Arno Abendschön
Mitglied
Beim Umbau unseres Supermarktes war die Devise wohl: Schluss mit Verschwendung profitabler Verkaufsflächen, dafür Konzentration von Kassen und Packecke auf kleinem Raum. Die Folgen können schmerzhaft sein, gerade für Kunden an Kasse 1. Parke ich dort meinen Einkaufswagen vor der Warenausgabe und räume alles schnell aus der Mulde in den Wagen, riskiere ich, attackiert und sogar verletzt zu werden. Wie oft stürmt die Verkäuferin von Kasse 2 herüber und dringt in den Kassenraum der Kollegin ein … Ein Kunde, den sie gerade abfertigt, hat etwas aus dem Sortiment der Tabakwaren verlangt und diese sind an der Seitenwand der Nachbarkasse untergebracht. Die Kassenkraft – sie kann auch männlich sein – hat die Abrechnung drüben unterbrochen und ist in großer Eile. Nun ragt mein Wagen unvermeidlich in ihren Weg hinein. Keine Zeit für Bitte oder Warnung – mein Wagen wird sofort herumgerissen, sein Stahlgestänge gegen meinen Ellenbogen geschleudert. Ich reibe mir die schmerzende Stelle – keiner nimmt Notiz davon.
Der Packtisch gegenüber, nur zwei Meter entfernt von den Kassen und oft zu klein für die Menge der Kunden, ist die zweite Problemzone. Was tun, wenn an ihm kein Platz mehr ist? Ich kann mitten im Gewühl durchziehender Kunden nicht mit dem Wagen stehenbleiben. Also schiebe ich ihn ans freie kleine Mauerstück zwischen Packtisch und Tür zum Personalraum, Schnauze des Wagens voran, so dass die Tür nicht blockiert wird. Nach ein paar Sekunden trotzdem wütendes Gebell von Kasse 1: Die Tür frei machen! - Die Furie verlässt ihre Loge schon, knallt den Wagen ihres momentanen Kunden diesem in die Weichteile und nähert sich keifend. Ich will wissen, wo ich denn sonst einpacken dürfe, bekomme nur zu hören: Weiter, weiter …! Sie scheucht mich, als wäre ich ein Insekt oder eine hereingeflogene Taube. Dann kehrt sie an ihren Platz zurück und ich packe nun doch mitten im Kampf der Wagen und Gestänge, behindere und werde behindert …
… und fühlte mich ungerecht behandelt. Tage später sollte es sich zum seelischen Trauma auswachsen. Was sehe ich, als ich vom Marktinneren der Kasse 1 zustrebe? Dieselbe Kassiererin, dieselbe Situation, eine Kundin parkt zum Umpacken ihren Wagen mit der Schmalseite an jenem kleinen Wandabschnitt – und nichts geschieht! Unergründlich, sage ich mir, sind die Entscheidungen und Wege einer Kassiererin. Oder sollte sie gerade mich hassen? Warum dann nur, warum?
Der Packtisch gegenüber, nur zwei Meter entfernt von den Kassen und oft zu klein für die Menge der Kunden, ist die zweite Problemzone. Was tun, wenn an ihm kein Platz mehr ist? Ich kann mitten im Gewühl durchziehender Kunden nicht mit dem Wagen stehenbleiben. Also schiebe ich ihn ans freie kleine Mauerstück zwischen Packtisch und Tür zum Personalraum, Schnauze des Wagens voran, so dass die Tür nicht blockiert wird. Nach ein paar Sekunden trotzdem wütendes Gebell von Kasse 1: Die Tür frei machen! - Die Furie verlässt ihre Loge schon, knallt den Wagen ihres momentanen Kunden diesem in die Weichteile und nähert sich keifend. Ich will wissen, wo ich denn sonst einpacken dürfe, bekomme nur zu hören: Weiter, weiter …! Sie scheucht mich, als wäre ich ein Insekt oder eine hereingeflogene Taube. Dann kehrt sie an ihren Platz zurück und ich packe nun doch mitten im Kampf der Wagen und Gestänge, behindere und werde behindert …
… und fühlte mich ungerecht behandelt. Tage später sollte es sich zum seelischen Trauma auswachsen. Was sehe ich, als ich vom Marktinneren der Kasse 1 zustrebe? Dieselbe Kassiererin, dieselbe Situation, eine Kundin parkt zum Umpacken ihren Wagen mit der Schmalseite an jenem kleinen Wandabschnitt – und nichts geschieht! Unergründlich, sage ich mir, sind die Entscheidungen und Wege einer Kassiererin. Oder sollte sie gerade mich hassen? Warum dann nur, warum?