klausKuckuck
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Tom Düsing erwachte in einem Zimmer, das ihm fremd war. Es war sein Schlafzimmer, keine Frage, auf der Tapete fand sich noch immer der hässliche Rußfleck, und Tom fragte sich wie jedesmal beim Aufwachen auch an diesem Montagmorgen, wie der Fleck dorthin gekommen sein mochte. Aber war dieser Raum noch sein Schlafzimmer? Es kam ihm so vor, als hätten die Zimmerwände sich über Nacht zusammengeschoben und seien näher auf ihn zugerückt, und die Decke über ihm habe sich gesenkt. Tom überlegte, ob er den Zollstock aus seinem Handwerkskasten holen sollte, um eine vergleichende Messung vorzunehmen. Weil er die genauen Zimmermaße aber nicht im Kopf hatte, verwarf er den Gedanken.
Der Tag verlief für Tom Düsing wie alle Tage. Abends vor dem Einschlafen inspzierte er noch einmal seine Wohnung. Ein Blick rundum sagte ihm, seit dem Morgen hatte sich nichts verändert. Dennoch versank er in unruhige Träume, in denen er sich selbst im Gespräch mit dem Rußfleck sah, vielmehr mit der Nachbarin Studelmann, die aus dem Rußfleck traumgaukelnd herausguckte.
Beim Aufwachen am nächsten Morgen hatten sich die Zimmerwände weiter zusammengeschoben. Die Decke über Tom hatte sich tiefer gesenkt.
Nach dem Frühstück rief er in der Praxis seines Hausarztes an. Es wurde ihm ein Termin zugeteilt, und er tröstete sich mit der Gewissheit, dass er in spätestens einer Woche mit einer Erklärung des Arztes rechnen konnte, die ihn aus allen Verwirrungen herausholen würde.
Mit großer Gelassenheit stieg Tom Düsing am Abend in sein Birkenholzbett.
Als er am nächsten Morgen erwachte, waren die Zimmerwände bedrohlich nah auf ihn zugerückt und hielten ihn nun eng umschlossen. Aufstehen schien ihm unmöglich, an der tief hängenden Zimmerdecke hätte er sich den Kopf gestoßen.
Punkt neun Uhr meldete sich über das Telefon (das jetzt, wie es den Anschein hatte, unter dem Bett stand) die Zeitansage. Um elf Uhr sprach die Nachbarin Studelmann auf die Mailbox und erkundigte sich nach Toms Wirbelsäule. Tom Düsing schüttelte den Kopf, denn er hatte mit Frau Studelmann noch nie über seine Wirbelsäule gesprochen, ja, er fragte sich, ob er überhaupt je ein Wort mit ihr gewechselt hatte.
Gestern hat man Tom Düsing auf dem Nordfriedhof zu Grabe getragen. Pfarrer Möllenbach erinnerte Frau Studelmann, die als einziger Trauergast gekommen war, mit einem Goethewort an alles Vergängliche und das Unbeschreibliche, das hier getan sei, wie der Pfarrer es ausdrückte.
Der Tag verlief für Tom Düsing wie alle Tage. Abends vor dem Einschlafen inspzierte er noch einmal seine Wohnung. Ein Blick rundum sagte ihm, seit dem Morgen hatte sich nichts verändert. Dennoch versank er in unruhige Träume, in denen er sich selbst im Gespräch mit dem Rußfleck sah, vielmehr mit der Nachbarin Studelmann, die aus dem Rußfleck traumgaukelnd herausguckte.
Beim Aufwachen am nächsten Morgen hatten sich die Zimmerwände weiter zusammengeschoben. Die Decke über Tom hatte sich tiefer gesenkt.
Nach dem Frühstück rief er in der Praxis seines Hausarztes an. Es wurde ihm ein Termin zugeteilt, und er tröstete sich mit der Gewissheit, dass er in spätestens einer Woche mit einer Erklärung des Arztes rechnen konnte, die ihn aus allen Verwirrungen herausholen würde.
Mit großer Gelassenheit stieg Tom Düsing am Abend in sein Birkenholzbett.
Als er am nächsten Morgen erwachte, waren die Zimmerwände bedrohlich nah auf ihn zugerückt und hielten ihn nun eng umschlossen. Aufstehen schien ihm unmöglich, an der tief hängenden Zimmerdecke hätte er sich den Kopf gestoßen.
Punkt neun Uhr meldete sich über das Telefon (das jetzt, wie es den Anschein hatte, unter dem Bett stand) die Zeitansage. Um elf Uhr sprach die Nachbarin Studelmann auf die Mailbox und erkundigte sich nach Toms Wirbelsäule. Tom Düsing schüttelte den Kopf, denn er hatte mit Frau Studelmann noch nie über seine Wirbelsäule gesprochen, ja, er fragte sich, ob er überhaupt je ein Wort mit ihr gewechselt hatte.
Gestern hat man Tom Düsing auf dem Nordfriedhof zu Grabe getragen. Pfarrer Möllenbach erinnerte Frau Studelmann, die als einziger Trauergast gekommen war, mit einem Goethewort an alles Vergängliche und das Unbeschreibliche, das hier getan sei, wie der Pfarrer es ausdrückte.
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