Besuch von Herrn Alzheimer - Einleitung / Ein unerwarteter Besuch

Einleitung
Ich habe einen Opa, dem sieht man seine runden 80 Jahre gar nicht an wenn er lächelnd und grüßend mit einem durch die Straßen geht. Neuerdings geschehen jedoch allerhand wundersame Dinge und zwar immer wenn er Besuch von einem Herrn Namens Alzheimer bekommt. Dann hängt der Salat auch schon mal auf der Wäscheleine und die Hosen trocknen im Kühlschrank. Mama schüttelt dann immer ihren Kopf „Papa was machst du denn wieder?“, fragt sie ihn mit großen Augen. „Nichts“ entgegnet Opa lächelnd und legt ihr seine Hand auf die Schulter. „Mein Freund Herr Alzheimer hat mir nur beim Hausputz geholfen, nett von ihm oder?“.
So geht es jedes Mal wenn wir Opa besuchen kommen und das ist ziemlich oft. In letzter Zeit besuchen wir ihn sogar jeden Tag, denn Mama gefällt dieser ungebetene Besuch dieses Herrn ganz und gar nicht. Insgeheim hofft sie glaube ich, ihn eines Tages auf frischer Tat zu erwischen und ihm mal gehörig ihre Meinung zu sagen. Aber immer wenn wir bei Opa ankommen, ist der bereits wieder gegangen. Mama findet Opa habe sich seit dem ersten Treffen sehr verändert und ist oft traurig darüber. Manchmal verstehe ich gar nicht wirklich warum, denn es passiert auch viel lustiges seit Opa einen Freund hat, der ihn regelmäßig besucht.
Aber lest selber von den wundersamen Erlebnissen meines Opa und seinem Freund Herrn Alzheimer. Vielleicht kommt euch das ein oder andere ja sogar bekannt vor vom eurem Opa oder eurer Oma, wenn sie mal wieder Besuch hatten von dem netten Herrn mit Blumenstrauß.

Geschichte 1
Ein unangemeldeter Besuch

Wir waren etwas später auf dem Weg zu Opa an diesem lauwarmen Abend im März. Es war ein erstaunlich schöner Frühlingstag gewesen, obwohl der Schnee erst seit ein paar Tagen verschwunden war. Während der Fahrt mit dem Auto sagte Mama kein Wort, so als hätte sie schon vorher geahnt, dass uns gleich eine Überraschung erwarten würde, wenn wir bei Opa ankommen. Noch an der Tür wurden Mamas Augen bereits immer größer angesichts der Unordnung in Opas Haus, die durch den Türspalt zu erkennen war. Überall lagen Putzlappen auf Lampenschirmen, auf der Kommode und sogar über der großen Topfpflanze neben dem Sofa.
„Kommt doch rein“, begrüßte uns Opa mit einem breiten Grinsen im Gesicht.
Er hatte bereits auf uns gewartet, denn wie jeden Mittwoch standen schon 3 Tassen Tee auf dem Küchentisch. Der Weg in die Küche glich einem Abenteuer – hier ein Eimer dem es auszuweichen galt, dort ein Besen der bedrohlich mit den Borsten den Weg versperrte. Mamas Stirn zog sich in tiefe Falten. Nur Opa war bester Laune, wie er da so vergnügt auf dem Stuhl am Fenster saß und seinen Tee trank. Wir setzen uns zu ihm.
„Du hast geputzt?“, fragte Mama vorsichtig während auch sie ihre Tasse nahm.
„Ja und dank der Hilfe meines neuen Freundes ging das sogar richtig schnell“, freute sich Opa.
„Du hast einen ... neuen Freund?“, Mamas Beunruhigung war in ihrer Stimme nicht mehr zu überhören.
„Ja also das war so“, begann Opa mit seiner recht wundersamen Geschichte vom neuen Freund. „Ich war gerade dabei diesen herrlichen Sonnentag für meinen Hausputz zu nutzen, als es an meiner Haustür klingelte. Nanu dachte ich, wer könnte das nur sein. Keiner meiner Freunde hatte sich für heute zum Tee angemeldet und für die Post war es definitiv noch zu früh. Es konnte nur die Nachbarin von gegenüber sein, die wahrscheinlich wieder etwas beim Einkaufen vergessen hatte, dachte ich mir und ging zur Tür. Als ich öffnete stand ein großer Herr im grauen Anzug mit einem Blumenstrauß in seiner rechten Hand vor mir“.
„Einen wunderschönen guten Morgen.“
Anzug, Blumenstrauß...dass konnte nur ein Herr vom Gewinnspiel sein, bei dem Opa vor nicht als zu langer Zeit mitgemacht hatte. Fischkutter war das Lösungswort, dass wusste er noch ganz genau. Tausend Gedanken schossen durch Opas Kopf.
„Mein Name ist Alzheimer, Herr Alzheimer und ich freue mich sehr Sie ab heute zu meinen Freunden zu zählen.“ Herr Alzheimer hielt ihm einen großen Blumenstrauß hin.
„Kommen Sie doch rein in die Küche, ich setze uns mal Teewasser auf. Während ich die Blumen in eine der großen Vasen stelle und den Tee in Tassen gieße, können Sie mir ja in aller Ruhe mal erzählen, wie Sie mich gefunden haben.“
„Ich habe einen Brief erhalten mit Ihrer Adresse.“
„FISCHKUTTER, ich weiß es!!!!“
„Wie bitte??“
„Na das Gewinnspiel dass ich vor kurzem mitgemacht habe!?“
„Ach so, nein, nein mein Herr (Herr Alzheimer lachte laut) ich habe ihre Adresse vom Tüddelclub. Sie wurden dort als Mitglied aufgenommen, weil Sie letzten Monat 3x Ihren Schlüssel im Teekessel vergessen haben. Damit haben Sie die Aufnahmekriterien bestanden.“
„Das ist ja toll, ich wusste gar nicht das meine Vergesslichkeit mal für was gut sein würde.“ Jetzt musste auch Opa laut lachen und klatschte begeistert in die Hände.
„Oh es ist spät geworden, wie müssen schon eine gefühlte Ewigkeit auf diesen harten Stühlen sitzen. Sehen Sie nur, die Sonne ist schon auf die andere Seite des Hauses gewandert. Alte Kröte, ich hab ja völlig meinen Hausputz vergessen! Ich muss fertig werden bevor die Sonne untergeht. Wenn Sie mich jetzt entschuldigen würden, Sie können gerne ein anderes Mal wieder kommen.“
Hastig trug Opa die Tassen zur Spüle.
„Wissen Sie was ich helfe Ihnen dabei, zu zweit geht alles leichter!“
„Oh das ist sehr freundlich von Ihnen! Handschuhe, Putzlappen, Eimer...ich glaube jetzt können Sie loslegen.“
Die Putzlappen flogen nur so durch die Lüfte und der Staubsauger drehte eine Pirouette nach der anderen auf dem Teppich. Währenddessen war Opa mit den Fenstern beschäftigt.
„Das ging ja schnell, vielen Dank für Ihre Hilfe!“ Opa schüttelte Herrn Alzheimer zum Dank die Hand.
„Auf Wiedersehen und seien Sie gewiss, ich werde ab jetzt öfters bei Ihnen vorbeischauen.“
Mit schnellen Schritten ging Herr Alzheimer die Stufen herunter auf die Straße. Als Opa ihm nachsehen wollte, war er bereits verschwunden.
„Ohne ihn würde ich jetzt noch putzen und hätte keine Zeit mit euch Tee zu trinken, das wäre doch wirklich schade!“, beendete Opa seine Erzählung.
Während Opa so erzählte saßen wir nur da mit großen Augen und noch größeren Ohren. Konnte das wirklich so gewesen sein? Oder hatte Opa das vielleicht alles nur geträumt? Mein Blick schweifte durch das große Küchenfenster in den Garten, es roch nach Magnolien und Flieder von dem Blumenstrauß auf dem Tisch.
Nach dem Tee räumten Mama und ich schnell die Putzlappen und Eimer ein, die im ganzen Haus verstreut lagen. Im Bett lag zugedeckt der Staubsauger so als würde er schlafen. Mama nahm ihn und trug ihn zurück an seinen Platz in der Abstellkammer. Anstelle der Marmeladengläser, hatten hier jetzt Opas Hausschuhe ihren Platz bekommen. Opa saß währenddessen zufrieden in seinem Fernsehsessel und las die Tageszeitung, so als wäre alles in bester Ordnung. Es liefen bereits die Nachrichten, als wir fertig waren und uns von Opa verabschiedeten.
„Ich würde gerne mal deinen neuen Freund kennenlernen“, sagte Mama plötzlich. „Er scheint ein sehr interessanter Herr zu sein“.
„Oh dazu wirst du sicher bald Gelegenheit haben“, erwiderte Opa strahlend. „Er hat nämlich versprochen jetzt öfter zu Besuch zu kommen“.
Damit sollte er tatsächlich recht haben, er kam immer öfter zu Besuch, allerdings immer nur dann wenn wir nicht da waren. Aber das erzähle ich Euch ein anderes Mal, jetzt sage ich erstmal gute Nacht.

Geschrieben für Kinder im Grundschulalter
 

ahorn

Mitglied
Hallo LadyStephanie,
erst einmal ein frohes Neues und ein freudiges Hallo in der Leselupe.

Ich habe deine Geschichte mit Bewunderung gelesen und deinen Mut bewundert, das Thema Demenz kindgerecht aufzuarbeiten.

Dennoch sehe ich ein paar geringfügige Schwachstellen. Deine Leser erfahren nicht, wer das Kind ist, dabei ist diese gerade bei Kinderliteratur notwendig, damit der junge Leser sich mit der Figur identifizieren kann.
Dann ist deine Einleitung weder Fisch noch Fleisch. Du schreibst als Kind, bemächtigst dich aber eher einer Sprache, die nahe an die von Tageszeitungen kommt.
Bei Kinderliteratur – altersabhängig selbstverständlich – präferiere ich dagegen eher andere Ansätze.
Entweder du gehst in die Hocke und wirst zum Kind, sprichst ihre Sprache – nebenbei die Kinder wissen, dass die Geschichten nicht von ihresgleichen geschrieben sind.
Oder du erzählst die Geschichte in einer Retroperspektive, als hättest du diese als Kind erlebt.

Ich habe mir erlaubt, deine Einleitung auf kleine Unzulänglichkeiten zu Untersuchung, sowie die ein und selbe Geschichte aus zwei Blickwinkeln zu erzählen.

Ich habe einen Opa, dem sieht man seine runden 80 Jahre gar nicht an KOMMA wenn er lächelnd und grüßend mit einem durch die Straßen geht. Neuerdings geschehen jedoch allerhand wundersame Dinge und zwar immer KOMMAwenn er Besuch von einem Herrn Namens Alzheimer bekommt. Dann hängt der Salat auchschon mal auf der Wäscheleine und die Hosen trocknen im Kühlschrank. Mama schüttelt dann immer mit ihren Kopf PUNKT ABSATZ „Papa was machst du denn wieder?“, fragt sie ihn KOMMA dabei reißt sie ihre Augen auf mit großen Augen . ABSATZ „Nichts“ KOMMA entgegnet Opa KOMMA lächelt nd und legt ihr seine Hand auf die Schulter. „Mein Freund Herr Alzheimer hat mir nur beim Hausputz geholfen, nett von ihm oder?“ . KEIN PUNKT
So geht es jedes Mal KOMMA wenn wir Opa besuchen kommen und das ist ziemlich oft. In letzter Zeit besuchen wir ihn sogar jeden Tag, denn Mama gefällt dieser ungebetene Besuch dieses Herrn ganz und gar nicht. Insgeheim hofft sie KOMMA glaube ich, ihn eines Tages auf frischer Tat zu erwischen und ihm mal gehörig ihre Meinung zu sagen. Aber immer wenn wir bei Opa ankommen, ist der bereits wieder gegangen. Mama findet Opa habe sich seit dem ersten Treffen sehr verändert und ist oft traurig darüber. Manchmal verstehe ich gar nicht wirklich warum, denn es passiert auch viel lustiges KOMMA seit Opa einen Freund hat, der ihn regelmäßig besucht.
Aber lest selber von den wundersamen Erlebnissen meines Opas und seinem Freund Herrn Alzheimer. Vielleicht kommt euch das ein oder andere ja sogar bekannt vor vomn eurem Opa oder eurer Oma, wenn sie mal wieder Besuch hatten von dem netten Herrn mit Blumenstrauß hatten.
Hallo ich bin die Bine. Bin gerade in die Dritte gekommen und wohne in Neustadt. Nicht allein, mit Mama, Papa und Kevin. Ist echt nervig so ein kleiner Bruder. Zu unserer Familie gehört noch Minka. Die ist total niedlich. Ich könnte mit ihr den ganzen Tag schmusen. Opa Karl und Oma Erna gehören auch zu uns. Die wohnen aber weit weg, daher sehe ich sie kaum.
Der Abgefahrenste ist Opa Herbert, der ist mit seinen über achtzig richtig rüstig, wie meine Mama sagt. Er macht sogar seinen Haushalt alleine, bewundert ihn Oma Erna. Warum nicht. Auf dem Klettergerüste ist er immer der Erste.
Obwohl meine Mama des Öfteren mit meinem Papa darüber spricht, ob er seinen Vater nicht lieber in ein Heim geben sollte. Sie reden dann über Opas neuen Freund: Herrn Alzheimer.

Hallo, ich heiße Sabine. Damals, als ich die Geschichten erlebt habe, kam ich gerade in die dritte Klasse und wohnte in Neustadt. Nicht allein! Mit meiner Mutter, meinem Vater und meinen Bruder Kevin. Wir hatten uns oft gezankt, aber danach sofort wieder vertragen. Bei uns lebte noch meine Katze Minka, wie gern ich mit ihr geschmust habe. Dann waren da des Weiteren mein Großvater Karl und meine Großmutter Erna. Die beiden wohnten damals in München, daher sahen wir uns eher selten. Aber am meisten liebte ich meinen Großvater Herbert. Der immer mit einem Lachen auf den Lippen durch die Straßen ging und es sich nicht mit seinen achtzig Jahren nehmen ließ, gemeinsam mit mir auf Klettergerüste zu steigen.
Trotzdem war er nicht mehr der Jüngste. Meine Eltern unterhielten sich oft darüber, ob es nicht besser für ihn wäre in ein Heim zu ziehen. Heute sehe ich das natürlich anderes, aber damals hatte ich mich darüber gewundert, warum Großvaters neuer Freund Herr Alzheimer dafür verantwortlich war.

Grüße
Ahorn
 
Hallo, vielen Dank für deine umfangreiche Antwort! Ich werde sehen was ich davon umsetzen kann, für mich ist es tatsächlich das erste Mal, dass ich überhaupt ein Buch versuche zu schreiben, daher bin ich für jeden Tipp sehr dankbar.
 

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