arm brust

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Mondnein

Mitglied
[ 4]arm brust


[ 4][ 4][ 4]wie schön
[ 4][ 4]was für ein engel sie
[ 4]fast auf dem boden kniet
im sprung ballett zum wurf geballte
[ 4][ 4][ 4][ 4]kraft

[ 4][ 4][ 4]wenn sie
[ 4][ 4]mit ihren wimpern zu
[ 4]mir spricht denn schweigend stumm
singt sie mit ihrem blick mit arm brust
[ 4][ 4][ 4][ 4]pfei

[ 4][ 4][ 4]len mir
[ 4][ 4]die frechheit ins gesicht
[ 4]und lacht mit vollem ernst
verzieht nicht eine miene bis sie
[ 4][ 4][ 4][ 4]platzt
 

Perry

Mitglied
Hallo hansz,

Du verwebst hier engelsgleiches Ballett mit einem Armbrustschuß.
Das Ganze wirkt auf mich wie eine Theater- oder Operaufführung.
Der Zeilenumbruch "pfei/len" und das "platzt" am Ende wirken etwas formgezwungen bzw. verstörend auf mich. Absicht?
LG
Manfred
 

Mondnein

Mitglied
nein, natürlich nicht, Perry, es sei denn, Du siehst das mörderische Training der Balletteusen als "gezwungen", aber das wird ja aufgebrochen, wie ein Sturz ins Absurde.

Beachte (wenn Du willst) die Mehrdeutigkeiten. Die Oxymora. Das "Verstören" (meinetwegen) der Erwartungen. Das Widersinnige. Den Antiklassizismus.

grusz, hansz
 
T

Trainee

Gast
arm brust


wie schön
was für ein engel sie
fast auf dem boden kniet
im sprung ballett zum wurf geballte
kraft

wenn sie
mit ihren wimpern zu
mir spricht denn schweigend stumm
singt sie mit ihrem blick mit arm brust
pfei

len mir
die frechheit ins gesicht
und lacht mit vollem ernst
verzieht nicht eine miene bis sie
platzt
Hallo Mondnein,

ich lese von einer wild-lachenden Amazone.
Denn auch die Kriegerin weist Ästhetik auf: die Schönheit der Kraft.
Wenn sie auftritt, herrscht Ruhe im Karton; sie tötet mit einem Wimpernschlag und ebenso schnell mit einem Pfeil ihrer Armbrust.
[Der Legende nach haben sich die gefürchteten Kriegerinnen eine Brust amputieren lassen, um die schwere Waffe besser halten zu können.]

Und schlimmer noch: Sie lacht dazu! Ein grollendes Lachen aus dem Bauch heraus.

Das ist meine Lesart. Und eine, die mir gefällt.
Andererseits bin ich mir ziemlich sicher, dass du für Amazonen nicht allzu viel übrig hast und deshalb etwas anderes meinst ... :D

Aber egal: Ein gutes Gedicht, das mich anspricht. [Eigentlich ein glattes Neunerle, schon wegen seiner aparten Form]

Ciao
Trainee
 

Mondnein

Mitglied
Doch, Trainee,

ich liebe Amazonen ganz besonders, hier: die stabile Gradlinigkeit, "Trockenheit" absoluten Ernstes, der coolness, die den Spott in die comic-absurde Sprengung des Bildes treibt.

Bei der Form habe ich an so was wie die Melodien gedacht, die auf ihrem Höhepunkt haltmachen, mitten im Wo

rt, und die aufgestaute Spannung strömt dann in der nächsten Strophe weiter. Das mündet letztlich in ein rumpelstelziges Ende, eine paradoxe Selbstaufhebung.

grusz, hansz
 

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