betrachtungsweise

Naciye

Mitglied
Nun beginnen die Bäume wieder grün zu sein. Wirklich grün. Auch die Menschen um mich herum werden bunter, der alte Mann mit seinem noch älteren Dackel, wie er im Schneckentempo die Straße überquert. Blumen duften, Motorräder sind lauter, die Sinne geöffnet nach einer dunklen Zeit.

Der Blick zurück, birgt Angst und Zweifel. Der nach vorn Zuversicht und Hoffnung.

Das Prinzip der Schwere ist wie das der Leichtigkeit. Behandele beide gleich, dann wird die Schwere ebenso sehr vermißt wie die Leichtigkeit.
Die Liebe ist ein schönes Beispiel. Gerade hatte ich sie noch gefühlt, jetzt ist sie fort. Ich darf sie nicht vermissen, denn dann bin ich verloren. Ich ersuche im Zustand dem ich zugehörig bin das Glück zu holen, schärfer werde ich so bald nicht wieder sehen. Trauer allein nur schafft Stumpfheit. So wie die Liebe nur vollkommen ist wenn Verstand und Gefühl sich paaren zu dem einen grandiosen. In dieser Form nur darf auch Trennungsschmerz von statten gehen. Eine Mischung aus Schmerz und Offenheit dem Neuen gegenüber. Nichts ist für die Ewigkeit. Sich seine Träume zurückholen, den Durst nach Wissen löschen, sich selbst wieder als oberstes Prinzip entdecken. Zu oft vergessen wir uns.

Die Angst vor uns selber veranlaßt uns zu den unmöglichsten Absurditäten. Alleine sein eine Strafe für die Menschheit, für fast jeden der heutigen Zeit. Dabei, und das verstehen nur wenige, rufen wir das Unglück in einem solchen Dasein durch das Abgetrenntsein von uns selber hervor.
Wir kette uns an das Unglück, an den Schmerz in dem wir nicht zu uns selber finden können. Wie ein Stahlseil das unsere einzige Verbindung zur ‚Außenwelt“ darstellt, die Brücke aus uns heraus in jemanden oder etwas anderen hinein. Wir müssen aufhören damit Geld, oder Güter oder Glauben oder den Geliebten, die Geliebte als Lebensmaxime zu betrachten. Im gleichen Maße wie wir Seile spannen die uns halten, sind wir auch abhängig und verletzbar. Seile können reißen und die fallen werden wir sein.
Es wird nicht leicht zu erkennen, daß das wahres Glück in der Erkenntnis liegt, das nichts, kein Glück, kein Leid, keine Freude, Beziehung, Liebe, Verzweiflung ewig währt. Allen Dingen sind Grenzen gesetzt, durch die Zeit. Jedes kommt und geht zur rechten und wir können nur durch uns selber diesen Kreis unterbrechen. Denn unsere Seelen sind unsterblich, werden immer existieren über Raum und Zeit, verweilen in der Ewigkeit.
Wir verlieren uns durch immer mehr Unterhaltungeinrichtungen, Methoden zur Zerstreuung und ausgetüftelten Maßnahmen der Medien zum erträumen in bessere Welten. Wir sind diejenigen die dies geschehen lassen und wir freuen uns darüber, noch mehr Leid auf unsere Schulter zu laden.

Die Welt wäre besser ohne Fernsehen, das selbst gescheite Menschen dazu verleitet den Kopf abzuschalten. Das ist in Mode gekommen, den Kopf ausschalten und relaxen. Sicher lastet ein unwahrscheinlicher Durch auf der heutigen Gesellschaft. Sei gut im Job damit Du Dir die gleichen Statussymbole zulegen kannst wie dein Nachbar.

Die Welt existiert auf großen Flächen dieser Erde aus Mode. Unterschiede dürfen nur in dem Muster und den Schnitt der Kleidung fallen. Vielleicht noch im Zeichen am Kühlergrill des Autos.

Wir haben Angst davor, Anders zu sein, möchten nicht das unsere mühsam geknüpften Seile die uns halten reißen. Fremdgesteuert kaufen wir Dinge von denen wir meinen sie würden unser Leben erleichtern. Mit einem tollen Auto ist es natürlich einfacher seine Umwelt zu beeindrucken.
Es gibt tausend Dinge um seine persönlichen Seile zu festigen.
Und doch: Nur eine Schnitt und sei es der einer unheilbaren Krankheit, kann dieses Netzt zum reißen bringen. Dann erkennen wir, vielleicht..


Wir alle können entdecken wie freudvoll das Leben ist, wenn wir den Mut haben Augen und Sinne zu öffnen. Den Film abschalten der in unseren Köpfen läuft. Wir müssen uns befreien von dem Gedanken, daß alles kommen wird, wie wir es berechnen. So wenig wie Liebe unter Zwang entsteht, herrscht Freiheit in einer Welt in der die Menschen sich an Seile zu ketten.

Es ist falsch zu glauben Seile wären unsere Rettung. Viel wichtiger ist die Herstellung des natürlichen Verhältnisses zu sich selber. Wir dürfen dieser Aufforderung allerdings nur in Verbindung mit dieser Welt nachkommen. Nicht Abgeschnitten sein, ist hier gemeint.

Wer sich selbst kennt, erkennt die Welt und die Natur und begreift sich als einen Teil des Ganzen.

Ist es nicht furchtbar einfach sich in Abhängigkeiten zu stürzen? Dann ist da immer eine Person oder ein Umstand welcher für das Unglück verantwortlich gemacht werden kann. Dadurch entsteht unserer Rastlosigkeit, Machtlosigkeit, Ergebenheit und der Mangel an Entscheidungen. Wenn wir uns umsehen in dieser hochgelobten und modernisierten Gesellschaft, sind wir umgeben von kleinen Wichten, die nicht mehr in der Lage sind ihrem Herz und ihrerer Berufung folge zu leisten.

Für jedes Glied dieser Gesellschaft ist es ein Graus Entscheidungen zu fällen, die im schlimmsten Fall nur nicht richtig, in keinem Fall aber falsch sein müssen. Wir haben Angst uns in eine Richtung zu bewegen oder uns selbst einzubringen, weil wir uns nicht kennen und aus diesem Grunde nicht vertrauen.

Wir sollten anfangen, jeder nur bei sich selbst, das Leben als Aufforderung zu sehen. Als Appell an uns, unser Bestes zu geben, in moralischer Hinsicht. Am Ende müssen wir vor uns selber bestehen, daß ist’s was gern vergessen wird. Durch andauernde Ablenkung ist es uns weitgehendst gelungen uns zu verlieren und mit uns auch die Verantwortung für uns selbst als Teil EINES göttlichen Plans.

Wir müssen beginnen mit der Neuordnung in unseren Köpfen. Heute!
Juli 2001

Naciye Schmidt
 
G

Gegge

Gast
Hallo Naciye,

Erstmal Herzlich willkommen in der Leselupe.

Bevor Du Dich wunderst, will ich Dir erklären, daß die von Dir getätigten Mehrfachpostings gelöscht wurden.

Wir haben hier mehrere Rubriken, damit die User schneller die von Ihnen bevorzugten Texte finden und damit sie die Textrichtungen die sie nicht mögen gezielt außen vor lassen können.
Auch wenn es nicht immer ganz einfach ist, erwarten wir, daß jeder Autor sich bei seinem Text für eine einzige Rubrik entscheidet in der er den Text postet.

Mit Mehrfachpostings benötigt ein einzelner Text unverhältnismäßig viel Platz und verdrängt damit andere Texte.

Konntest Du ja nicht wissen. ;-)
Ich hab den Text jetzt mal in Sommerimpression stehen lassen - wenn Du ihn lieber woanders haben möchtest sag mir Bescheid.

Grüße Gegge
 

Naciye

Mitglied
was soll ich jetzt

schreiben? Vielen Dank daß Du meinen Fantastischne Beitrag auf eine Rubrik reduziert hast??

Wußte ich echt nicht, deswegen würde ich mich sehr freuen wenn du mich und meine Text in die Rubrik "Poesie" (ich weiß das passt nicht, aber egal) katapultieren würdest!!

DANKE IM voraus...

übrigens...
würde gern wissen wie du ihn findest!!

Gruß anna
 

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