allein stellung

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G

Gelöschtes Mitglied 21589

Gast
Hallo Karl Feldkamp,

dein Gedicht wirkt auf mich wie ein impressionistisches Bild. Es lebt nicht von einer Handlung, sondern von Beobachtungen, die mit dem letzten Vers auch moralisch eingeordnet werden. Dabei verwendest du zahlreiche Adjektive und Adverbien - und schießt damit meiner Ansicht nach ein wenig über das Ziel hinaus. Dies macht sich z.B. bemerkbar an den Versen 2 und 4, in denen du knapp hintereinander zweimal das Adverb fast benutzt, was auf mich wenig elegant wirkt.
Des Weiteren führen die vielen Beschreibungen dazu, dass sich manche Stellen im Gedicht etwas redundant anfühlen, weil ich den Eindruck habe, dass sie bereits gesagt worden sind. So impliziert Vers 2 bereits einen geschlagenen Baum, der noch schräg über dem Boden hängt. Die darauffolgenden drei Zeilen wiederholen in meinen Augen dieses Bild mit zwar leicht veränderten Nuancen - aber diese reichen für mich nicht aus, um ein wirklich dichtes Bild zu entwerfen.

In diesem Sinne denke ich, dass dein Gedicht bezüglich seiner Intensität noch Luft nach oben hat, wenngleich ich es auch im jetzigen Zustand insgesamt ganz gern gelesen habe.

Liebe Grüße
Frodomir
 
Hallo Frodomir, danke für deine Anmerkungen und Anregungen. Sie haben mir geholfen. Immer wieder "passiert" es mir, dass ich (wider besseren Wissens) zu viele Adjektive und Adverbien benutze. Ich habe versucht, meinen Text entsprechend abzuändern.
Nochmals Dank,
Karl
 
G

Gelöschtes Mitglied 21589

Gast
Meiner Meinung nach ist dir dein Versuch gelungen. Ich würde auch noch überlegen, ob in Vers 6 das Adverb bereits nicht auch ein Fall für den Rotstift wäre. Hm, und wenn ich einmal dabei bin: In Vers 8 ist es für mich auch logisch, dass die Baumstämme schon tot sind - weshalb dies also noch benennen?
 

Perry

Mitglied
;)
Hallo Karl,
mich beschäftigt mehr die Frage, wer da steht "fast ohne Schattenwurf?"
Ist es der Waldarbeiter nach getanem Werk,
ein klagender Wander oder doch (von mir favorisiert) ein junger Sprößling.
Gern Hineingespürt und LG
Manfred
 
Lieber Manfred, ich wohne in einem sehr waldreichen Gebiet NRWs (Oberbergischer Kreis). Und hier hat der Borkenkäfer zugeschlagen. Nur hin und wieder blieb ein Laubbaum stehen. Die Landschaft sieht zurzeit tot und ein wenig nach Weltende aus. Das war mein Bild, das hinter meinem Gedicht steht.
Danke für dein Interesse und herzlichen Gruß
Karl
 

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