Bauernopfer

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König, Dame, Läufer lauern
und opfern plötzlich einen Bauern.
Dem Gegner scheint der Sieg verbaut.
Da jubeln selbst die Bauern laut!

Waffen werden stolz getragen.
Anstatt zu jammern und zu klagen,
anstatt zu meutern, sich zu wehren
strebt man nach höchsten Krieger-Ehren.

Und während sie noch trunken lallen
Muss einer nach dem andern fallen.
Noch fühlen sich die hohen Tiere
ganz sicher: Sie sind Offiziere!

Doch schlägt der Gegner wie ein Blitz,
wirft sie von ihrem Platzbesitz.
Wer eben noch vom Sieg geträumt
wird gnadenlos jetzt abgeräumt.

Blutig tobt die wilde Schlacht
ganz anders, als man sich´s gedacht.
Selbst die Dame, wie blamabel,
läuft in eine Springergabel.

Nur den König, schlau und alt
lässt das Ganze völlig kalt.
Denn nie wird er ins Grab gefegt,
wird, wenn er matt, nur sanft gelegt.
 

Tula

Mitglied
Hallo Binsenbrecher

Schöne Idee und heiter umgesetzt. Reimtechnisch fällt allerdings die unregelmäßige Verwendung von Trochäus und Jambus auf.
Wie auch immer, gern gelesen.

LG
Tula
 
Danke für Eure freundliche Aufnahme meines Textes!

Wenn die Pointe funktioniert und man nicht direkt über die Versfüße stolpert, dann bin ich schon zufrieden. Versuchte ich mehr, würde es vermutlich Murks.

Grüße, Binsenbrecher
 

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