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An geschnauzt

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Walther

Mitglied
An geschnauzt


Der aus tausch von kalt
schnäuzigkeiten ist ein gewohnheits
verbrechen bei dem es heiß her
geht – mit dem bei gebenen
lächeln ließe sich regel
mäßig ein mord begehen

Kunst voller wäre es
sich gleich die schnauzen zu extra
polieren – gerade wegs weisheits
zahn gegen schneide
zahn & vice versa – zeit
als ersparnis an zu legen
ist so zins los

Zahn ärzte jubilieren in an
sicht auf gerissner mäuler –
da macht nach
bohren froh locken &
lässt die im mobilien
preise steigen – bis zum ab
winken beim kiefer bruch
frechheiten den krampf an sagen
 

Mondnein

Mitglied
die aufgelösten Komposita

Jetzt macht sich das Getrenntschreiben der Komposita besonders sinnreich, erlaubt mehrdimensionales Lesen und Doppelbödigkeiten. Es sind gewiß mehr drin, als ich beim Dreimallesen so eben gesehen haben. (Denn ich bin in der Szene der Zahnärzte und ihrer Immobilien nicht so zuhause.)

Ich liebe besonders die mittlere Strophe, mit den zwischen den Zeilen (-Umbrüchen) steckenden Wendungen "Schnauzen polieren" und "Zahn der Zeit". Schön frech.
 

Walther

Mitglied
lb mondnein,

danke fürs reinlesen und kommentieren.

das verborgene ist das wichtige - das ist auch bei diesem text meiner aaktuellen poetologie so gewünscht. man muß in die bedeutungsebenen tauschen, die sprache "begreifen", um sie danach immer wieder neu zu kombinieren.

lieber gruß W.


lb. Otto,

dem meister danke ich fürs gut befinden!

lg W.
 
Lieber Walther,
hinterhältige Wortspiele machen Dein Gedicht schwer lesbar und zugleich äußerst spannend, so dass sich ein mehrmaliges Lesen aufdrängt, bei dem ich auf immer neue Bedeutungen kam.
Kompliment.
Herzliche Grüße
Karl
 

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