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plötzlich fällt ein hang steil ab
durchfeuchtete erde rutscht
und die glocke der friedhofskapelle
schlägt bei sturm unaufgefordert an

im traum gibt ein langweilender kurzfilm
in wenigen bildern ein gesamtes leben preis
gern behaupte ich keine angst zu haben
vor dem tod und nur vor dem sterben
aber kürzlich erlag mein geschiedener nachbar
unerwartet einem herzinfarkt

irgendwo wartet ein hinterhalt
während raben schon vorzeitig
ein requiem krächzen
 

Walther

Mitglied
lb Karl,
hier verliere ich leider den faden und stehe am ende ratlos vor dem text. die einzelnen bestandteile ergeben für mich keinen verständlchen sinn.
sorry und lg W.
 
Guten Abend, Karl!

Am besten gefällt mir die erste Strophe mit ihren eindringlichen Bildern, die treffend einhergehen mit der Angst, ganz plötzlich und unerwartet abtreten zu müssen, mit dem beklemmenden Gefühl, es könnte einem erdrutschartig den Boden unter den Füßen wegreißen. Das “unaufgeforderte Anschlagen der Friedhofskapellenglocke“ versinnbildlicht deutlich die Sorge, dies könne unerwartet früh,unkontrolliert und unvorbereitet passieren. Hier wird nichts erklärt, sondern viel evoziert.

Auch die ersten beiden Verse der zweiten Strophe passen, wie ich finde, sehr gut zur Grundstimmung des Gesichts: Hier habe ich die Assoziation eines inneren Films, der ja laut einigen Nahtodzeugen ablaufen und das eigene Leben blitzartig zusammenfassen soll. Und wie banal könnte dieser Film sein?
Würde man bereuen, nicht mehr getan, gewagt, bewegt zu haben?

In den Zeilen 3 bis 6 der zweiten Strophe räsoniert mir das lyrische Ich ein wenig zu viel, das ist zumindest meine Wahrnehmung. Hier würde ich indirekter formulieren und die bildhafte Sprache der ersten und letzten Strophe konsequenter fortführen.

Gruß,
Artbeck
 

revilo

Mitglied
plötzlich fällt ein hang steil ab
durchfeuchtete erde rutscht
und die glocke der friedhofskapelle
schlägt bei sturm unaufgefordert an

im traum gibt ein [red]tumber[/red] kurzfilm
in wenigen bildern ein gesamtes leben preis
gern [red]postulierte [/red]ich [red]inbrünstig [/red]
[red]/nähme ich für mich in anspruch[/red] keine angst zu haben
vor dem tod und nur vor dem sterben
aber kürzlich erlag mein geschiedener nachbar
unerwartet einem herzinfarkt

irgendwo [red]lauert immer[/red] ein hinterhalt
während /[red]und bevor die raben [/red]schon vorzeitig
[red]mein[/red] requiem krächzen[red]........[/red]

LG revilo......nimm Dir, was Du brauchen kannst......

das Gedicht ist sehr gut......vielleicht kannst du es ja fortsetzen......

[red]irgendwo lauert immer ein hinterhalt
und bevor die raben vorzeitig
mein requiem krächzen.....[/red]
 
plötzlich fällt ein hang steil ab
durchfeuchtete erde rutscht
und die glocke der friedhofskapelle
schlägt bei sturm unaufgefordert an

im traum gibt ein tumber kurzfilm
in wenigen bildern das gesamtes leben preis
gern nähme ich für mich in anspruch
keine angst zu haben vor
dem tod aber nur vorm sterben

irgendwo lauert immer ein hinterhalt
und bevor die raben schon vorzeitig
mein requiem krächzen
brumme ich die melodie eines love songs
 

revilo

Mitglied
der letzte Satz ist mal wieder ein typischer Feldkamp.........
klasse......LG revilo..


das Gedicht hat aber einen sehr ersten Hintergrund.....
 
Ja, lieber Oliver,
bin Diabetiker und habe in den letzten beiden Monaten einige lebensbedrohliche Unterzuckerungen erlebt... Das ließ mich dann schon grübeln...
Herzliche Grüße
Karl
 

Keram

Mitglied
Ein gern gelesenes Gedicht. Deine verwendeten Bilder finde ich gelungen. Ein Thema, welches sich nicht umgehen lässt.
 
Guten Abend, Karl!

Auch wenn wir uns nicht kennen- im Nachhinein, wo ich anhand der anschließenden Kommentare um den realen Hintergrund dieses Gedichts weiß (kein bloßes Gedankenspiel...), ist mir die in der Kritik verwendete Formulierung “räsoniert ein wenig zu viel“ unangenehm und sie erscheint mir in diesem Zusammenhang jetzt unsensibel. Musste des Öfteren daran denken. Entschuldige bitte. Ich hoffe, deine Gesundheit hat sich wieder den Umständen entsprechend stabilisiert.

Gruß,
Marc
 
Hallo Artbeck,
es ehrt Dich, dass Du Dich noch einmal meldest. Inzwischen geht es mir wieder besser.
Danke für Deine Nachfrage...
Herzliche Grüße
Karl
 

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