Berichte der besonderen Art

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anbas

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Berichte der besonderen Art

Lasst uns fiktive Zeitungsartikel schreiben. Und zwar solche, die von vorne bis hinten erstunken und erlogen sind, die aber trotzdem Spaß beim Lesen machen. Sie können grotesk sein, satirisch oder einfach nur "ballaballa". Es dürfen selbstverständlich sämtliche Naturgesetze aufgehoben werden. Hier wird möglich gemacht, was eigentlich unmöglich ist.

Wichtig ist aber, dass die Texte im Stile von Zeitungsartikeln geschrieben werden. Ob es sich hierbei um eine Boulevard-Zeitung, ein Fachblatt, die Kirchenzeitung oder wasauchimmer handelt, bleibt Euch überlassen.
Aber bitte – es geht um Zeitungsartikel und nicht um lange Reportagen ;).

Einige von Euch kennen vielleicht die satirischen Meldungen von "Der Postillion". Im Stile von Zeitungsmeldungen werden dort auch z.T. wirklich großartige humorvolle Beiträge gebracht, die manchmal auf den ersten Blick sogar sehr real zu sein scheinen.
Anderenorts werden Fake News und Verschwörungstheorien produziert. Auch die haben häufiger mal ihren eigenen Unterhaltungswert.

Schreiben und sammeln wir also unsere eigenen "Zeitungsberichte". Natürlich können diese auch an anderer Stelle, wie z.B. "Humor und Satire", gepostet werden – hier aber kann man die gebündelte und immer weiter anwachsende Ausgabe von "Leselupe Spezial" lesen.

Ich wünsche Euch und mir viel Spaß dabei!

Liebe Grüße

Andreas
 

anbas

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Widerstand gewaltsam beendet

Spektakulärer Vorfall in Buxtehude während einer Hausgeburt. Der von seinen Eltern Chantal und Kevin K. sehnsuchtsvoll erwartet Nachwuchs weigerte sich, den mütterlichen Bauch zu verlassen. Erst der hinzugezogene Chirurg Dr. Friedhelm S. konnte Schlimmeres verhindern.


Buxtehude am vergangenen Freitagabend. Bei Chantal K. setzen die Wehen ein. Wie vereinbart wird die Hebamme Anneliese P. informiert. Familie K. hatte sich schon sehr früh für eine Hausgeburt entschieden.

"Zunächst", so Chantal K., "ist alles gut verlaufen. Wir hatten uns doch so auf Jonas gefreut. Aber dann …". Weiter kann die junge Mutter nicht sprechen. Zu tief sitzt der Schock über das, was sie und ihr Mann erleben mussten.

Laut Anneliese P., die von den Eltern gebeten wurde, die dramatischen Ereignisse der letzten Stunden zusammenzufassen, hatte der kleine Jonas bereits seinen Kopf herausgestreckt. Völlig überraschend öffnete er dann die Augen, starrte die Anwesenden an und drückte sich dann in den Bauch der Mutter zurück. Die Anwesenden bestätigen einstimmig, dass kurz danach noch einmal seine Hand nach draußen kam und eine eindeutige Gestik mit ausgestrecktem Mittelfinger machte.

Von da an wehrte sich Jonas gegen alle Bemühungen, seine Geburt weiter fortzusetzen. Erst der herbeigerufene Arzt Dr. Friedhelm S. konnte unter Einsatz schweren chirurgischen Geräts den Widerstand brechen und Schlimmeres verhindern.

Während die Eltern immer noch von einem Kriseninterventionsteam betreut werden, wurde inzwischen eine Sonderkommission, bestehend aus Ärzten, Therapeuten und Vertretern des Jugendamtes, eingesetzt, welche die näheren Umstände untersuchen und mögliche Konsequenzen erörtern soll.
 

anbas

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Hallo Arno,

Danke für den Sternensegen. Ja, ich bin gespannt, wie sich das hier entwickelt.

Liebe Grüße

Andreas
 

hein

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Berliner tagesaktuelle Zeitung

Streik gewaltsam beendet!



Nach einer Meldung des „Buxtehuder Courier“ von gestern wurde dort ein Kind gegen seinen erklärten Willen an die Luft befördert. Dieser Junge hat sich offensichtlich bereits im Mutterleib eingehend mit dem kapitalistischen Unterdrückungsapparat des Staates, in den er hineingeboren werden sollte, befasst und seine Antwort konnte nur lauten: Generalstreik!
Sein Widerstand wurde unter schweren Menschenrechtsverletzungen von dem sogenannten Arzt Dr. Friedhelm S. (den vollen Namen sowie die Privatanschrift finden sie in unserer App!) gewaltsam gebrochen.

Zur Vertuschung der menschenverachtenden Untat und Klärung, wie es überhaupt zu der von der Staatsraison abweichenden Indoktrination des Fötus hatte kommen können, wurde eine sogenannte „Sonderkommission“ aus Ärzten, Therapeuten und Mitarbeitern des örtlichen Jugendamtes gebildet. Nach bisher nicht bestätigten Äußerungen aus diesem Kreis will man ein verstärktes Augenmerk auf die möglichen Auswirkungen elterlicher Vornamen auf die geistige Entwicklung von Nachkommen richten.

Wir werden dieser offensichtlich rechtsfaschistisch angehauchten Gruppe genau auf die Finger sehen und auch die weitere Entwicklung des aufrechten Klassenkämpfers im Blick behalten.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn Felsen weinen - Der Bestseller der Saison

(Nachdruck einer Rezension aus dem Oer-Erkenschwicker Beobachter vom 1. August 2010)

Schon das kann dem Leser den Atem verschlagen: Noch nie hat ein deutscher Verlag so viel für Übersetzungsrechte bezahlt – sage und schreibe 3,7 Millionen Dollar. Doch der Glockenstein-Verlag weiß, es ist gut angelegtes Geld, schließlich stand Wenn Felsen weinen von W. C. Myer monatelang auf den vorderen Plätzen der US-Bestseller-Listen. Die Banken haben das kleine Sümmchen vorgestreckt, die Finanzkrise scheint am Abklingen. Und der Verlag hatte es mit der Verwertung eilig: Ein Team von sieben Übersetzern, die – auch ein Novum – anonym bleiben, hat das gewaltige Werk in nur elf Tagen ins Deutsche übertragen. Schnell aus der Presse und rein in den Strandkorb!

Der Titel bezieht sich auf eine Stelle in der Bibel, und die Hauptcharaktere kommen einem dazu passend wie biblische Gestalten vor: zerrissen, maßlos leidend und für alle Normalbürger große Beispiele. Im Zentrum steht die junge Miriam, zu Beginn sich noch unsicher vorwärts tastend auf der Suche nach dem richtigen Lebensweg. Schockierend die Rückblenden, in denen die Geschichte ihrer Mutter erzählt, nein, uns vor die Füße geworfen wird: Verheiratet mit einem Börsenmakler von Lehman Brothers, den sie für seine anrüchig-profitablen Transaktionen hasst, lässt sie sich scheiden und geht eine neue Ehe mit einem Flugkapitän ein - der sie prompt im Cockpit mit einer Stewardess betrügt, zehntausend Meter über der Barentssee. Da tötet Miriams Mutter die Rivalin im Affekt, wird nach sehr umstrittenem Prozess zum Tod verurteilt, wartet zehn Jahre lang in der Todeszelle …

Erst die Giftspritze bringt – man verzeihe das schiefe Bild, der Artikel muss bald fertig sein – alles ins Rollen. Die trauernde Miriam unterzieht sich einer Geschlechtsumwandlung, wird als Richard („Dick“) Soldat und zieht in den Irakkrieg. Zur gleichen Zeit – und nun alles atemlos, staccatomäßig interruptierend und die Seiten füllend – bricht erst Lehman Brothers zusammen, dann Miriam-Dicks Vater – er geht in sich, wird Buddhist und zieht sich in ein Kloster in den Bergen der Sierra Orientale (Arizona) zurück. Erst Spekulation, dann Meditation – ein Rezept für das 21. Jahrhundert?

Dann der grandiose, noch einmal den Atem verschlagende Schluss: Miriam-Dick verliert bei einem Selbstmordanschlag in Bagdads Grüner Zone beide Unterarme. Mehrere Transplantationsversuche mit den Extremitäten von Toten scheitern. Die Behandlung kostet Unsummen. Offenbar ist der medizinische Fortschritt viel weiter als Obama mit seiner Reform der Krankenversicherung. Um alles Menschenmögliche finanzieren zu können, bringt Miriam-Dicks Vater sein größtes Opfer: Er verlässt die Sierra Orientale und kehrt zurück an die Wall Street (wo die Geschäfte sich inzwischen wieder gebessert haben). Doch als er gerade im alten Stil zu spekulieren beginnt, stirbt die Tochter (der Sohn) den Drogentod. Was dem Leser 793 Seiten lang auf geschickte Weise verborgen blieb: Sie (er) war schon auf Seite 1 Kokainist*in. Erschüttert, beinahe vernichtet legen wir den Band neben uns in den Sand und schließen die Augen. Welt von heute, so bist du – bist du so? Immerhin eine tröstliche Perspektive: Der Buddhist wechselt erneut von der Börse ins Kloster.
 

anbas

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Das geht gut los - ich komme aus dem Grinsen nicht raus.

Danke, Hein, für die Sterne!

Weiterhin frohes Schaffen.

Liebe Grüße

Andreas
 

anbas

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Neues Gastronomie-Konzept sorgt für Unruhe

Gastronomen aus verschiedenen deutschen Großstädten arbeiten derzeit an einem Konzept, welches den Besuch von Restaurants und ähnlichen Lokalitäten revolutionieren könnte. Vor allem die Preisgestaltung und Form der Bezahlung stehen im Mittelpunkt der Überlegungen. Unter dem noch etwas sperrigen und angestaubten Motto "Futtern fast so wie bei Muttern" wird derzeit eine Machbarkeitsstudie vorbereitet. Die Gewerkschaften sind alarmiert.

Kernidee des Konzeptes ist es, dass Gästen künftig die Möglichkeit haben sollen, einen Teil der Rechnung für ihr Essen abzuarbeiten. Neben dem Einsatz als Tellerwäscher kommen auch Arbeiten im Bereich Reinigung, Küchenhilfe und kleine handwerkliche Tätigkeiten infrage. Doch auch die Unterstützung bei Einkäufen, Transporten und Büroarbeit soll möglich sein, soweit die Gäste eine entsprechende Eignung nachweisen können. Über weitere Aufgabenfelder wird noch nachgedacht.
"Hier muss man natürlich aufpassen, dass es zu keinen zwielichtigen Zahlungsmethoden kommt", sagt Gunter F., einer der Initiatoren dieses Projektes.
F. berichtet weiter, dass man sich derzeit nur auf die Gastronomie in Städten konzentrieren möchte, weil das System möglichst flexibel gestaltet werden soll.
"So wäre es zum Beispiel möglich, dass der Gastarbeiter seine Zeche im Lokal eines Mitbewerbers abarbeitet, wenn in dem eigenen Betrieb gerade alle Arbeiten vergeben sind", führt der Betreiber eines Frankfurter Szene-Lokals weiter aus.

Sobald erste Teile dieses Konzeptes bekannt wurden, kündigte die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) massiven Widerstand an. Die Umsetzung dieser Pläne würde viele Arbeitsplätze im Niedriglohnbereich zerstören, so ein Sprecher der Gewerkschaft.

Doch auch in den eigenen Reihen sind die Überlegungen umstritten. "Ohne mich!", schimpft Erwin K., Betreiber eines 2-Sterne-Restaurants in Berlin. "Da holt man sich doch nur Leute ins Haus, die man gar nicht haben will. Ich würde meine Stammgäste verlieren, wenn da plötzlich auch Harz-IV-Empfänger und irgendwelche Penner bei mir auftauchen würden".
Gunter F. sieht solchen Vorbehalten gelassen entgegen. "Es wird doch niemand dazu gezwungen, hierbei mitzumachen. Außerdem wird es unter den wohlhabenden Gästen sicherlich auch welche geben, die sich mal wieder nützlich machen wollen."

Der nächste Schritt bei der Entwicklung des Konzeptes ist nun eine Machbarkeitsstudie, die von einer namhaften Kölner Universität durchgeführt werden soll. Für den Fall, dass diese positiv ausfällt, ist ein erster Testlauf auf dem kommenden Oktoberfest in München geplant.

Dem Thema "Zweiklassen-Gastronomie" widmet sich heute Abend Liesbeth Killer in ihrer Gesprächsrunde "Killer-Talk".
 

molly

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Das Neuste aus Oberbeerenbach

Hotel Nirwana, für aktive Gäste

Letzte Woche eröffnete Wieland von Andax das neue Hotel mit einem sehr Umwelt bewussten Konzept. Der Hotelchef lehnt die "Zweiklassen-Gastronomie" ab, ist zugleich Koch, Manager und Bedienung. Seine Gäste bringen nicht nur ihr eigenes Geschirr mit, sondern auch die Ware, aus dem er ein leckeres Essen für den Gast zubereitet. Bei seinen fünf Stammgästen vergammeln inzwischen keine Lebensmittel im Kühlschrank. Selbstverständlich nimmt der Gast sein Geschirr wieder mit, ebenso die Küchenabfälle, die jeder Gast in seiner eigenen Biotonne entsorgt. Auf unsere Frage, was der Gastronom zu dem Essen beisteuerte, führte er uns in die Küche und wir sahen Regale voller Gewürze: alle bekannten wie Thymian, Lorbeerblätter und Ingwerwurzeln, wie auch die exotischen, z. B: Muschelsalz aus dem Toten Meer, Rosenblütenstaub, Sternanis und Mondsteinpulver. Wieland von Andax begleitete uns in die Gaststube zurück und deutete auf einen Mann, der von seinem Essen kostete und dabei immer wieder genüsslich die Augen gegen die Decke hob. Auf seinem Teller lag eine halbe Stange Lauch und darauf fein drapiert drei Spiegeleier. „Gewürzt mit Löwenzahnblüten, Chilisalz und Pimpernelle“, sagte der Hausherr und brachte uns an die frische Luft. Wer dort essen möchte, bezahlt fünf € für jedes Teile, das auf dem Teller liegt und muss natürlich einen Platz reservieren.

Für Sie immer unterwegs auf der Suche nach dem Besonderen Nik und Nikol Reibeisen
 

anbas

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Desaster auf ökumenischer Fachtagung

Eine in Bamberg stattfindende ökumenische Fachtagung musste am vergangenen Mittwoch abgebrochen werden. Hintergrund waren Meinungsverschiedenheiten, die derart eskalierten, dass der Veranstalter keine andere Möglichkeit sah, als die Veranstaltung vorzeitig zu beenden. Sprecher beider Volkskirchen bedauerten den Vorfall zutiefst.


Unter dem Motto "Die christlichen Kirchen zwischen Tradition und Moderne" trafen sich am vergangenen Montag Vertreter der evangelischen und der katholischen Kirche. Geplant waren neben diversen Vorträgen auch Diskussionen zu zentralen Fragen des christlichen Lebens sowie der Gestaltung von Gottesdiensten und Feiertagen. In kleinen Workshops gab es außerdem die Möglichkeit, einzelne Themen eingehender zu besprechen.

"Die Atmosphäre war zunächst höchst konstruktiv und von Respekt gegenüber anderen Ansichten geprägt", sagte Pater Colmar Z., der die Veranstaltung zusammen mit seinem evangelischen Kollegen Siegfried D. leitete.
"Natürlich gab es auch etwas hitzigere Diskussionen" ergänzte dieser. "Doch dass die Differenzen derart ausarten, hatte niemand von uns ahnen können".

Laut Aussagen anderer Teilnehmer gab es vor allem in der Arbeitsgruppe "Feier des Heiligen Abendmahls" von Anfang an größere Spannungen. Besonders bei der Frage, ob man verbindlich für alle Gemeinden einführen solle, dass nur noch Traubensaft und kein Wein mehr benutzt werden darf, trafen sehr gegensätzliche Ansichten aufeinander. Während die Befürworter darauf hinwiesen, dass es sowohl unter Gemeindegliedern als auch den Geistlichen alkoholkranke Menschen gäbe, beriefen sich die Gegner strikt auf die entsprechenden Bibelstellen, in denen von Wein die Rede ist.

Als es am Mittwochvormittag dann im Rahmen des Workshops zu einer Verköstigung verschiedener Abendmahlsweine kam, eskalierte gegen Ende der Veranstaltung die Situation. Es sollen sogar polizeiliche Maßnahmen notwendig gewesen sein.
Die genauen Hintergründe sind noch nicht bekannt. Allerdings mussten mehrere Personen ärztlich versorgt werden, und eine Pastorin aus Baden Württemberg wurde angeblich sogar in Gewahrsam genommen.

Für morgen hat die Polizei um zehn Uhr eine Pressekonferenz angesetzt.
 

James Blond

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Ballonabsturz bei Hahnebüchen

Gestern nachmittag ist es im Landkreis Hahnebüchen durch den Absturz eines Fesselballons zu einem schweren Unfall gekommen. Sämtliche Fahrgäste mussten mit mehrfachen Knochenbrüchen in das Kreisklinikum eingeliefert werden. Nach den ersten Ermittlungen der Polizei liegt die Ursache vermutlich in einem tragischen Missverständnis.

Anlässlich einer Geburtstagsfeier hatte die Freundesgruppe eine Ballonreise über den Harzer Käse gebucht. Als man nach Antritt der Fahrt aufgrund des hohen Personengewichts nur langsam an Höhe gewann, beschloss der Ballonführer, die Reisenden um einen Sonderobulus zu erleichtern. Als daraufhin die Reisegruppe sich massiv beschwerte, sackte der Ballon unkontrolliert in die Tiefe und schlug am Rande der städtischen Kiesgruben hart auf.

Die Rettungsarbeiten zogen sich bis in die frühen Abenstunden hin, da auch schweres Räumgerät zum Einsatz kam. Der Einsatzleiter empfiehlt daher allen Geburtstagsgästen, Ballonreisen besser vor dem Verzehr von Kaffee und Kuchen anzutreten.

JB
 

molly

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Das Neuste aus Schmetterbach

Bei der Jahresfeier des Männergesangvereins Alt Schmetterbach, zum ersten Mal unter der Leitung des neuen Dirigenten Urs-Horst Töni, wurde nicht mit Beifall gespart. Ob Seemannslieder, Musicals – und Operetten Melodien, das Publikum war begeistert. Der Höhepunkt allerdings waren die kreativen Volkslieder, vor allem das letzte Abendlied. Der Dirigent bat die Zuhörer um absolute Stille und der Chor begann:

Red dnom tsi negnagegfua …

Danach gab es Standing Ovation. Der Dirigent und die Sänger bedankten sich. Sie setzten sich an den für sie reservierten Tisch und wurden reichlich mit Wein und Zwiebelkuchen bedient.


Für Sie immer unterwegs auf der Suche nach dem Besonderen Nik und Nikol Reibeisen
 
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Didi Costaire

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Autoren statt Autorennen

Die Diskussion um sog. Abwrackprämien soll mit der heutigen Kultusministerkonferenz eine überraschende Wendung genommen haben. Wie aus gut unterrichteten Kreisen verlautete, werden noch in diesem Jahr alle privaten PKWs abgewrackt.

Die Autobesitzer würden mit sogenannten »Karli-Schecks« über insgesamt EUR 1.111,11 entschädigt, unterteilt in einhundert Gutscheine zu jeweils EUR 11,11 sowie einen Restbetrag in Höhe von 11 Cent für die Jugendförderung. Die Schecks können gegen Lyrikbände sämtlicher inländischer Autoren im Buchhandel eingelöst werden, soweit dieser seine Steuern in Deutschland begleicht.

Deutschlands Lyriker sind begeistert. So viel Beachtung gab es nie zuvor. »Bisher habe ich meine gedruckten Ergüsse immer an die Verwandtschaft und Bekanntschaft verschenken müssen, und ich glaube, von denen hat es eh keiner gelesen«, verrät ein der Redaktion bekannter Poet, »nun kann ich vielleicht mal den einen oder anderen Band zu Geld machen.«

Bahnhofsbuchhändler Gundolf Y. freut sich ebenfalls auf ungeahnte Umsätze. »Die Gesetzesnovelle bietet für uns Buchhändler völlig neue Perspektiven. Ich habe bereits eine großflächige Lyrikecke in meinem Laden eingerichtet. Die ganzen Autozeitschriften brauche ich nun ja nicht mehr anzubieten.«

Auch im Ausland schlägt die Gesetzesinitiative gewaltige Wellen. »Die Deutschen sind halt das Volk der Dichter und Denker, im Gegensatz zu uns«, bekennt beispielsweise die Washington Post in ihrer morgigen Ausgabe, während die österreichische Kronen Zeitung moniert, dass »die Piefkes bald so gute Luft« hätten, dass zukünftig niemand im Urlaub zum Entspannen in die Alpenrepublik käme.
 

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