Beweisnot

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Die Toten brauchen wenig,
glauben wir.

Vielleicht nur Dunkel,
das nicht weh tut.

Vielleicht ein bisschen Regen,
damit die Erde
nicht so trocken klingt.

Wir Lebenden brauchen mehr.

Eine Hand.
Einen Namen.
Einen Grund,
nicht zu verschwinden.

Wir sammeln Dinge,
als könnten sie beweisen,
dass wir hier waren.

Tassen.
Fotos.
Narben.
Sätze, die niemand
zu Ende gesagt hat.

Wenn ich gehe,
soll niemand sagen,
ich hätte nichts gewollt.

Ich wollte viel.

Nicht aus Gier.

Aus Beweisnot.

Ich wollte meine Hände
so voll haben,
dass der Tod
kurz überlegen muss,
wo er mich anfassen soll.
 



 
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