rubber sole
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Wieder ein Tag wie zum Umarmen. Er wacht an einem sanften Morgen aus einem Kokon der Entspannung auf, hinein in einem wahr gewordenen Traum. Die frühen Sonnenstrahlen tauchen den weißen Sandstrand von Yasawa Island in ein zartes Licht. Der warme Wind weht durch die Palmen und das sanfte Rauschen der Wellen lullt ihn noch ein wenig länger ein. Während er ein leichtes Frühstück genießt, blickt er über das zu dieser Tageszeit ruhige Meer. Bis zum Horizont ein friedliches Bild der grenzenlosen Freiheit. Jenseits dieser Weite erahnt er die Unendlichkeit des Ozeans. So beginnt er nun schon seit knapp zwei Jahren seine Tage, er ist immer noch wohlig berauscht von diesem zum Leben erweckten Klischee. Was wie die stereotype Vorstellung eines paradiesischen Zustands erscheint, tut ihm unsagbar gut. In diesen dauerhaften Wohlfühlmodus der Beschaulichkeit hat er erst gelangen können, nachdem er die Zwänge seines vorherigen Lebens überwunden hatte.
Es war ein enormer Schritt gewesen, von einer lange materiell geprägten und exakt getakteten Tätigkeit als Mediengestalter hinein in die Abgeschiedenheit einer Südseeinsel. Hier geht man nicht mit Zeit um, man lebt sie hier. Zeit ist in dieser Welt das Wesen des Daseins. Dies musste er erst verinnerlichen, nachdem er in seinem früheren Umfeld irgendwann mit dem Gefühl hatte umgehen müssen, sich in einer zermürbenden Abwärtsspirale zu befinden. Geschäftlicher und gesellschaftlicher Aufstieg hatten ihn das das Leben eines erfolgreichen Karrieremenschen leben lassen, das einstürzte, als er sich in einem Wirrwarr aus nervenaufreibenden Streite um Urheberrechte, eingetragene Handelsmarken und Gebrauchsmusterschutz wiederfand. Irgendwann konnte er seinen finanzstarken Gegnern, die ihn juristisch bekämpften, nicht mehr standhalten. Die Erfolgsgeschichte als begabter Emporkömmlings endete, bevor er sich in der eitlen Zunft der Grafikdesigner etabliert hatte. Er hatte sich hoffnungslos verheddert auf dem Weg nach ganz oben. Und in dieser Ausgangslage half ihm seine Kreativität auch nicht mehr weiter, er hatte sich zu weit von seiner Kernkompetenz entfernt. Die Erkenntnis, ein zufriedenstellendes Leben als wertgeschätzter Zulieferer auf der Grundlage seines handwerklichen Könnens als Drucker und Stereotypeur führen zu können, kam zu spät. Dabei waren seine kreativen Schablonen und Klischees in dieser glamourösen Welt hoch angesehen. Es waren dann juristische Fußangeln im Irrgarten der Patent- und Veröffentlichungsrechte, die ihn in die Knie gezwungen hatten – er stieg aus.
Nun, an einem dieser beschaulichen Morgen am Strand seiner Insel, wird er von einer furchteinflößenden Erscheinung heimgesucht. Die Aura des Friedens und der Stille wird jäh zerstört. Am Horizont erscheint ein Monstrum aus Stahl. Die mächtige Silhouette schiebt sich langsam näher. Es ist ein riesiges Kreuzfahrtschiff, das wie ein monolithischer Koloss aus dem Wasser emporragt. Zunächst erscheint es nur als heller Streifen am Horizont, dann erkennt man dieses Ungetüm deutlicher, es ist ein absolut unnatürlicher Anblick in den Gewässern dieses Archipels, eine riesige Woge aus Metall und Glas. Und als dieser Koloss sich weiter der Insel nähert, hört er das furchteinflößende Dröhnen des Schiffsantriebs, vernimmt deutlich das Zittern der Maschinen, das den Sand am nahen Ufer vibrieren lässt. Er duckt sich instinktiv, als das Schiff seinen Schatten auf die Lagune wirft. Der Uferbereich, wo das matt glänzende Meer auf den Strand trifft, wirkt jetzt kalt und dunkel, fast wie beim Übergang in eine Sonnenfinsternis. Die Sicht auf die Korallengärten im ufernahen Bereich wird getrübt, die filigrane Pracht dieser amorphen Strukturen ist nur noch verzerrt zu erkennen. Die vorher reine und würzige Seeluft ist erfüllt vom Geruch des Schiffsdiesels. Einheimische des nahen Dorfes, die, angelockt von dieser fremdartigen Erscheinung, mit zunächst erwartungsvoller Neugier an den Strand geeilt waren, bleiben dicht gedrängt und erschrocken am Ufer stehen, sie verstummen bangen Blickes. Ihre heimische Umgebung erscheint ihnen jetzt im Angesicht dieses Monsters klein und zerbrechlich. Und dann beginnt das Ausbooten der Passagiere, das auf die Insulaner bedrohlich wirkt; etwas aus einer fremdartigen Welt kommt geradewegs auf sie zu. Kompakte Tender-Boote gleiten aus den Rumpfklappen wie aus dunklen Mäulern, aus denen Scharen bunt gekleideter Menschen drängelnd und lärmend hervorquellen. Die Inselbewohner schauen mit entsetzten Blicken auf dieses Spektakel, sie befürchten, ihre heimische Umgebung könnte vereinnahmt werden – durch eine Invasion apokalyptischen Ausmaßes.
Es war ein enormer Schritt gewesen, von einer lange materiell geprägten und exakt getakteten Tätigkeit als Mediengestalter hinein in die Abgeschiedenheit einer Südseeinsel. Hier geht man nicht mit Zeit um, man lebt sie hier. Zeit ist in dieser Welt das Wesen des Daseins. Dies musste er erst verinnerlichen, nachdem er in seinem früheren Umfeld irgendwann mit dem Gefühl hatte umgehen müssen, sich in einer zermürbenden Abwärtsspirale zu befinden. Geschäftlicher und gesellschaftlicher Aufstieg hatten ihn das das Leben eines erfolgreichen Karrieremenschen leben lassen, das einstürzte, als er sich in einem Wirrwarr aus nervenaufreibenden Streite um Urheberrechte, eingetragene Handelsmarken und Gebrauchsmusterschutz wiederfand. Irgendwann konnte er seinen finanzstarken Gegnern, die ihn juristisch bekämpften, nicht mehr standhalten. Die Erfolgsgeschichte als begabter Emporkömmlings endete, bevor er sich in der eitlen Zunft der Grafikdesigner etabliert hatte. Er hatte sich hoffnungslos verheddert auf dem Weg nach ganz oben. Und in dieser Ausgangslage half ihm seine Kreativität auch nicht mehr weiter, er hatte sich zu weit von seiner Kernkompetenz entfernt. Die Erkenntnis, ein zufriedenstellendes Leben als wertgeschätzter Zulieferer auf der Grundlage seines handwerklichen Könnens als Drucker und Stereotypeur führen zu können, kam zu spät. Dabei waren seine kreativen Schablonen und Klischees in dieser glamourösen Welt hoch angesehen. Es waren dann juristische Fußangeln im Irrgarten der Patent- und Veröffentlichungsrechte, die ihn in die Knie gezwungen hatten – er stieg aus.
Nun, an einem dieser beschaulichen Morgen am Strand seiner Insel, wird er von einer furchteinflößenden Erscheinung heimgesucht. Die Aura des Friedens und der Stille wird jäh zerstört. Am Horizont erscheint ein Monstrum aus Stahl. Die mächtige Silhouette schiebt sich langsam näher. Es ist ein riesiges Kreuzfahrtschiff, das wie ein monolithischer Koloss aus dem Wasser emporragt. Zunächst erscheint es nur als heller Streifen am Horizont, dann erkennt man dieses Ungetüm deutlicher, es ist ein absolut unnatürlicher Anblick in den Gewässern dieses Archipels, eine riesige Woge aus Metall und Glas. Und als dieser Koloss sich weiter der Insel nähert, hört er das furchteinflößende Dröhnen des Schiffsantriebs, vernimmt deutlich das Zittern der Maschinen, das den Sand am nahen Ufer vibrieren lässt. Er duckt sich instinktiv, als das Schiff seinen Schatten auf die Lagune wirft. Der Uferbereich, wo das matt glänzende Meer auf den Strand trifft, wirkt jetzt kalt und dunkel, fast wie beim Übergang in eine Sonnenfinsternis. Die Sicht auf die Korallengärten im ufernahen Bereich wird getrübt, die filigrane Pracht dieser amorphen Strukturen ist nur noch verzerrt zu erkennen. Die vorher reine und würzige Seeluft ist erfüllt vom Geruch des Schiffsdiesels. Einheimische des nahen Dorfes, die, angelockt von dieser fremdartigen Erscheinung, mit zunächst erwartungsvoller Neugier an den Strand geeilt waren, bleiben dicht gedrängt und erschrocken am Ufer stehen, sie verstummen bangen Blickes. Ihre heimische Umgebung erscheint ihnen jetzt im Angesicht dieses Monsters klein und zerbrechlich. Und dann beginnt das Ausbooten der Passagiere, das auf die Insulaner bedrohlich wirkt; etwas aus einer fremdartigen Welt kommt geradewegs auf sie zu. Kompakte Tender-Boote gleiten aus den Rumpfklappen wie aus dunklen Mäulern, aus denen Scharen bunt gekleideter Menschen drängelnd und lärmend hervorquellen. Die Inselbewohner schauen mit entsetzten Blicken auf dieses Spektakel, sie befürchten, ihre heimische Umgebung könnte vereinnahmt werden – durch eine Invasion apokalyptischen Ausmaßes.