Auflösung

trivial

Mitglied
Wer bin ich?
Wer wollte das wissen?
Gerade wusste ich –
war ich es noch.
Aber wer bin ich?

...und was riecht hier so?

Wut über die Scham und
Scham über die Wut.

Warum schmeckt es so –
so angebrannt?

Süße Angst, fast
zum Begreifen nah
in vergorener Schale,
als vergoldeter Appell
trunken

trunken
wüchse in mir der Kern.

Wer sollte es wissen –
macht es einen Unterschied?
 
Zuletzt bearbeitet:

Scal

Mitglied
Wer bin ich?
Wer wollte das wissen?
Gerade wusste ich –
war ich es noch.
Aber wer bin ich?

Lyrik und Philosophie.
Schürfen im Bergwerk des Fragens.
Höhlen und Höhen. Nur für Schwindelfreie.
Ich bin die Schürfwunde im Bergwerk des Fragens.

Die Schürfwunde der Paradoxie. Ein vergoldeter Appell?

Ich bin das Denken, das weiß, dass es das Denken ist, das denkt – das Denken, das weiß, dass es das gedacht hat – indem es denkt. Ich bin ein denkendes Wollen, das sich seiner selbst bewusst zu werden sucht.

Trunken wüchse, wenn ...

Lambert Wiesing in seinem Buch „Ich für mich“: „Weil es meine Wahrnehmung gibt, gibt es mich in der Welt“.
"Scham": Wahrnehmung, "Wut": Wahrnehmung, "Angst": Wahrnehmung, "zum Begreifen nah": Wahrnehmung.

Erhellend auch, fällt mir grade ein (Situation): "Jakob Brüssermann, Sein und Situation."

Habe ich jetzt ein Gedicht auf herkömmliche Weise begutachtet, beurteilt? Nö, kaum.

Lieben Gruß
Scal
 

trivial

Mitglied
Lieber Scal,

Du hast es für Dich nutzbar gemacht, wahrgenommen und Deine Gedanken darauf angebaut.

Du hast ihm seinen Platz in Deinem Denken zugewiesen und dorthin zurückgebracht, wo es in Deinem System eingebunden werden konnte.

Könnte jemand schöner begutachten, als etwas für sein Denken fruchtbar zu machen, oder ehrlicher beurteilen, als ihm einen Ort innerhalb seines Denkens zuzuweisen?

Es mag nicht die traditionelle, ritualisierte Methode sein, aber sie macht aus Notwendigkeit eine Möglichkeit.

Dafür möchte ich Dir danken und hoffe, es Dir gleichtun zu können.

Liebe Grüße
Rufus
 



 
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