Blühender Lavendel im Schnee

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Mara Krovecs

Mitglied
Blühender Lavendel im Schnee

Nun ist es lange her
damals blühte der Lavendel
mitten im Winter
Haut an Haut mit dir
unter warmen Decken
während duftig leichte Flocken
weiß und Töne dämpfend
die Fenster entlang taumelten

es sollte immer so weiter gehen

aber natürlich kam das Frühjahr
mit ihm fielen goldene Blätter
von Bäumen und Dächern
deine Küsse waren so leicht wie Daunen
deine Worte keimten wie Krokusse
duftend und voller Hoffnung
unsere Liebe war so stark

nichts würde uns je trennen

mit dem Sommer
der die Sonne mit Frost überhauchte
spielten wir Verstecken inmitten von Eisblumen
ich suchte und suchte
fand dich hinter Spiegeln und Glas
sehnte mich mit dir in blaue Wasser
doch du warst fort
ich sang dir traurig Liebeslieder

in meinem Herzen wuchsen
nun auch Dornen

der Herbst war ungewöhnlich
als ob der tiefe Süden seine Hitze
flirrend in die wilden Himmel zauberte
die Stürme im Herzen verbrannten mich
nichts als Sand
verdorrte Blumen
und ich sehnte mich so sehr
nach blühendem Lavendel im Schnee.
 
M

Mara K.

Gast
hallo Mara Krovecs,

mir gefallen vor allen Dingen die gegensätzlichen Darstellungen, welche die Romantik deines Gedichtes ausmachen...
du verwendest kaum Satzzeichen, warum lässt du die wenigen Kommas nicht auch noch weg und den Punkt ?
.....
Haut an Haut mit dir
unter warmen Decken
.....

.....
doch du warst fort
ich sang traurige Liebeslieder ( dass diese für denjenigen
sind ist eigentlich klar )
.....
.....
nichts als sand
verdorrte Blumen
ich sehnte mich so sehr - ( hier wär zäsurmäßig ein Bindestrich ganz gut )

nach blühendem Lavendel im Schnee

... dies ist aber nur meine kleine Meinung und muss nichts heißen.
Übrigens, ich liebe den Duft von Lavendel und finde Lavendelfelder unbeschreiblich faszinierend.
Liebe Grüße und eine gute Zeit wünscht herzlich Mara K.
 

Mara Krovecs

Mitglied
Liebe Mara,

ich danke Dir ganz herzlich für Deine Auseinandersetzung
mit meinem Text.
In einem anderen Forum habe ich schon einmal gerade über diesen Text diskutiert. Ich habe leider auch die alte Version gepostet, in der neueren habe ich einige "unds"
fortgelassen. Deine Idee, die Zeichen ganz wegzulassen , finde ich ganz gut.Sobald mein Computer wieder funktioniert, werde ich es ausprobieren :)
Ich sitze z.Z an einem geliehenden Leptop..........
Nur die Liebeslieder, die ich "dir traurig sang"
werde ich lassen, denn für mich ist es ein Unterschied, ob ich traurige Liebeslieder singe, oder traurig Liebeslieder
, die dann nicht zwingend traurig sein müssen, nur ich singe sie traurig :)

Ich müßte wohl diese Version hier löschen, und die neue
noch einmal einsenden, oder ?

Einen schönen Wochenanfang wünsche ich Dir und schöne bunte Herbsttage Mara :)
 
M

Mara K.

Gast
Liebe Mara Krovecs,

danke sehr für deine antwort,...
nein ich denke nicht, dass du die version hier löschen musst, meiner ansicht nach musst du nur unter dem gedicht in die option edit / delete - das kleine buch mit dem stift - dort drauf klicken und dann kannst du deinen eingestellten text locker ändern.
versuch's 'mal. auch dir eine gute zeit und liebe menschen um dich herum. Mara K.
 
Dieses Werk

ist ungewöhnlich gut. Und ich meine das NICHT als Kompliment, sondern von der Sache her!
Da hat jemand getextet, der enorm sensibel erlebt und das auch in Sprache umzusetzen weiss.
Um wirklich herauszuschreiben, was da an "Absicht", an nicht-Zufall drinsteckt, ist eine ausführlichere Arbeit nötig.

Hier nur z.B. auf die Verschiebung hinweisen, die zwischen dem LiebesErleben und den Jahreszeiten herrscht (beide sind etwa 3-4 Monate gegeneinander verschoben), und beide Ebenen sind dennoch miteinander in Kontakt, aber auf welche bedeutungsvolle Art,
z.B.: "im Frühjahr fielen (goldene) Blätter" //Gold ist schwer, und solche Blätter fallen schnell, in Zeitraffer// und seit wann fallen Blätter im Frühjahr?//doch ehe man den Gedanken noch richtig hat, kommt die sprachliche Dissimulation und hebt den befremdlichen, Ungutes andeutenden Effekt fast auf= "von Bäumen und Dächern"// und dann weiter "deine Küsse waren so leicht wie Daunen" //und Daunen sind so leicht wie Schneeflocken, FrauHolle-Reminiszenz/Märchen (wie das ganze geschilderte event)//offenbar ist dieses merkwürdige Frühjahr auch Herbst und noch-Winter: Zeitraffer, s.o. (wie Liebende es immer erleben)//und das hört nicht auf, weil "nichts würde uns je trennen"//ja, es trennt wirklich nichts (die Jahreszeiten), denn der Sommer beginnt mit Frost (Winter)

usw....., es wäre sehr umfangreich hier alles anzugeben, und wer mal "Interpretation" üben will, kann das hier, an diesem sehr reichhaltigen Text, hervorragend machen.

Dieser Text ist einer von der ganz wertvollen Sorte, und solche sind höchstselten!
 

Schakim

Mitglied
Guten Morgen, Mara!

Eine schöne Bildersprache! Ein sensibles Gedicht voll von Wundern...!

Ich wünsche Dir einen schönen Tag!
Schakim
 
P

Papyrus

Gast
.................

Sehr schön

und klassisch


vielleicht auch etwas naiv,
in der dargestellten Situation

aber wie könnten wir ohne
seifenblasen leben
ab und an
 
V

vivien

Gast
im vorbeigehen
wollte ich ihn pflücken
stieß ihn an mit meinen nackten füßen
er schlug mich mit seinem duft
zerrte an meinen gedanken
riß mir die sehnsucht aus

meine blicken gefroren
am blau im schnee
herzblut ziert lavendel
wenn der schnee schmilzt

lg viv.
 

Vivi

Mitglied
Hallo Mara! Werde mir dieses Gedicht einprägen und der Duft von Lavendel wird mich begleiten.
Liebe Grüße Viola
 

Mara Krovecs

Mitglied
Lieber Waldemar,Papyrus,Vivien,Liebe Schakim und Vivi,

ich danke euch ganz herzlich für Eure Kommentare, über die ich mich sehr gefreut habe.
Heute schaffe ich es nicht mehr jedem von Euch zu antworten, das hole ich aber morgen nach.
Eine Gute Nacht Mara :)
 

Schamor

Mitglied
Liebe Mara ,...

... ich mag das duftig-zartes Gewebe deines Liedes sehr!!! :)

Mögest du doch auch für mich nur einmal eines deiner
herrlichen Lieder singen?!
Das ganze Jahr hindurch! ;)


SCHALOM
Schamor
 

Mara Krovecs

Mitglied
Guten Abend Waldemar,


zunächst *freu*,

es freut mich natürlich, dass Du Dich mit meinen Worten und Gefühlen auseinandergesetzt hast und dass Du Dich auch noch zu so einem Lob entschlossen hast. :))))))))

Vieles von dem was ich schreibe entsteht zunächst weil mir Ideen "zufallen" ..........dann sortiere ich meine "Schätze" und es ensteht ein Gerüst.
Dann erkenne ich, wozu das alles gut sein soll und versuche
eine für mich erkennbare Logik zu erarbeiten und zu manifestieren.
Und dann gehe ich auf die Jagd, um die letzten, vielleicht wichtigsten Worte zu erbeuten und in Szene zu setzen.
Leider passierte es mir schon oft, dass ich meinen Text zu früh postete.Besser ist es natürlich, wenn er eine ganze Weile liegt und ich ihn mir später noch einmal ansehe, mit neuen Augen.

Hier war es nicht anders.Die verschobenen Jahreszeiten waren meine wichtigste Aussage.
Ausgangspunkt war eine Beziehung, die von Anfang an alles durcheinander brachte, wo nichts zueinander passte , wo alles in mir fühlte: hier stimmt was nicht, aber es soll so bleiben ; nichts ist wie es sein sollte,doch alles ist unendlich bunt und reich , vom Anfang bis zum Ende...........

Deine Gedanken dazu sind schon ziemlich nahe dran.
Die "Schwere" der Goldblätter hatte ich allerdings nicht
berücksichtigt, und auch dass "Liebende alles im Zeitraffer erleben" ist eine wunderschöne Idee von Dir.
Aber dass für Liebende eigentümliche Dinge zunächst unauffällig bis unwichtig sind, dass der erste Frost manchmal schon im Sommer wohnt und dass selbst der Schmerz
aus dem Märchenherbst nicht heraustritt........ist mir wohl vertraut
Wenn ich nun beginnen würde, mich zu interpretieren, fiele mir das sehr leicht, jedes Bild würde mir eine mögliche Betrachtung der Dinge schenken, aber so eine Interpretation von jemand anderen zu lesen ist noch viel schöner, denn so werde ich auf Ideen gebracht,die Dinge aus einem ganz anderen Blickwinkel zu sehen . Eine eigene Symbolsprache ist schon ganz gut, aber die Symbole anderer dazu zu wissen, bereichert sehr.

Nocheinmal herzlichen Dank für Deine Interpretation, die mich sicher ermutigt meine Worte noch genauer zu betrachten
und mit ihnen zu spielen...............

Ich grüße Dich aus meinen Seen Mara
 

Mara Krovecs

Mitglied
Liebe Schakim,

"die Wunder die wir sehen,entstehen immer im Auge des Betrachters"(so etwas Ähnliches hab ich heute in einem anderen Forum gelesen ;) )
Schön, dass wir die Welt und die Dinge in ihr auch mit solchen Augen betrachten können...........
Vielen Dank fürs Reinschauen und liebe Grüße Mara :)
 

Mara Krovecs

Mitglied
Lieber Papyrus,

ach ja, meine geliebten Seifenblasen!

Kennst Du die ganz Großen, die man durch einen Tellergroßen Draht "schwingt" ?
Auf verschiedenen Veranstaltungen bieten wir( Deutscher Kinderschutzbund) sie immer an, eigentlich für die Kinder :)
Oft stehe dort aber Erwachsene, völlig versunken in die Welt der schönen platzenden Träume.......
Naja, wer von uns hätte nicht erfahren, dass die "realen" Dinge manchmal schneller platzen als Seifenblasen?
( Verträge, Schecks,Verabredungen, politische Versprechungen u.s.w.)

Dir vielen Dank für Deine Worte und fürs Reinschauen
Liebe Grüße Mara :)
 

Mara Krovecs

Mitglied
Lieber Vivien,


Lavendel jaune
bringt Sonne in die Luft
streichelt sanft
duftende Schläge
führt auf Wege
grün und licht
Schnee und Herzbluts
Zauber bricht..............


:) Mara
 

Mara Krovecs

Mitglied
Liebe Vivi,

ganz früher dachte ich: Lavendel, wie furchtbar, das ist
ein Oma-Duft........ist es vielleicht auch, aber inzwischen liebe ich ihn;
er ist für mich: edel, aufregend romantisch und irgendwie unschuldig.
Vielen Dank für Deinen Besuch und Deine Worte
liebe Grüße Mara :)
 

Mara Krovecs

Mitglied
Liebe/r Schamor,

duftig-zartes Gewebe,das klingt schön................

ein Lied möchtest Du?
Was für eines meinst Du?

Schalom Schamor und liebe Grüße aus der Ferne Mara :)
 

Schamor

Mitglied
Hallo Mara!


Ein Lied das meine Sehnsucht
Stillt nach den weiten
Himmeln die in dem anderen
Wachsen und leuchten und glüh'n!
Ein Lied das mit seinem Duft
Meine Nase erfüllt;
Das mich berauscht mit
So manche Blumen die im anderen
Wachsen und reifen und blüh'n!
Ein Dieb bin ich nicht,
Nur einer der Hunger leidet.
Den Hunger nach wahrer Poesie
Die mich auf ihren Schwingen
Nimmt und mit mir in die
Ferne Ländern dringt
Die des Nachts alleine
Im Traume mir erscheinen!


bonum pacem et gaudum
Schamor
 

Mara Krovecs

Mitglied
Salut Schamor,

hm.......
so ein Lied liegt weit entfernt an einem geheimen Ort .Man findet nur dahin, indem man sich eine Brücke aus
sehr poetischen Wörtern baut. Allerdings muss man da sehr vorsichtig sein, denn ein falsch gewähltes Wort brächte diese Brücke in Gefahr wieder einzustürzen........

Deine Weise wäre doch schon ein schöner Beginn, Schamor.
Mein Gesang allein wäre nicht immer ungefährlich für so ein heikles Unterfangen

Ich grüße Dich aus der Ferne und wünsche Dir viel Glück
für Deine abenteuerliche Reise.Wenn Du manchmal nach Wörtern suchst, frage nur, es gibt bestimmt viele hilfreiche "Hände".........................

Ganz liebe Grüße Mara :)
 

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