Noch bevor ich eigentlich richtig hingeschaut hatte, stieg mir die Hitze ins Gesicht.
„Das ist Ray!“
Ich ging ein paar Schritte weiter, mit weichen Knien, dann schaute ich zurück. Es bestand kein Zweifel.
Die Frisur war jetzt anders, sie hatte einen richtigen Schopf aus Haaren, nicht mehr Undercut wie damals. Und die Haare waren jetzt türkis. Ich hatte sie immer nur mit roten Haaren gesehen.
Aber es war ihr kleiner, zerbrechlicher Körper, ihre blasse, zarte Haut. Und die schwarzen Klamotten, die ihr viel zu groß waren.
Sie saß mit zwei Jungen auf der Wiese und unterhielt sich. Ich war zu weit entfernt, um ihre Stimme zu hören.
Ich blickte sie noch einige Sekunden lang an, beobachtete ihre Bewegungen.
Bewegungen, die nur sie auf diese Weise machte.
Gleichzeitig zerbrechlich, vornehm und lässig.
Dann riss ich meinen Blick gewaltsam los und lief davon. Kurz bevor ich den Schlosspark durch die Theaterpassage verließ, schaute ich noch mal um. Sie war jetzt aufgestanden und schien im Begriff, den Park ebenfalls zu verlassen.
„Wenn ich jetzt ein bisschen langsam mache, überholt sie mich.“
Während ich das dachte, fühlte ich keine Aufregung. Nur Wehmut. Ich wusste, dass ich es nicht tun würde.
Ich beeilte mich, lief die Passage Richtung Bahnhof und nahm fünf Minuten später die S4 nach Hause.
Während der halbstündigen Heimfahrt holte ich mein Smartphone kein einziges Mal aus der Tasche. Ich schaute auch nicht aus dem Fenster.
Am nächsten Tag schrieb ich Arek auf WhatsApp. Wir hatten uns seit mehreren Monaten nicht mehr geschrieben.
„Hey Arek. Lange nichts von dir gehört. Wie geht es dir?“
Die Antwort kam schon nach wenigen Sekunden.
„Vincent!! Ich freue mich, dich zu hören. Mir geht es gut und dir? Ich oft an dich gedacht und an Klinik“
Ich lächelte. Arek war damals einer meiner engsten Bekannten gewesen.
„Mir auch. Rate mal, wen ich gestern um 0:30 Uhr im Schlosspark gesehen habe. Ray.“
Der Haken wurde sofort blau, aber für einige Minuten kam keine Antwort. War es merkwürdig von mir gewesen, ihm das zu schreiben? Aber ich hatte Arek das mit Ray erzählt. Und immerhin war auch er damals einer ihrer engsten Kontakte in der Klinik gewesen.
Schließlich antwortete er: „Das ist aber schön. Aber es ist eine sehr, sehr große Zufall, dass ihr seid beide um diese Zeit in Park“
Nach einer halben Minute kam eine weitere Nachricht: „War es wirklich eine Zufall?“ Großer Lachsmiley.
Ich schrieb schnell: „Natürlich war es Zufall. Was meinst du denn mit der Frage?“
Aber Arek antwortete nicht mehr.
An diesem Abend nahm ich um 23:37 Uhr wieder die Bahn Richtung Hauptbahnhof.
Während der Fahrt hörte ich Musik.
Als ich da war, nahm ich die Rolltreppe nach oben und lief langsam an den vielen kleinen Läden im Bahnhof vorbei. Ich hatte noch Zeit. Es war immer noch sehr viel los, obwohl schon fast Mitternacht war.
Vor „Yormas“ standen wie immer zwei junge, südländisch aussehende Männer, die scheinbar unmotiviert herumstanden.
Der eine versuchte, Blickkontakt zu mir zu bekommen. Ich hatte schon ein paar Mal Graß bei ihm gekauft, aber heute hatte ich kein Interesse.
Ich lief Richtung Park und scannte die Gesichter von allen, die mir entgegenkamen.
Der Park war jetzt praktisch menschenleer.
Bei den Treppen stand die gleiche Gruppe zwielichtiger Gestalten, die einfach immer hier waren und Musik aus einer Box hörten.
Ansonsten noch eine Gruppe von sechs jungen Leuten, die auf der Wiese saßen.
Keiner von ihnen hatte blaue Haare.
Ich zündete mir eine Zigarette an und lief sehr langsam Richtung Schlossplatz. Dann wieder zurück zum Park. Das wiederholte ich einige Male.
Ich nahm die Bahn um 2:09 Uhr nach Hause.
Ich hörte Musik und schaute aus dem Fenster, auch wenn ich praktisch nur vorbeifliegende Lichter erkennen konnte.
„Es war heute Abend viel kühler als gestern. Logisch, dass sie nicht da war.“
Ich streckte mich und gähnte.
Dann dachte ich noch: „Jedenfalls muss ich mir gleich morgen ein Monatsticket kaufen.“
„Das ist Ray!“
Ich ging ein paar Schritte weiter, mit weichen Knien, dann schaute ich zurück. Es bestand kein Zweifel.
Die Frisur war jetzt anders, sie hatte einen richtigen Schopf aus Haaren, nicht mehr Undercut wie damals. Und die Haare waren jetzt türkis. Ich hatte sie immer nur mit roten Haaren gesehen.
Aber es war ihr kleiner, zerbrechlicher Körper, ihre blasse, zarte Haut. Und die schwarzen Klamotten, die ihr viel zu groß waren.
Sie saß mit zwei Jungen auf der Wiese und unterhielt sich. Ich war zu weit entfernt, um ihre Stimme zu hören.
Ich blickte sie noch einige Sekunden lang an, beobachtete ihre Bewegungen.
Bewegungen, die nur sie auf diese Weise machte.
Gleichzeitig zerbrechlich, vornehm und lässig.
Dann riss ich meinen Blick gewaltsam los und lief davon. Kurz bevor ich den Schlosspark durch die Theaterpassage verließ, schaute ich noch mal um. Sie war jetzt aufgestanden und schien im Begriff, den Park ebenfalls zu verlassen.
„Wenn ich jetzt ein bisschen langsam mache, überholt sie mich.“
Während ich das dachte, fühlte ich keine Aufregung. Nur Wehmut. Ich wusste, dass ich es nicht tun würde.
Ich beeilte mich, lief die Passage Richtung Bahnhof und nahm fünf Minuten später die S4 nach Hause.
Während der halbstündigen Heimfahrt holte ich mein Smartphone kein einziges Mal aus der Tasche. Ich schaute auch nicht aus dem Fenster.
Am nächsten Tag schrieb ich Arek auf WhatsApp. Wir hatten uns seit mehreren Monaten nicht mehr geschrieben.
„Hey Arek. Lange nichts von dir gehört. Wie geht es dir?“
Die Antwort kam schon nach wenigen Sekunden.
„Vincent!! Ich freue mich, dich zu hören. Mir geht es gut und dir? Ich oft an dich gedacht und an Klinik“
Ich lächelte. Arek war damals einer meiner engsten Bekannten gewesen.
„Mir auch. Rate mal, wen ich gestern um 0:30 Uhr im Schlosspark gesehen habe. Ray.“
Der Haken wurde sofort blau, aber für einige Minuten kam keine Antwort. War es merkwürdig von mir gewesen, ihm das zu schreiben? Aber ich hatte Arek das mit Ray erzählt. Und immerhin war auch er damals einer ihrer engsten Kontakte in der Klinik gewesen.
Schließlich antwortete er: „Das ist aber schön. Aber es ist eine sehr, sehr große Zufall, dass ihr seid beide um diese Zeit in Park“
Nach einer halben Minute kam eine weitere Nachricht: „War es wirklich eine Zufall?“ Großer Lachsmiley.
Ich schrieb schnell: „Natürlich war es Zufall. Was meinst du denn mit der Frage?“
Aber Arek antwortete nicht mehr.
An diesem Abend nahm ich um 23:37 Uhr wieder die Bahn Richtung Hauptbahnhof.
Während der Fahrt hörte ich Musik.
Als ich da war, nahm ich die Rolltreppe nach oben und lief langsam an den vielen kleinen Läden im Bahnhof vorbei. Ich hatte noch Zeit. Es war immer noch sehr viel los, obwohl schon fast Mitternacht war.
Vor „Yormas“ standen wie immer zwei junge, südländisch aussehende Männer, die scheinbar unmotiviert herumstanden.
Der eine versuchte, Blickkontakt zu mir zu bekommen. Ich hatte schon ein paar Mal Graß bei ihm gekauft, aber heute hatte ich kein Interesse.
Ich lief Richtung Park und scannte die Gesichter von allen, die mir entgegenkamen.
Der Park war jetzt praktisch menschenleer.
Bei den Treppen stand die gleiche Gruppe zwielichtiger Gestalten, die einfach immer hier waren und Musik aus einer Box hörten.
Ansonsten noch eine Gruppe von sechs jungen Leuten, die auf der Wiese saßen.
Keiner von ihnen hatte blaue Haare.
Ich zündete mir eine Zigarette an und lief sehr langsam Richtung Schlossplatz. Dann wieder zurück zum Park. Das wiederholte ich einige Male.
Ich nahm die Bahn um 2:09 Uhr nach Hause.
Ich hörte Musik und schaute aus dem Fenster, auch wenn ich praktisch nur vorbeifliegende Lichter erkennen konnte.
„Es war heute Abend viel kühler als gestern. Logisch, dass sie nicht da war.“
Ich streckte mich und gähnte.
Dann dachte ich noch: „Jedenfalls muss ich mir gleich morgen ein Monatsticket kaufen.“