Alles geht auf im Rauch

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Wenn ich rauchend am Fenster stehe,
gegenüber eine Alte, ihre Blumen gießend.
Wenn ich rauchend am Fenster stehe,
jetzt dort ein Junger, sein Rennrad putzend.
 

tangoed

Mitglied
Dein Text

soll wohl den Tod der alten Frau vermitteln.

Sie gießt/goß Blumen, jetzt gießt jemand die Blumen auf Ihrem Grab und ein Junge putzt sein Rennrad, denn die Zeit ist gerannt und die Jugend nachgerückt.

Soweit verstanden, leider vermisse ich etwas emotionales, der Protagonist ist nur ein kühler Beobachter, der raucht und erzählt, als beobachte er ein Insekt auf dem Fensterbrett.

Es kommt kein Mitleid mit der Alten auf, nicht die Frage, was mit Ihr geschehen ist.

Ok, die Kälte der Gesellschaft, die Gaffer, die Gleichgültigkeit sollen beschrieben werden aber Du musst uns Lesern, uns Voyeuren, Gefühle entlocken umuns nachdenklich zu machen.

Beispiel (ich hoffe ich darf):

Die Blumenfrau von Gegenüber

Meine erste Zigarette
blieb unser Geheimnis

All die Jahre
sah ich durch den Rauch
ihre sorgenden Hände.

Die Blumen hinter dem Jungen,
der am Beet sein Fahrrad putzt,

bringe ich Ihr immer noch.

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so in der Art...

gruss
tangoed
 
Lieber Tangoed, lieber Cellist.

Zum einen: Auch nicht schlecht Deins, liebe/r Tangoed. Aber meins drückt exakt das aus, was es ausdrücken soll. Ja, da war immer eine Alte, jetzt ist sie tot. Wir leben in anonymisierten Zeiten. Das ist manchmal kalt, schmerzhaft und nüchtern. Und lieber Chellist: Mehr ist wirklich nicht. Von manchen und manchem bleibt nicht mehr.

Deshalb irritiert mich die Negativbewertung. Nicht, dass es nicht statthaft wäre oder dergleichen, sondern eher vor dem Hintergrund: „Also, ich hätte es anders geschrieben“. Die einen haben halt einen Adventskranz, die anderen nicht. Die einen essen Gans, die anderen Fisch.

Nichts für ungut. Ich wünsche allen Leseluper*innen einen gesegneten 1.Advent :)
 

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