Assoziationsspiel

HerbertH

Mitglied
Ein neues Spiel (habe ich in einem andern Forum gefunden :)). Und das geht so:

Vorgegeben werden 2 bis maximal 5 Begriffe, die nicht unbedingt etwas miteinander zu tun haben, zum Beispiel:
Wolf, Hühnerei, Wolldecke.

Daraus werden phantasievolle Sätze gebildet, unter Beachtung der Reihenfolge (!):

Schneewittchen fand, sie sei im falschen Film: Was machte denn der Wolf in ihrer Geschichte? Als sie dann noch einen Raben sah, der ein Hühnerei bebrütete, wurde es ihr richtig unheimlich. Zu gern hätte sie sich unter ihre Wolldecke geflüchtet...
Mindestens ein annehmbarer Textvorschlag sollte erfolgt sein, bevor jemand neue Worte postet.

Wenn sich das Ganze jeweils auch auf den vorhergehenden Beitrag bezieht, um so besser.
Viel Spass :)

Ich fange mal an:

Regen, Schwefelsäure, Synthesizer, Orangensaft, Kopie

... der Regen enthielt immens viel Schwefelsäure in dieser vermaledeiten Frühlingsnacht, so dass die ganze Imprägnierung meiner neuen Jacke versaut wurde und die Haut nach Verbandspflaster schrie - oder war ich es, der schrie? Den Sound musste man auf dem Synthesizer erstmal hinkriegen! Das war meiner ganzen Verfassung so was von zuwider! Angeblich hilft es ja bei Verätzungen, viel zu trinken. Gott sei Dank hatte ich vorhin noch diese Flasche Orangensaft gekauft ... Vielleicht sollte ich doch die Aktivierung meiner Kopie bei NewLiveFromBackUp anfordern? ...


Neue Worte: Ladenschluss, Vergissmeinnicht, Explosion
 

Thylda

Mitglied
Ladenschluss, Vergissmeinnicht, Explosion

Ein junger Herr kam neulich atemlos
vor Ladenschluss noch eben zum Florist
und offenbart, er sei ein Idealist
verlangt Vergissmeinnicht, ein ganzes Gros.

Der Blumenhaendler nickte nur und holte
die frischen Blumen aus dem Hinterraum,
gelangte beinah zu dem Kunden kaum.
Er stuerzte, fiel, was er bestimmt nicht wollte,

doch man nicht immerzu verhindern kann.
Die Pracht gleich einer Explosion: schon fliegt
sie hoch bis Alles auf dem Boden liegt.
Entsetzten Auges blickt der junge Mann

auf die Misere unten und er spricht
“Das ist uns sicher ein Vergiss-mein-nicht!”


Whiskyglas, Spinnennetz, Abendrot
 

HerbertH

Mitglied
... also dat Jungchen hat so nen Schreck gekricht, dass er sich eerstma am Whiskyglas zuhause krampfhaft festhalten musste. Da saß er nu und betrachtete trübsinnig das Spinnennetz an der Fensterecke, das im Abendrot glänzte. Aber der Abend war lang und die Nacht wurde finster ...


Geheul, Fledermaus, Steptanz, Gartenzaun
 

Thylda

Mitglied
Geheul, Fledermaus, Steptanz, Gartenzaun

Mit Geheul im Hexenreigen
drehn sich Schemen um das Feuer wild.
Fledermaus und Teufelsgeigen
kompletieren schaurig dieses Bild.

Vor dem Haus, windschief und halb zerfallen
führen Schuhe einen Stepptanz auf;
wenn am Gartenzaun die Nebel wallen
nimmt die Geisterstunde ihren Lauf.

Garten Anatomie Quelle Panama
 

HerbertH

Mitglied
als er im Garten wieder aufwachte, fluchte er "VAADAMMT, scheiss Sonne, und mein Schädel ... Vafluuchte Träume, diese komischen Weiber, die um das Feuer tanzten ... Obwohl die eine würde mir jetzt hier zu pass kommen" Er lachte krächzend und kratzte sich ausgiebig an den juckenden Stellen seiner Anatomie gähnte laut und kam müde auf die Beine. Er schlurfte zur Quelle und warf sich kaltes Wasser ins Gesicht. "Juut, dass ick mir letzten Urlaub diesen tollen Panama jekooft habe, sonst kriecha nochn Sonnenstich" Er legte sich wieder in den Gartenstuhl "Mist, Whiskey is ooch aus. Un keen dschobb in Aussicht ..."

Wolkenbruch, Quietscheente, Briefkasten, Standesamt
 
Bei einem Wolkenbruch stellte sich die Quietscheente in einem Briefkasten unter, denn sie konnte nicht schwimmen.
Mit dem Standesamt hat das ja nun gar nichts zu tun.

Wind, Tauwetter, Mückenstich, Kaffeekanne
 
Nun lag er im Liegestuhl und wurde von einem Wolkenbruch überrascht, ein Quietscheentchen, das er im Garten gefunden hatte, im Arm. Durch den Whiskey betäubt, schlief er tief und fest. Als er am anderen Morgen durchnässt aufwachte, fiel sein Blick auf einen Briefkasten und ihm ein, dass er ja schon Glückwunschkarten zu seiner Hochzeit bekommen hatte.“ Hoooochzeit, die soll doch heute stattfinden.“
Er sprang auf, schwenkte in der einen Hand die Whiskey-Flasche, in der anderen das Entchen
und sang Doolittles Lied:

Hei! Heute Morgen mach' ich Hochzeit!
Ding dong! Bald bimmelt's wunderbar -
Auf's freie Leben
Noch einen heben!
Doch bringt mich pünktlich zum Altar! –

„Aber erst muss ich zum Standesamt.“
 

HerbertH

Mitglied
Wind, Tauwetter, Mückenstich, Kaffeekanne

... unn icke singe getze "winde jehn, schiffe wehn" ... ui ui ui, und das bei dem Eisgang auffer Havel ... mitm Standesamt warte icke lieba bis zum Tauwetter! Obwohl, eijentlich seh ick gar kein Schnee nicht mehr! Ob das am Whiskey liecht? ... Eijentlich ist es ja schon heiß, ick warte ja schon auf den ersten Mückenstich ... Mann, mir dreht sich alles! ick glob, ick mach ma zur Kaffeekanne... Das midde Heirat braucht'n kühlen Kopp ...

Abmausen, Absturz, Verlust, Eiersalat
 
Der Kaffee macht den Kopf ganz klar,
die Sonne scheint, wie´s selten war.
Abmausen konnt er noch `ne Flasche,
das Quietschentchen in der Tasche,
den Alki-Absturz überwunden,
dreht auf der Havel er noch Runden.
Doch wirklich hätt` er großen Frust,
wenn ihm passierte Braut-Verlust.
Und auch die Feier würde fad.
wenn er nicht kriegte Eisalat.
Ein wenig ist er jetzt schon nüchtern.
So wirkt er wirklich etwas schüchtern.
Er hört mit dem Berlinern auf
und nimmt das Hochdeutsch jetzt in Kauf.

Fernweh, Hitze, Langmut, Bücherschrank
 

HerbertH

Mitglied
Fernweh, Hitze, Langmut, Bücherschrank

"Autsch, mein Schädel!" Jonas erwachte nur unwillig. "Was war das da eben für ein Traum gewesen? Eine Fee, die reimte und er in Berlin und ziemlich zugedröhnt. Wo er doch eigentlich nie Alkohol trank. Obwohl, bei dem Kopfweh ... Hatte er etwa nen Filmriss gehabt? Und dann war da noch was mit ner Frau und nem Amt gewesen. Was war das denn?" Als er mit noch müden Augen aus dem Küchenfenster in den vom Regen nassen Hof blickte, packte ihn das Fernweh. "Endlich mal raus aus der Kälte, son bisschen Hitze in Afrika wär jetzt schön!" brummte er. Alle beneideten ihn um seine Langmut, hier im kalten Schweden zu bleiben. Die sollten mal all die Reiseberichte in seinem Bücherschrank sehen! Alles leider nur Kopfkino, er war noch nie ausserhalb Europas gewesen.

Quantensprung, Strand, Sonnenbrille, Seitensprung
 

Ciconia

Mitglied
Nach drei Sprudeltabletten und mehreren Tassen Kaffee war er wieder so fit, dass er klar überlegen konnte. Warum nicht gleich ins Reisebüro gehen? Einen neuen Kontinent für sich entdecken, was für ein Quantensprung in seinem Leben. Sicher würde neben den großen Abenteuern, die er sich so vorstellte, auch noch ein wenig Zeit für ein faules Leben am Strand sein. Eine neue Sonnenbrille musste er sich auf jeden Fall besorgen, fiel ihm bei dieser Gelegenheit ein. Irgendwie war die bei dem langen Schwedenaufenthalt mal über Bord gegegangen. Und ein kleiner Seitensprung mit einer dunkelhäutigen Schönen wäre vielleicht auch nicht zu verachten ..
.
Jonas machte sich auf den Weg ins Reisebüro seines Vertrauens.

Gipfelstürmer, Hüttenromantik, Flagge, Rasensaat
 

HerbertH

Mitglied
eigentlich war er ja öfter in den Bergen als an der See, Typ Gipfelstürmer eben. Und eher jemand für Hüttenromantik als für Sex on the beach ... schon wegen Sand und so. Er schmunzelte vor sich hin. Aber vielleicht sollte er mal Flagge zeigen, ein bisschen Kapitän spielen, Segeln ... Gedankenverloren kam er etwas vom Gehweg ab und trat voll in den Schlamm. Oh weh, hier ist ja gar kein Gras mehr! Alles weggelatscht. Prompt fiel ihm ein, dass Gretel ihm aufgetragen hatte, Rasensaat einzukaufen, weil es im Garten schon kahle Stellen gab ... Ach du lieber Himmel, da musste er ja ganz ans andere Ende der Stadt!

Kelim, zerbrochen, Spritze
 

Ironbiber

Foren-Redakteur
Ich auch mal ...

Seit so ganz schön langer Dauer
Sitzt Kelim auf der Gartenmauer

Seine Harke ist zerbrochen
Seine Beine arg zerstochen

Bei dieser schwülen Sommerhitze
Benützen Mücken ihre Spritze.

Essbesteck Dosenwurst Kohlenkeller
 
Er weiß selbst nicht, warum er diesen Spruch vor sich hergesagt hat. Doch plötzlich fällt es ihm ein. Es ist eine Gedankenstütze.
Gretel wünscht sich unbedingt einen Kelim-Teppich. Ob er wohl in die Türkei fahren soll? Er könnte ihr solch einen Teppich mitbringen. Dann stellt sie auch keine dummen Fragen, was er so alles erlebt hat.
Dummerweise fällt ihm noch ein Spruch ein:
Essbesteck und Dosenwurst,
überall löscht man den Durst.
Was ist bloß los mit ihm. Wenn die Sonne ihn hier schon kirre macht, was wird dann in der Türkei passieren?
Und er geht jetzt etwas schneller, denkt ganz blöd an Kohlenkeller. Ja, in dem möchte er gerne sitzen, da ist es schön kühl.
Als er endlich das Reisebüro erreicht, scheint er wieder normal zu sein.
Doch schnell kann er sich nicht entscheiden, wohin er fahren will.
Strand, Halay Fingernägel
 

namibia

Mitglied
Die Auflösung


Er betrachtete sich seine Fingernägel ausgiebig. Sie waren an den Spitzen überall brüchig geworden in den letzten Monaten - kein Wunder bei all der Anstrengung und den Anforderungen, die an ihn herangetragen worden waren. Irgendwie schien es ihm fast so, als ob die brüchigen Nägel ein Sinnbild seien für all das Bröckelnde in seinem Leben. Die Ehe,sein Job, seine Gesundheit, vermeintliche Freundschaften, der schnöde Mammon, alles schien nach und nach wegzubröckeln auf eine Art und Weise, die nahezu unsichtbar schmerzte.

Aus der Ferne hörte er die Klänge des Halay. Er stellte sich die jungen sinnlichen Frauen vor, die ihr Leben noch vor sich hatten und wie deren Leben wohl verlaufen mochte. " Wie wissen nicht, was einmal auf uns zukommt, wir wissen es nie und das ist auch besser so," murmelte er leise zu sich selber.

Mehrere Tage später, an einem diesigen Montagmorgen, um 07.55 Uhr fand ihn die Polizei am Strand - angespült, aufgeschwemmt, mit abgelösten Fingernägel. Sie waren im Meer zurückgeblieben.


Fang-den-Hut, Wolkenmeer, Erdbeermarmelade

Viel Freude
 
O

orlando

Gast
Seine Freunde ahnten nichts von seinem traurigen Ende.
Sie spielten indes Fang-den-Hut und gähnten dabei so ausgiebig, dass sich aus den entwichenen Spucketröpfchen ein Wolkenmeer bildete, das sich wiederum als linder Regen in die draußen angerichtete Erdbeermarmelade senkte.
Dies kam niemandem zupass!

Komplex, Relief, tschilpen
 
Komplex, Relief, tschilpen

Sie suchten jetzt den ganzen Komplex ab, und zwar nach den Fingernägeln.
Taucher fanden sie dann endlich, nicht weit vom Ufer.
Die Freunde klebten sie auf ein schön gemasertes Holzbrett. Es sah aus wie ein Relief.
Dieses Relief hängten sie in ihrer Lieblingskneipe auf.
Am Stammtisch, jeden Donnerstag, gedachten sie ihres Freundes, prosteten den Fingernägeln zu und ließen eine CD laufen mit dem Tschilpen von Sperlingen, die ihr Freund so sehr geliebt hatte.
So war er, wenn auch nur in Form von Fingernägeln, immer bei ihnen.

Hausflur, Couch, Sommer
 
O

orlando

Gast
Der neuartige Kneipenschmuck erweckte mancherlei Begehrlichkeiten.
Ein Untermieter des Wirts schlich sich jedenfalls des Nachts über den Hausflur, ließ die kuschlige Couch verwaisen und machte sich im Vollbesitz seiner Kräfte auf, um das Leben fortan im Sommer des bislang nagelprobenfreien Südspaniens zu verbringen.

Intercity, Lollo rosso, Sprengwirkung
 
Intercity, Lollo rosso, Sprengwirkung

Natürlich fuhr er mit dem Intercity nach Spanien, hatte sogar ein ganzes Abteil für sich.
Die Mitreisenden flohen ihn, denn der Lollo rosso, den er noch in der Kneipe gegessen hatte, machte sich bemerkbar.
Mit solcher Sprengwirkung hatte er nicht gerechnet.
Sein Bauch schien fast zu platzen.
Peinlich war ihm das zwar, doch er sagte sich:“ Hier kennt dich ja niemand.“
Mit freudiger Erwartung, wenn auch mit aufgeblähtem Bauch, fuhr er seinem Urlaubsort entgegen.

Kragenknopf, Gießkanne, Kamm
 

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