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Ausfahrt

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Walther

Mitglied
Ausfahrt


Das Segel zog ich auf am Masten,
Um in den Wind zu drehen.
Die Leichtigkeit verbarg die Lasten.
Das Ende war zu sehen,

Die Linie, dort am Horizont.
Die Böe blies nur kurz.
Die See lag glatt und warm besonnt.
Der Vögel jäher Sturz

Aus hellem Blau ins dunkle Blau -
Ich stand allein am Steuer.
Die Reling schlug ein starkes Tau.
Gefährte, und ein treuer -

Es spielte vorne ein Delfin.
Das Fernglas gab den Augen
Den Blick zu fernen Ländern hin,
Um sich dran festzusaugen.
 

anbas

Mitglied
Lieber Walther,

kennst Du das: Da ist ein Text, der Dir grundsätzlich gut gefällt, aber eine Stelle stößt Dir so auf, dass damit der gesamte gute Eindruck flöten geht; gleichzeitig denkst Du Dir, dass Deine Gedanken in die Rubrik "Erbsenzählerei" gehören?

So geht es mir mit diesem Gedicht.

Es ist das Wort "Steuer". Du benutzt durchgehend die seemännische Terminologie und stehst dann plötzlich am "Steuer" anstatt am "Ruder". Da kann ich einfach nicht drüber hinweg lesen - mag sein, dass es auch daran liegt, dass ich als gebürtiger Kieler, der und nun schon seit über vierzig Jahren in Hamburg wohnt, immer wieder dem Thema "Seefahrt" und allem drumherum begegnet bin :D. Doch das wird es nicht alleine sein.

Ein weiterer, für mich aber nicht so ausschlaggebender Kritikpunkt ist der unsaubere Reim "Delfin" - "hin" (zumindest im Hochdeutschen - hab aber sicherheitshalber auch im Reimlexikon nachgeschaut ;)). Wären in den übrigen Versen die Reime von Z1 und Z3 keine sauberen Reime, wäre es überhaupt kein Problem.

Wie gesagt, eigentlich ein schönes Gedicht ...


Liebe Grüße

Andreas
 
Eine Frage an anbas:

Muss der Text des Chores in dem „Fliegenden Holländer“ umgeschrieben werden?

Steuermann! Lass die Wacht!
Steuermann! Her zu uns!
Ho! He! Je! Ha!
Hisst die Segel auf! Anker fest!
Steuermann, her!

In [blue]Rudermann[/blue]! Lass die Wacht

Gruß,
Marie-Luise
 

anbas

Mitglied
Nein, liebe Marie-Luise, muss es nicht :D.

In der Tat heißt derjenige, der am Ruder steht "Steuermann".

Sollte ich aber grundsätzlich falsch liegen, so bitte ich um achdienliche Hinweise und die entsprechenden Quellen :D.

Liebe Grüße

Andreas
 

anbas

Mitglied
Lieber Walther,
Die prädikatlose Stelle

quote:Gefährte, und ein treuer -

verstehe ich nicht, zumal sie weder an den vorherigen Vers anschließt noch in den folgenden übergeht.
An der Stelle bin ich auch etwas gestolpert. Ich sehe allerdings schon den Bezug zum Delfin, der im nächsten Vers auftaucht. So richtig glücklich finde ich den Übergang allerdings auch nicht.

Gruß

Andreas
 

Walther

Mitglied
Lieber anbas,

das mit der steuer(rad) sehe ich naturgemäß nicht so, da es ein rad ist. ich bin kein echter skipper, daher magst du recht haben. stehen bleiben muß das wort dennoch. ;)

der reim in s4v1 und v3 - das ist in der nicht ganz falsch. das bild ist allerdings sehr wichtig. also auch hier: bleibt. mit der kritik muß ich leider leben.

danke fürs reinlesen und partiell positiv kommentieren! :)

lieber gruß W.


liebe Marie-Luise, lieber mondnein,

daher habe ich das mit dem steuer ja so geschrieben. :)

lieber gruß W.


lieber mondnein,

das "Gefährte" bezieht sich auf den delfin. vielleicht sollte ich den gedankenstrich durch einen doppelpunkt ersetzen - das mache ich gleich mal ...

lieber gruß W.
 

Walther

Mitglied
Ausfahrt


Das Segel zog ich auf am Masten,
Um in den Wind zu drehen.
Die Leichtigkeit verbarg die Lasten.
Das Ende war zu sehen,

Die Linie, dort am Horizont.
Die Böe blies nur kurz.
Die See lag glatt und warm besonnt.
Der Vögel jäher Sturz

Aus hellem Blau ins dunkle Blau -
Ich stand allein am Steuer.
Die Reling schlug ein starkes Tau.
Gefährte, und ein treuer:

Es spielte vorne ein Delfin.
Das Fernglas gab den Augen
Den Blick zu fernen Ländern hin,
Um sich dran festzusaugen.
 
Hallo Walther,

Mit dem Gefährten komme ich auch nicht klar.

Ich hätte geschrieben:

Aus hellem Blau ins dunkle Blau -
Ich stand allein am Steuer.
Die Reling schlug ein starkes Tau.
Wie ein Gefährte, ein ganz treuer,

so spielte vorne ein Delfin.
Das Fernglas gab den Augen
Den Blick zu fernen Ländern hin,
Um sich dran festzusaugen.

Gruß,
Marie-Luise
__________________
 

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