so eine Sache, nachts, aber es stimmt und man sollte darum kämpfen, es wenigstens in manchen Bereichen so weit wie möglich auch zu tun.
...und manchmal hilft nur ein Umsturz, eine Palastrevolution,

meint Maren, die immer mal wieder revoltiert.
 

 
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