berufung (hexameter)

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Mondnein

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Ich würde die (durch Hephthemimeres abgetrennten) jeweils dritten Versdrittel lieber einrücken, wie das früher auch leicht möglich war.
 

Silentius

Mitglied
Der Hexameter wallet so schön und geschmeidig dahin, du Tochter
längst vergessener Dichtung. Durch dich, Edle, jubelt das Herz mir.

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Ich danke Dir, Mondnein, auch für den wunderbaren und stilvollen Exkurs ("Hephthemimeres") und der zusätzlichen Herausforderung des End- und Binnenreims (?)
Diese Schreibart birgt etwas Elegisches.
 

Mondnein

Mitglied
Oh, das freut mich sehr, Dich hier wiederzufinden, Silentius. Freut mich, daß Dus gelesen hast!
"Etwas Elegisches" - klingt wohl darin an, daß hier durch die Aufspaltung des Hexameters Zweizeiler entstehen, die lockerer, beschwingter, atmender "wechseln" können als die episch ausufernden Hexameter.
Andererseits war ich so frech, die deutsche Grammatik so zu überspannen, daß ganz bestimmt die meisten Leser verzweifelt wegklicken, wenn sie zwischen dem "schmerz" und dem "verlustsein" als Objekt zu "du kennst" eine Entscheidung oder eine Wackelbild-Identität (ver)suchen.
 

Silentius

Mitglied
Ja, es freut mich auch, Dich nach Jahren auf leselupe (noch) zu lesen. Du verfolgst weiterhin mit Ausdauer und ohne Unterlasse Deinen Stil.
Du hast Recht: Mit "Etwas Elegisches" meinte ich durchaus den Zweizeiler (Distichon), der den Lesefluss fördert und die Sinnabschnitte für das Auge in Fragmente aufteilt ohne an Leichtigkeit einzubüßen.
Dein Text ist wirklich anspruchsvoll und bedarf der tieferen Sinnschürfung, obgleich der Forschende mit Bedeutungsstiftung sodann belohnt wird.
 

 
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