alternierend

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Monochrom

Mitglied
alternierend

pflasterstein ist zersprungen; gründe sind unbekannt;
(gründe sind unerreichbar)
dreck / liegt auf der oberfläche / es sind klüfte
-an jeder seite- aus ameisensicht nicht unwegbar
für menschen aussichtslos; fühler tasten nach tiefe
und abstand unbewußt nähern sich ansichten,
dass jenseits des pflastersteines der nächste liegt, wie ein
weiterer planet -nicht anders- und mit eben den rillen,
verwerfungen und dem dreck, der bereits auf dem diesseitigen
für unmut sorgt/ im abgrund schwebt staub/
beine suchen sich wege die ameise
die ameise läuft
in die fuge und erklettert die wände setzt den weg fort
nächster
pflasterstein ist zersprungen, zurück bleibt der weg,
der sich weitet, verzweigt, -richtung verloren-
ziele/ hunger/ heimat/ umkehr/ im kreis
gelaufen/ flüssigkeiten pumpen/ angst/

einen moment

später trennt sich die sicht und die ameise findet
den eingang zum nest ich hebe die lupe und halte sie
nicht zwischen sonne und das insekt heute
ist ein guter tag ich sehe die schatten und begreife
aus ameisensicht sind die dinge nicht einfacher
 

lapismont

Foren-Redakteur
Teammitglied
Moin Monochrom,

zuerst dachte ich mir, dass der zweite Teil nicht nötig sei, zumal auch stilistisch anders.
Aber dieses Herauszoomen, das Zurückfinden aus der Immersion ist schon sehr wichtig für den Text.
Auch weil der dunkle Tötungstrieb anklingt und dadurch der Ameisengang im Nachhinein auf des Messers Schneide gestellt wird.

cu
lap
 

Monochrom

Mitglied
Hi, danke fürs Lesen.

Der Text ist das Ergebnis einer autodidaktischen Übung mit Interpunktion und Enjambements.

Freut mich aber, wenns gefällt.

Bis denne,
Monochrom
 
Hallo Monochrom,
da ich ohnehin den Verdacht habe, das wir Menschen uns immer mehr am Ameisenstaat orientieren, gefällt mir Dein Gedicht ganz besonders.
Herzliche Grüße
Karl
 

Monochrom

Mitglied
Hi karl,
Krass dass du den Text so interpretierst. Dann wäre die Frage nach dem kerl, der die Lupe hält besonders interessant
 


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