Wieder einmal geht sein Blick aus dem Fenster, in der Hoffnung, dass das Wetter hält. Die Tage in dieser Jahreszeit sind zwar mild, doch das Wetter kann hier oben sehr unberechenbar sein, insbesondere dann, wenn der Herbst langsam heranrückt. Nicht selten schwebt über den Mulden der Nebel und nimmt jede Sicht. Dann wird der Aufstieg richtig gefährlich, nach seiner Erfahrung unterschätzen viele Wanderer in solchen Momenten die Risiken. Es häuft sich das schlechte Wetter und erneut sind die Leute viel zu mutig, immer wieder sah er die Wacht im Einsatz und musste auch zur Hand gehen. Das Saisonende graut ihm, es ist ein banger Zeitabschnitt. Für ihn, als Wirt, den man bereits vielfach als Bergkamerad, Seelsorger, Reiseführer, Brauchtumspfleger, Eventmanager oder Einsiedler betrachtet hat. Keines ist er. ‚Vor allem ist diese Berghütte keine Partymeile für Vergnügungssüchtige.‘ Leider hat er auch das erlebt. Für seine Haltung hat man ihn bereits elektronisch als Langweiler bewertet. Es ist ihm aber egal.
Trotz des sich wiederholenden Unsinns und einiger Widrigkeiten mag er seine Arbeit, den Umgang mit den Menschen. Mehr als zwei Jahrzehnten betreibt er diese, wie er es bezeichnet, menschliche Festung in der Wildnis. Um ihn herum weitet sich ja die freie Natur. Noch hat sie ihn nicht abgeschreckt. ‚Die Menschen haben sich bemüht sie zu bezwingen, doch ist es ihnen nie gelungen.‘ Überall an den Wänden hängen Fotografien mit Besuchern, von im Sonnenlicht Strahlenden, von solchen, die renommieren und anderen, denen es hier oben einfach gefallen hat. Doch Freundschaften sind über die vielen Jahre nur selten entstanden, im Massenbetrieb verlieren sich die Gesichter, manchmal kommt es sogar vor, dass ihn Leute ansprechen, an die er sich gar nicht erinnert. Zu viele sind es.
Auch in diesem Jahr neigt sich der Ansturm seinem Ende zu. Mit dem Aufräumen beschäftigt, von einer Stelle zur anderen laufend, blickt er gelegentlich umher. Es braucht nur wenig, um das Haus winterfest zu machen. Eifrig läuft er den Gang entlang, da zieht ihn mit einem Mal unerklärlich das sich unter vielen verlierende Foto eines jungen Menschen an. Einer, der an der Schwelle zum Erwachsenwerden steht, nicht mehr Jugendliche, aber auch noch nicht ganz eine junge Frau. Sie zieht eine alberne Grimasse. Eine noch neue Aufnahme hängt an der Wand, denn das Papier ist nicht vergilbt. Er betrachtet kurz das Bild und bald fällt ihm es, dass auf der Rückseite über einer Unterschrift steht: ‚Ich war hier!‘
Es war ungefähr in der Mitte des diesjährigen Frühlings, ein Tag mit einem herrlichen Vormittag, an dem abermals Leute scharenweise heraufströmten und ihm leider das Personal ausfiel. Den ganzen Andrang musste er allein bewältigen, die Berghütte quoll bereits zum späten Vormittag über. Bald gab es nirgends mehr einen Sitzplatz, wer kam musste warten. Zwischen Bedienen und Vertrösten rieb er sich auf. Nur für einen Augenblick war ihm nach Hinschmeißen zumute.
‚Aber am Nachmittag verfinsterte sich Himmel scheinbar plötzlich, immer mehr dunkel Wolken türmten sich auf. Wer jedoch den Wetterbericht vorher verfolgt hatte, den überraschte der bevorstehende Wechsel nicht. Bald fegte der Wind und peitschte der Regen durch das Gebirge. So mancher Wanderer sprang bei schlechter Sicht abenteuerlich den Berg hinauf, um die Hütte fast durchnässt zu erreichen. Bange Stunden vergingen, einige saßen hier oben fest und mancher musste auf dem Boden schlafen. Der eine oder andere schimpfte. Während der Nacht beruhigte sich das Wetter allmählich.‘
Am nächsten Morgen bat ihn aufgeregt eine junge Wanderin, nach ihrer Freundin zu sehen, die unterhalb, in einem Stockbett, geschlafen hatte. Ihr wäre schlecht und sähe gar nicht gut aus. ‚Wahrscheinlich hatte jemand wieder einmal am Abend vorher zu viel gefeiert oder seine Kräfte, die anspruchsvolle Strecke und die Natur falsch eingeschätzt, womöglich mit einer schlechten Ausrüstung.‘ Auch das kommt vor, dachte er. Doch rasch folgte er der Bitte. Und tatsächlich, der Besucher lag blass im Bett und machte einen elenden Eindruck. Auf seine Frage hin, verneinte der Gast irgendetwas zu sich genommen zu haben. Er konnte nicht helfen. Schließlich musste ein Helikopter herbeigerufen werden, um die offensichtlich Kranke möglichst schnell zu versorgen. Ein großes Aufsehen war das für die Anwesenden. Obwohl er die Situation als unnötig erachtete, tat ihm dieser heranwachsende Mensch ein wenig leid. Dann kehrte wieder der übliche Betrieb ein, Menschen, die ein- und ausgingen, nahmen seine ganze Aufmerksamkeit in Anspruch.
Mehrere Wochen später stand ein Ankömmling vor Tür, grüßte ihn und stellt sich vor, so als würde er ihn gut kennen. Seinerseits war es nicht der Fall.
„Sie haben mir vor einiger Zeit wirklich geholfen“, äußerste das Mädchen. „Ohne ihr Zutun wäre die Sache nicht gut ausgegangen. Ich hätte wirklich nicht auf Wanderschaft gehen sollen. Danke und Entschuldigung für die Umstände von damals.“
„Schon recht“, meinte er darauf und glaubte für kurze Zeit in ein enttäuschtes Gesicht zu blicken. Er wollte keine ausladende Unterhaltung, um darin nachzufragen, ob es ihr besser gehe. Was ging es ihn an? Auch mag er sich nicht an jeden Unfug erinnern. ‚Wenn jemand krank ist, dann soll er das Reisen besser unterlassen.‘
Es ist ihm immer noch rätselhaft, warum sie noch einmal heraufgekommen war und, wie er bald in der Übernachtungsliste sah, mehr als eine Übernachtung gebuchtet hatte. ‚Ungewöhnlich‘, findet er. Seine Aushilfe, die für seinen Mitarbeiter eingesprungen war, hatte wohl das so aufgenommen, ohne nachzufragen und ohne ihm davon mitzuteilen.
Da stand nun jemand in seinem Haus, um sich für seine Hilfe zu bedanken – eine Postkarte hätte es auch getan. Kaum angekommen und das Quartier im Zimmer bezogen, begann die Besucherin sich nützlich zu machen. Zu Beginn fiel es ihm gar nicht auf. Ungeniert griff sie zu den Bestellungen und bediente die anderen Gäste. Georg, sein Angestellter, und er bemerkten es nicht sofort, denn eigentlich ist es nichts Besonderes, wenn sich Wanderer untereinander behilflich sind. Um den Begriff Schwarzarbeit schien sich das Mädchen nicht zu kümmern. Sie meinte bloß, dass wir sowieso alle Hände voll zu tun hätten. Ein irrsinnig eigener Kopf. – Leicht fahl sah sie aus, trotzdem sprang sie munter umher und nahm die Leute mit einer strahlenden Lebensfreude rasch ein. Der zusätzliche Tumult war für ihn und seinen Mitarbeiter ärgerlich wie auch beinahe amüsant. Doch man konnte nicht einfach so jemanden einstellen, eine die nach seiner Einschätzung noch keine beruflichen Erfahrungen hatte und vermutlich von Launen gesteuert wurde.
‚Zu einem feinen Besucher, der sich über den Beherbergungsstandard beschwerte, erwiderte sie gut hörbar, in der Höhe gebe es keine Sternehotels.‘ Am liebsten hätte er sie wieder weggeschickt. In der Betriebsamkeit ging ihre Anwesenheit trotzdem unter. Und doch beschlich ihn damals zeitweise das Gefühl, dass etwas mit ihr nicht stimmte. Bald schon riefen Leute bei ihm an, am Anfang unsicher wirkend, dann wohl froh jemanden erreicht zu haben. ‚Es waren die Eltern des Mädchens, ihre Mutter äußerte, die Familie wäre früher schon einige Male gern hierher gewandert. Gleich darauf erkundigten sich beide nach dem Befinden der Tochter. Unmittelbar wollten die Eltern das nicht machen, die Tochter wäre inzwischen schon volljährig und bestehe darauf, selbstständig zu sein.‘ Diesen Eindruck hatte er allerding auch.
Um das Gespräch kurz zu halten, versicherte, er dass es ihr recht gut gehe, denn sie stelle das Haus gerade auf den Kopf. Er wollte schon auflegen, da war ihm, als würde ein Seufzer am anderen Ende der Linie unterdrückt werden. Man wollte ihm etwas sagen, brachte es aber nicht heraus. Mutig erschienen ihm die Eltern nicht. Schließlich folgte eine Entschuldigung, er beschwichtigte beiläufig – während des Sommers trafen noch weitere Vorfälle ein, ein Ereignis überdeckte letztlich das andere. Am übernächsten Tag war junge Wanderin weg. Sein Mitarbeiter richtete aus, dass sie sich gern persönlich verabschiedet hätte, aber er hatte an diesem Tag fortmüssen. Es war ihm nicht ungelegen gekommen, denn ihr Auftritt hätte nicht sein müssen.
Inzwischen ist er hinausgegangen, auf die Terrasse, um die vormittägliche Ruhe zu genießen, nur ein einzelner Besucher sitzt dort draußen, ganz vorne, wo man den besten Ausblick auf die Umgebung hat. Das warme, späte Licht spielt vergnügt vom Platz in die nahen Sträucher hinein. Nicht mehr hitzig, eher so, als würde es sich auf stillere Wochen freuen. Wie gewohnt sortiert er die am Morgen eingetroffene Post. Zeitungen, Rechnungen, die gleich zugeordnet werden, Werbung, auch ein an die Berghütte adressierter Brief. Der Absender ist ihm jedoch nicht bekannt. Als er den Umschlag geöffnet und den Inhalt herausgezogen hat, erfriert ihm nach einem kurzen Überlegen der Atem – die Karte hat einen schwarzen Rahmen.
Trotz des sich wiederholenden Unsinns und einiger Widrigkeiten mag er seine Arbeit, den Umgang mit den Menschen. Mehr als zwei Jahrzehnten betreibt er diese, wie er es bezeichnet, menschliche Festung in der Wildnis. Um ihn herum weitet sich ja die freie Natur. Noch hat sie ihn nicht abgeschreckt. ‚Die Menschen haben sich bemüht sie zu bezwingen, doch ist es ihnen nie gelungen.‘ Überall an den Wänden hängen Fotografien mit Besuchern, von im Sonnenlicht Strahlenden, von solchen, die renommieren und anderen, denen es hier oben einfach gefallen hat. Doch Freundschaften sind über die vielen Jahre nur selten entstanden, im Massenbetrieb verlieren sich die Gesichter, manchmal kommt es sogar vor, dass ihn Leute ansprechen, an die er sich gar nicht erinnert. Zu viele sind es.
Auch in diesem Jahr neigt sich der Ansturm seinem Ende zu. Mit dem Aufräumen beschäftigt, von einer Stelle zur anderen laufend, blickt er gelegentlich umher. Es braucht nur wenig, um das Haus winterfest zu machen. Eifrig läuft er den Gang entlang, da zieht ihn mit einem Mal unerklärlich das sich unter vielen verlierende Foto eines jungen Menschen an. Einer, der an der Schwelle zum Erwachsenwerden steht, nicht mehr Jugendliche, aber auch noch nicht ganz eine junge Frau. Sie zieht eine alberne Grimasse. Eine noch neue Aufnahme hängt an der Wand, denn das Papier ist nicht vergilbt. Er betrachtet kurz das Bild und bald fällt ihm es, dass auf der Rückseite über einer Unterschrift steht: ‚Ich war hier!‘
Es war ungefähr in der Mitte des diesjährigen Frühlings, ein Tag mit einem herrlichen Vormittag, an dem abermals Leute scharenweise heraufströmten und ihm leider das Personal ausfiel. Den ganzen Andrang musste er allein bewältigen, die Berghütte quoll bereits zum späten Vormittag über. Bald gab es nirgends mehr einen Sitzplatz, wer kam musste warten. Zwischen Bedienen und Vertrösten rieb er sich auf. Nur für einen Augenblick war ihm nach Hinschmeißen zumute.
‚Aber am Nachmittag verfinsterte sich Himmel scheinbar plötzlich, immer mehr dunkel Wolken türmten sich auf. Wer jedoch den Wetterbericht vorher verfolgt hatte, den überraschte der bevorstehende Wechsel nicht. Bald fegte der Wind und peitschte der Regen durch das Gebirge. So mancher Wanderer sprang bei schlechter Sicht abenteuerlich den Berg hinauf, um die Hütte fast durchnässt zu erreichen. Bange Stunden vergingen, einige saßen hier oben fest und mancher musste auf dem Boden schlafen. Der eine oder andere schimpfte. Während der Nacht beruhigte sich das Wetter allmählich.‘
Am nächsten Morgen bat ihn aufgeregt eine junge Wanderin, nach ihrer Freundin zu sehen, die unterhalb, in einem Stockbett, geschlafen hatte. Ihr wäre schlecht und sähe gar nicht gut aus. ‚Wahrscheinlich hatte jemand wieder einmal am Abend vorher zu viel gefeiert oder seine Kräfte, die anspruchsvolle Strecke und die Natur falsch eingeschätzt, womöglich mit einer schlechten Ausrüstung.‘ Auch das kommt vor, dachte er. Doch rasch folgte er der Bitte. Und tatsächlich, der Besucher lag blass im Bett und machte einen elenden Eindruck. Auf seine Frage hin, verneinte der Gast irgendetwas zu sich genommen zu haben. Er konnte nicht helfen. Schließlich musste ein Helikopter herbeigerufen werden, um die offensichtlich Kranke möglichst schnell zu versorgen. Ein großes Aufsehen war das für die Anwesenden. Obwohl er die Situation als unnötig erachtete, tat ihm dieser heranwachsende Mensch ein wenig leid. Dann kehrte wieder der übliche Betrieb ein, Menschen, die ein- und ausgingen, nahmen seine ganze Aufmerksamkeit in Anspruch.
Mehrere Wochen später stand ein Ankömmling vor Tür, grüßte ihn und stellt sich vor, so als würde er ihn gut kennen. Seinerseits war es nicht der Fall.
„Sie haben mir vor einiger Zeit wirklich geholfen“, äußerste das Mädchen. „Ohne ihr Zutun wäre die Sache nicht gut ausgegangen. Ich hätte wirklich nicht auf Wanderschaft gehen sollen. Danke und Entschuldigung für die Umstände von damals.“
„Schon recht“, meinte er darauf und glaubte für kurze Zeit in ein enttäuschtes Gesicht zu blicken. Er wollte keine ausladende Unterhaltung, um darin nachzufragen, ob es ihr besser gehe. Was ging es ihn an? Auch mag er sich nicht an jeden Unfug erinnern. ‚Wenn jemand krank ist, dann soll er das Reisen besser unterlassen.‘
Es ist ihm immer noch rätselhaft, warum sie noch einmal heraufgekommen war und, wie er bald in der Übernachtungsliste sah, mehr als eine Übernachtung gebuchtet hatte. ‚Ungewöhnlich‘, findet er. Seine Aushilfe, die für seinen Mitarbeiter eingesprungen war, hatte wohl das so aufgenommen, ohne nachzufragen und ohne ihm davon mitzuteilen.
Da stand nun jemand in seinem Haus, um sich für seine Hilfe zu bedanken – eine Postkarte hätte es auch getan. Kaum angekommen und das Quartier im Zimmer bezogen, begann die Besucherin sich nützlich zu machen. Zu Beginn fiel es ihm gar nicht auf. Ungeniert griff sie zu den Bestellungen und bediente die anderen Gäste. Georg, sein Angestellter, und er bemerkten es nicht sofort, denn eigentlich ist es nichts Besonderes, wenn sich Wanderer untereinander behilflich sind. Um den Begriff Schwarzarbeit schien sich das Mädchen nicht zu kümmern. Sie meinte bloß, dass wir sowieso alle Hände voll zu tun hätten. Ein irrsinnig eigener Kopf. – Leicht fahl sah sie aus, trotzdem sprang sie munter umher und nahm die Leute mit einer strahlenden Lebensfreude rasch ein. Der zusätzliche Tumult war für ihn und seinen Mitarbeiter ärgerlich wie auch beinahe amüsant. Doch man konnte nicht einfach so jemanden einstellen, eine die nach seiner Einschätzung noch keine beruflichen Erfahrungen hatte und vermutlich von Launen gesteuert wurde.
‚Zu einem feinen Besucher, der sich über den Beherbergungsstandard beschwerte, erwiderte sie gut hörbar, in der Höhe gebe es keine Sternehotels.‘ Am liebsten hätte er sie wieder weggeschickt. In der Betriebsamkeit ging ihre Anwesenheit trotzdem unter. Und doch beschlich ihn damals zeitweise das Gefühl, dass etwas mit ihr nicht stimmte. Bald schon riefen Leute bei ihm an, am Anfang unsicher wirkend, dann wohl froh jemanden erreicht zu haben. ‚Es waren die Eltern des Mädchens, ihre Mutter äußerte, die Familie wäre früher schon einige Male gern hierher gewandert. Gleich darauf erkundigten sich beide nach dem Befinden der Tochter. Unmittelbar wollten die Eltern das nicht machen, die Tochter wäre inzwischen schon volljährig und bestehe darauf, selbstständig zu sein.‘ Diesen Eindruck hatte er allerding auch.
Um das Gespräch kurz zu halten, versicherte, er dass es ihr recht gut gehe, denn sie stelle das Haus gerade auf den Kopf. Er wollte schon auflegen, da war ihm, als würde ein Seufzer am anderen Ende der Linie unterdrückt werden. Man wollte ihm etwas sagen, brachte es aber nicht heraus. Mutig erschienen ihm die Eltern nicht. Schließlich folgte eine Entschuldigung, er beschwichtigte beiläufig – während des Sommers trafen noch weitere Vorfälle ein, ein Ereignis überdeckte letztlich das andere. Am übernächsten Tag war junge Wanderin weg. Sein Mitarbeiter richtete aus, dass sie sich gern persönlich verabschiedet hätte, aber er hatte an diesem Tag fortmüssen. Es war ihm nicht ungelegen gekommen, denn ihr Auftritt hätte nicht sein müssen.
Inzwischen ist er hinausgegangen, auf die Terrasse, um die vormittägliche Ruhe zu genießen, nur ein einzelner Besucher sitzt dort draußen, ganz vorne, wo man den besten Ausblick auf die Umgebung hat. Das warme, späte Licht spielt vergnügt vom Platz in die nahen Sträucher hinein. Nicht mehr hitzig, eher so, als würde es sich auf stillere Wochen freuen. Wie gewohnt sortiert er die am Morgen eingetroffene Post. Zeitungen, Rechnungen, die gleich zugeordnet werden, Werbung, auch ein an die Berghütte adressierter Brief. Der Absender ist ihm jedoch nicht bekannt. Als er den Umschlag geöffnet und den Inhalt herausgezogen hat, erfriert ihm nach einem kurzen Überlegen der Atem – die Karte hat einen schwarzen Rahmen.