Allerlei Wort

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Walther

Mitglied
Allerlei Wort


Da gab es allerlei Monita
kleinere Ratschläge und
noch klügere Hinweise

Alles mit einem Gähnen
beantwortet mal freundlich
mal unleidlich aber immer müde

Da wurden Beispiele angeführt
und Handbücher verteilt damit die
Bedienung der Sprache gelänge

Man hat sogar Leitfäden gesichtet
um die Untiefen auszuloten
daß man zu Tiefen käme

Gedanken schöpfte die sich
zu Versen verdichteten
alles keine Kunst aber eine An-

Näherung an das Göttliche
das Wort der Worte das sich
in Strophen um und in die Welt legt

Sie verhüllt und entdeckt
beklagt und belobigt und dabei leuchtet
als wäre es ein Lichtstrahl

Im Dunkel des Alls
 

Ralf Langer

Mitglied
hallo walther,

mir gefällt die ausleuchtung des "wortes" und der versuch
ihm habhaft zu werden durch handbuch und leid(t) faden sehr.

auch - obschon ein vers libri - hat die sprache einen angenehmen rhythmus.

ich halte das stück für gelungen.

ralf
 

Walther

Mitglied
hi Ralph,

danke für deinen eintrag. an meinem vers libre arbeite ich dauernd herum, in der hoffnung, ihn noch besser und flüssiger zu gestalten. dein feedback hilft dabei sehr!

lg w.
 
D

Die Dohle

Gast
Hallo Walther,
interessanter Text: Was hat es mit den Worten auf sich? Diese Frage lese ich in dem Text. Deren Gebrauch bekommen wir gelehrt mit Ratschlägen und Lehrbüchern. Das Stichwort müde ist gut. Worte haben aus meiner Sicht stets etwas müdes an sich, da sie von etwas berichten, das das Wort selbst nicht ist. Wir nennen Worte, die das zu beschreiben suchen, was das Wort nicht ist, göttlich und erkennen: Wort ist wie Licht, es ist nicht das Licht. Worte verhüllen die Welt. Wer Worte betrachtet, sieht die Welt nicht. Und doch können Worte eine Brücke sein, zu dem, was das Wort nicht ist, zu dem, das eigentlich gemeint ist.

... hm, klingt ziemlich esoterisch, however, hoff ich mach mich verständlich.

Aus dieser Sicht, sollte dieses "entdeckt" nicht "verdeckt" heißen?
Der Text beschäftigt sich ziemlich konsistent mit dem verhüllenden Aspekt, einzig dieses "entdeckt" ist ein Hinweis auf die Brücke, die das Wort auch sein kann. So, wie der Text gebaut ist, aus meiner Sicht, hm, ich überlege, evtl. könnte ein zweiter Text formuliert, der den entdeckenden Aspekt der Worte beleuchtet, diesem an die Seite gestellt werden. Oder man arbeitete den Brückenaspekt in diesen ein.
Im jetzigen Zustand kommt der entdeckende Aspekt nicht wirklich ebenbürtig zum verhüllenden Aspekt zum tragen. Obwohl, das lese ich zwischen den Zeilen, dieser Text sichtlich darum ringt. Evtl. ist ja genau dieser Umstand das Ziel des Textes?

... hoff, du kannst mit diesem Geschwurbel was anfangen ;-)

lg
die dohle
 

Walther

Mitglied
Hi Dohle,

in der tat kann ich etwas mit deinem geschwurbel anfangen. ich halte es übrigens für gar keines, weil ich solche oder so ähnliche überlegungen und assoziationen ja anstoßen wollte.

in der tat ringt der text um "wort/worte/wörter". sprache, aber ich gerade gelesen, ist die logische rundung von etwas einmaligem, das so zu einem allgemein verständlichen ähnlichen wird. kurz: um zu verstehen, ist schon eine übeeinkunft darüber notwendig, in welcher codierung sich darüber ausgetauscht wird. das kommt uns allen irgendwie bekannt vor, nicht wahr? :)

nun zum vers, der dir ein wenig querliegt: hier wird in gegensatzpaaren (VERhüllen und ENTdecken, beKLAGEn und beLOBigen) ein umfeld abgesteckt.

ja, ein ringen ist das schon. wir ringen doch immer nicht nur um fassung, nein, wir ringen auch um wort und sprache.

danke für deine klugen eintrag!

lg w.
 
N

Noemi

Gast
Hallo Walther,
als ich dein Gedicht las, merkte ich, dass je weiter ich es las, um so mehr gefiel es mir.
Die letzte und vorletzte Strophe, zusammen mit den allerletzten Zeilen wirken auf mich sehr poetisch.

Grüße
Noemi
 

Walther

Mitglied
hi noemi,

danke für deinen freundlichen eintrag. es freut sehr zu hören, daß dir meine verse zusagen!

lg w.
 

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