das meer fließt in den fluss, und das lyrische-ich hebt seine tränen auf. vom meer, zum fluss, zur träne. von der überforderung zur trauer.
neben der unmöglichkeit zu sitzen, statt gegen sie anzurennen, hat ja etwas ruhiges, fast zärtliches, als wäre das unmögliche ein mensch, mit dem man still auf einer bank sitzt!
ganz kniffelig finde ich.... das "aufheben" am ende... trägt quasi drei bedeutungen aufeinmal, die tränen nämlich aufzuheben, diese aufzubewahren, und sie aufzuheben im sinne von beendung. und der zeilenumbruch nach "ich hebe" lässt ja kurz was offen, was gehoben wird, und dieser kleine schwebezustand
ist das eigentliche ereignis des gedichts. wenn man so will, sein eigenes wunderschönstes dilemma - außerdem ist im titel alles bereits in die vergangenheit gelegt, als sei die fließende trauer bereits erlebt. - es macht mich ganz meschugge in der rübe, wie wundervoll...
hm... viel doppelsinn steckt im gedicht! man hält sich, indem man das, was einen überflutet, sorgsam aufbewahrt.
also, sogar noch viel mehr steckt drin. in die kürze liegt die würze! das kannst du wirklich gud
@Ubertas
ich schlich lang und still um dein gedicht! ich wicht!
in letzter zeit las ich einige gedichtbände! dein gedicht hat mich die bände beiseite legen lassen. es besitzt auch eine ausgesprochen schöne
temperatur im sinne von intensität: es ist nicht zu wenig und es ist nicht zu viel und - für mich ja ohnehin immer wichtig - verstört auf eine gewisse ebene, das gedicht wird für einen moment elektrizität. ebenso das level des pathos ist, nach meinem geschmack, genau richtig, egal was und wie, es berührt mich und zieht mich an. wirklich schön! es verdient volle fünf sternierungen!
ich lese im moment keith waldrop! eine ebenso interessante reise, nur irgendwie... anders, aber ebenso interessant.
maren