Auf Dornen gebettet. - Sonett in Amphibrachien

Walther

Mitglied
Auf Dornen gebettet.

Du gingst durch die Rosen, an Dornen die Träume,
An Strümpfen die Kletten, sie klangen wie Ketten;
Du kamst an die Tür, und es öffneten Räume
Die Fenster ins Dunkle: Da war nichts zu retten,

Da gab es kein Leben, da waren nur Tote,
Da fehlten die Wände, es wohnte kein Hoffen
In all diesen Schluchten; es glühte die rote,
Die frühere Sonne, auch sie war getroffen,

Wie ihr ging’s dem Mond; wo nur waren die Kinder,
Die gestern noch spielten, wo waren die Katzen,
Die Hunde, die Hasen! Es nahm sie der Schinder;
Er hat die Gesichter von Schändern, die Fratzen

Von Mördern und folgt deiner Spur durch den Garten:
Er kann, dich zu töten, schon kaum mehr erwarten.
 
Zuletzt bearbeitet:



 
Oben Unten