Bemerkungen zur Gitarre

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Kayl

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Bemerkungen zur Gitarre

Die Gitarre erfreut sich in letzter Zeit zunehmender Beliebtheit. Oft darf man feststellen, dass zwischen Helene Fischer und dem nächsten Cheeseburger eine besinnliche Weile mit dem Saiteninstrument zugebracht wird.
Wie Ausgrabungen in neuerer Zeit bestätigen, haben schon die Cimbern und Teutonen bei Folklore-Abenden ihrer Volkstanzgruppen gitarrenähnliche Instrumente gespielt, bestehend aus Zigarrenkistchen und Frühstücks-Gummis. Einen großen Fortschritt erfuhr die Technik des Gitarrenspiels, als diese Ringe gegen Ende des 14. Jahrhunderts durch Miedergummis ersetzt wurden.
Verspürt man Neigung zum Gitarrenspiel, wende man sich an einen Privatlehrer oder trage sich in die Warteliste einer Musikschule ein, wobei jedoch männliche Anwärter durch die lange Wartefrist oft damit konfrontiert werden, dass ein langer Vollbart frei klingendes Gitarrenspiel unmöglich macht, es sei denn, der Bart wird zu einer Hochfrisur gesteckt oder über der Schulter auf dem Rücken an den unteren Teilen der Hosenträger verknüpft, was aber keinem festlichen Publikum, sondern allenfalls engsten Familienkreisen zugemutet werden sollte.
Die besinnliche Kunst des eigenen Gitarrenspiels als auch die Literatur der alten Meister wie Karkassi, Curalli und Äguador wird sich erschließen, bis nach den ersten Gitarrenstunden das Instrument für immer als Dekorationsstück an der Wand hängt.
Dem Anfänger seien folgende Punkte beigebracht:
• Eine Gitarre besteht aus dem sog. Korpus und den Saiten. Ersterer ist aus dünnwandigem Holz, so dass das Instrument bei Nichtgebrauch zerlegt und beim Anfeuern des Kamins nützlich sein kann. Sinn und Zweck der Saiten ist es, das Schallloch zu versperren, weil andernfalls der Korpus gern als Schlaf- und Nistraum von Goldhamstern, Bisamratten und Meerschweinchen aufgesucht wird.
• Während die 6-saitige Gitarre, der Fingerzahl der rechten Hand entsprechend, den Ansprüchen der meisten Musiker genügt, stellt das 8½-saitige Instrument außerordentliche Anforderungen an Übung und Modulationsfähigkeit. Gleichwohl findet es mehr und mehr Anhänger und erobert zunehmend die Konzertsäle.
• Beim Kauf einer Gitarre wird auch die Beschaffung eines Gitarrenkastens empfohlen, weil er gern als Stau- und Abstellraum für Konserven, Gemüse, Matratzen, nicht gebrauchte Möbel sowie als Kleinwagen-Garage genutzt wird.
• Man stimmt die Gitarre stets mit gestreckten Armen über dem Kopf. Andernfalls geraten leicht die Schnürsenkel in die Mechanik und beeinträchtigen von Anfang an das Konzerterlebnis.
• Oft ist schon in vorkonzertlicher Erregung die Gitarre mit einem Notenständer verwechselt worden, obwohl leicht zu unterscheiden: Eine Gitarre zerbricht, wenn man sich auf sie stellt, ein Notenständer wird lediglich verbogen.
• Ein Vollbad kann bei einer misstönenden Gitarre Wunder wirken: Instrument (mit dem Schallloch nach oben) in die Wanne legen, Wasser mit einer handvoll Chilesalpeter einlaufen lassen, bis die Gitarre reichlich bedeckt ist. Nach ca. 6 Stunden entnehmen, Restwasser aus dem Schallloch abgießen und aufrecht stehend an der Luft trocknen (nicht in der Sonne, nicht am Heizkörper!).
• Vom Tragen einer Krawatte (Herren) oder langer Halsketten (Damen und Herren) ist abzuraten, weil sie leicht in die Saiten geraten und nicht nur den Hörgenuss schmälern, sondern schließlich auch das Durchschneiden der Saiten erforderlich machen, um den Gitarristen vom Instrument zu befreien.
• Bei extrem ausdrucksstarkem Spiel können auch Finger, Ohrmuscheln und Zehen zwischen den Saiten verklemmt werden. Merke: Erfahrene Gitarristen haben stets einen Seitenschneider in der Tasche.
• Man sollte nicht versuchen, während des Gitarrenspiels allzu üppige Mahlzeiten zu sich zu nehmen. Essensreste geraten unter Umständen in den Korpus und verraten sich nach einigen Wochen durch unangenehme Fäulnis. Allenfalls sei beim Spiel der Leersaiten der Griff zur Bierflasche erlaubt.
• Ist auch der Violinbogen zum Gitarrenspiel selten in Gebrauch, erzielt doch Dr. Strinseltal (Musikhochschule Clausthal-Zellerfeld) mit einer handelsüblichen Bügelsäge außerordentliche Erfolge.
Je nach Verwendungszweck und Bauart werden neben der Konzertgitarre noch unterschieden die
• Wandergitarre, dadurch gekennzeichnet, dass sie oft verliehen wird.
• Bassgitarre. Um das Zerreißen der Saiten zu vermeiden, hat man sie dicker ausgeführt und in geringerer Anzahl auf den Korpus gespannt. So entstand das 4-saitige Bassinstrument.
• Westerngitarre mit Stahlsaiten, die Schusswechseln länger standhalten und dadurch in Notfällen zur Deckung dienen können.
• Schlaggitarre, ihr robuster Korpus wird vortrefflich und hauptsächlich als Schlagwaffe gegen unzufriedene Konzertbesucher eingesetzt.
• Elektrische Gitarre. Die auf einfache Art und Weise (Kabeltyp 3x1,5 NYAF) mit dem Netzstrom verbundenen Stahlsaiten reizen zu ausdrucksstarkem, ekstatischem Spiel.
 

hein

Mitglied
Hallo Kayl,

da scheint jemand eine heftige, jedoch sehr kurze, Liebe zur Gitarre gehabt zu haben.

Mich wundert das bisher niemand dazu etwas geschrieben hat.

Ich finde den Text gut-

Gruß
hein
 

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