auf die zukunft

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anbas

Mitglied
auf die zukunft

laufe mein kind
laufe dem alten fort
laufe voran
auf neuen wegen
verlasse die spurrillen
des gewohnten trotts

renne mein kind
renne um dein leben
renne voran
für unser aller zukunft
als hoffnung
dieses planetens

gehe mein kind
gehe aus dir heraus
gehe voran
in eine bessere welt
die noch möglich ist
allen unkenrufen zum trotz

bleibe standhaft mein kind
bleibe unbeirrbar
bleibe unbequem
gegenüber den verwaltern
der scheinbaren sachzwänge

trete zu mein kind
trete die hindernisse ein
trete beherzt auf
bei jedem deiner schritte

ja trete zu mein kind

zur not
auch mir und den anderen
älteren gewohnheits-phlegmatikern
auf die füße und
in den arsch
 

anbas

Mitglied
Hallo Noah,

vielen Dank für die positive Rückmeldung und die Sternchen.



Hallo Label, hallo Tula,

Dank an Euch für das erhöhte Sternenaufkommen!



Liebe Grüße in die Runde

Andreas
 

blackout

Mitglied
Ja, das wünscht man jedem Kind, ein besseres Leben als das eigene. Insofern sagst du in diesem Gedicht nichts, was irgendwie die Aufmerksamkeit des Lesers bewegen könnte, es wird schlicht erwartet, dass der Erwachsene diese Wünsche für das Kind hat. Als Gedicht an das Kind, ihm gute Wünsche auf den Weg durch das Leben mitgebend, ist mir der Text zu dünn. Aber da es sich um ein Gedicht handelt, hätte ich auch ein paar lyrische Elemente erwartet, statt dessen lese ich hier eine Ansammlung von Klischees.

blackout
 

Label

Mitglied
Lieber anbas

gefällt mir, dein Gedicht.
besonders gut gefallen mir die jeweils ersten 3 Verse, das wirkt sehr eindrücklich.
mit der Reihenfolge laufe, renne, gehe, stehe, trete, beschreibt die Intensität der Handlungsaufforderung eine Wellenform um recht energisch zu enden. Raffiniert gemacht.
Inhaltlich sähe es so im Idealfall aus.
Aber Kinder erben unsere Schwächen und die Stärken natürlich auch.
Schon immer haben Menschen der nachkommenden Generation aufgebürdet, ihre Fehler auszubügeln oder wett zumachen.

PS diesen Kommentar habe ich zur Sternzeit geschrieben aber versehentlich nicht abgesandt. Die neue LL merkt sich das aber und so kommst du in den Genuss von Schneckenpost :p
 
Zuletzt bearbeitet:

anbas

Mitglied
Hallo blackout,

Danke für Deine Rückmeldung. Es geht in diesem Text allerdings nicht darum, einem Kind gute Wünsche auf den Weg zu geben. Es ist eher der Wunsch, dass es dem Kind gelingt, den Dreck in Ordnung zu bringen, den ihm die Generationen zuvor überlassen haben. Es ist auch eine, wenn auch indirekte Anerkennung der "Friday-for-future-Bewegung" und den anderen Initiativen, die zum Glück immer stärker werden. Und irgendwo ist da auch die Hoffnung, dass sich ältere Generationen, wie z.B. das LyrIch, noch mal aufraffen und auch etwas unternehmen.



Hallo Label,

immerhin ist die Post angekommen ;).

Auch Dir danke ich für Dein Feedback. Es ist, wie Du schreibst, der Idealfall. Im Idealfall würde das Kind dann natürlich auch noch die ältere Generation mitreissen ... Aber dazu muss wahrscheinlich noch viel mehr passieren ...



Liebe Grüße an Euch beide

Andreas
 

Ulritze

Mitglied
laufe - renne - gehe - bleibe standhaft - trete zu...

Kein Wunsch an "das Kind" für "ein besseres Leben als das eigene", wie blackout das Gedicht deutet.
Vielmehr Ermutigung, Aufforderung - gerichtet an die nächste Generation.
Klar strukturiert. Starke Aussage. Künstlerisch gelungen.
 

Cellist

Mitglied
Könnte ich meiner Tochter zeigen ... tue ich aus Eigenschutzgründen lieber nicht!

;)Im Ernst: Gefällt mir gut, lieber Anbas! Gerade als Vater einer 13Jährigen finde ich die Thematik hochinteressant, wenn auch teilweise unbequem.
 

anbas

Mitglied
Hallo Ulritze und Herbert,

ich danke Euch für Eure positiven Rückmeldungen.



Hallo Cellist,

Danke auch für Deine Rückmeldung.

Bei dem letzten Teil habe ich sehr lange überlegt, ob ich ihn bringen soll - auch aufgrund von Selbstschutzgedanken :D.



Herbert, Cellist und Klaatu - Danke für die Erweiterung des Sternenhimmels in diesem Gedicht :).



Liebe Grüße

Andreas
 

blackout

Mitglied
Dir, Anbas, würde ich raten, dich mal etwas tiefgründiger mit dem Thema zu befassen. Frag dich: Warum wohl reagiert die Bundesregierung positiv auf FFF? Und noch dazu angesichts der Gefahren mit unzureichenden Mitteln? Das Geschäft mit dem Klimawandel spült in den bundesdeutschen Staatshaushalt unzählige Milliarden, ein Riesengeschäft und ein Riesenbetrug an den Völkern. Und China, noch seine fünf Sinne beisammen habend, zum Beispiel lacht sich über die Bundesregierung halb krank. Also das CO2 ist es nicht. Wer Chemieunterricht hatte, weiß, dass das Leben auf der Erde unbedingt CO2 benötigt. Übrigens gibt es Untersuchungen, dass Deutschland in den letzten Jahren sehr viel grüner geworden ist, und damit sind nicht die Grünen unter Habeck gemeint. Du trimmst dein Kind schon mal vorbeugend darauf, dass es immer, wenn es schon protestieren muss, dies immer staatstragend tut. Es ist schon erstaunlich, mit welchem Eifer, welcher Bereitwilligkeit die Gesellschaft auf Machenschaften der Obrigkeiten hereinfällt, mit denen sie von den wirklichen Bedrohungen abgelenkt werden soll. Der Protest gegen den Klimawandel überschwappt jeden Protest gegen den in akuter Vorbereitung befindlichen Krieg gegen Russland. Schon mal daran gedacht?

blackout
 

wüstenrose

Mitglied
Hi anbas,
dein Gedicht startet eher etwas behäbig, um dann doch eine m.E. überraschende Wendung zu nehmen. Das hat mich schon mal beim ersten Lesen angesprochen.
Und was ich jetzt noch lobend ergänzen will: Es lässt sich durchaus von Anfang bis Ende auch als Dialog mit dem "inneren Kind" lesen ("Inneres Kind" ist, glaube ich, inzwischen kein allzu exotischer Begriff mehr, auch die auf Wikipedia zu findende Definition des Begriffes scheint dies nahezulegen). Ich jedenfalls tue dies gerne und ergänze für mich selber angesichts der Lektüre: Meine Güte, was bist du für ein phlegmatischer, immer in den altbekannten Bahnen feststeckender alter Sack geworden! So gelesen, berührt dein Gedicht ganz unmittelbar.

lg wüstenrose
 

anbas

Mitglied
Hallo blackout,

danke für die Anregung.



Hi wüstenrose,

behäbiger Anfang? - Nun gut - im Vergleich zu dem Tempo, das diesese Gedicht aufnimmt, kann man das wohl so sehen ;).

Das innere Kind hatte ich hierbei zwar nicht im Blick - aber Du hast Recht. Danke für diese "Perspektiv-Erweiterung"!



Hallo Klaatu und Lap,

über Eure Wertungen habe ich mich sehr gefreut!



Liebe Grüße in die Runde

Andreas
 

HerbertH

Mitglied
Dir, Anbas, würde ich raten, dich mal etwas tiefgründiger mit dem Thema zu befassen. Frag dich: Warum wohl reagiert die Bundesregierung positiv auf FFF? Und noch dazu angesichts der Gefahren mit unzureichenden Mitteln? Das Geschäft mit dem Klimawandel spült in den bundesdeutschen Staatshaushalt unzählige Milliarden, ein Riesengeschäft und ein Riesenbetrug an den Völkern. Und China, noch seine fünf Sinne beisammen habend, zum Beispiel lacht sich über die Bundesregierung halb krank. Also das CO2 ist es nicht. Wer Chemieunterricht hatte, weiß, dass das Leben auf der Erde unbedingt CO2 benötigt. Übrigens gibt es Untersuchungen, dass Deutschland in den letzten Jahren sehr viel grüner geworden ist, und damit sind nicht die Grünen unter Habeck gemeint. Du trimmst dein Kind schon mal vorbeugend darauf, dass es immer, wenn es schon protestieren muss, dies immer staatstragend tut. Es ist schon erstaunlich, mit welchem Eifer, welcher Bereitwilligkeit die Gesellschaft auf Machenschaften der Obrigkeiten hereinfällt, mit denen sie von den wirklichen Bedrohungen abgelenkt werden soll. Der Protest gegen den Klimawandel überschwappt jeden Protest gegen den in akuter Vorbereitung befindlichen Krieg gegen Russland. Schon mal daran gedacht?

blackout
Sorry, aber das mit dem "Krieg gegen Russland" halte ich für - Unsinn...
 

Mondnein

Mitglied
Die Zeiten, wo die Kinder aus der beklemmenden Bravheit herausgeführt wurden, liegen schon eine gute Generation, eher zwei, zurück. Das Lied kommt 50 Jahre zu spät. Heute hat es andere Situationen und Umgebungen.

"verlasse die spurrillen
des gewohnten trotts"

Dann klingt die Schallplatte nicht mehr.

"renne mein kind
renne um dein leben
renne voran
für unser aller zukunft"

Vor drei Wochen rannte so ein von seinen Eltern ermutertes Kind meiner Frau in den Bauch, als sie gerade ein Tapblett mit Getränken zu ihren Gästen bringen wollte. Sie lag eine Woche lang krank darnieder.
Natürlich gab es weder Entschuldigung noch Hilfe von den sorglosen Eltern. Sie verließen das Café ohne z.B. die Scherben, die Pfütze, die Verletzungen zu bereinigen oder wieder gut zu machen. Nicht mal ein Trinkgeld.

Ach so, es ist ja für unser aller Zukunft.
 

Cellist

Mitglied
Vor drei Wochen rannte so ein von seinen Eltern ermutertes Kind meiner Frau in den Bauch, als sie gerade ein Tapblett mit Getränken zu ihren Gästen bringen wollte. Sie lag eine Woche lang krank darnieder.
Natürlich gab es weder Entschuldigung noch Hilfe von den sorglosen Eltern. Sie verließen das Café ohne z.B. die Scherben, die Pfütze, die Verletzungen zu bereinigen oder wieder gut zu machen. Nicht mal ein Trinkgeld.

Ach so, es ist ja für unser aller Zukunft.
Gibt es, Mondnein, gibt es ... und vielleicht mehr als früher. Aber du willst damit nicht sagen, dass es heute die Regel ist, oder?
Vor drei Wochen rannte so ein von seinen Eltern ermutertes Kind meiner Frau in den Bauch, als sie gerade ein Tapblett mit Getränken zu ihren Gästen bringen wollte. Sie lag eine Woche lang krank darnieder.
Natürlich gab es weder Entschuldigung noch Hilfe von den sorglosen Eltern. Sie verließen das Café ohne z.B. die Scherben, die Pfütze, die Verletzungen zu bereinigen oder wieder gut zu machen. Nicht mal ein Trinkgeld.

Ach so, es ist ja für unser aller Zukunft.
Gibt es, Mondnein, gibt es ... aber du willst damit doch nicht sagen, dass das heute die Regel ist? So viel anders als früher ist das Heute doch gar nicht. ;)
 

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