Blutige Heilige Nacht - 8. Zu zweit im Hotelzimmer

ahorn

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Zu zweit im Hotelzimmer

Chris schwang sein rechtes Bein nach vorn, bis es das Kopfkissen berührte, drückte die Zehenspitze des linken Fußes gegen das metallene Bettgestell. Den Oberkörper abwechselnd auf die Oberschenkel pressend, knüpfte er im Takt des quietschenden Bettes sein gestärktes, blütenweißes Hemd zu.
»Mit wem treibst du es den?«, schallte eine Frauenstimme durch eine, eine handbreit geöffnete Tür.
»Ich mache Dehnungsübungen.«, erklärte er und ergriff einen tiefschwarzen wolligen Ball.
»Irgendwann verknotest du dich.«
»Ein bisschen Sport würde dir guttun.« Er öffnete das Knäuel, steckte einen Strumpf zwischen die Zähne und schüttelte den Zweiten aus. Die Finger über dem Kopf berührend, beugte er sich vor und hüllte seinen Fuß in den Stoff. Dann ergriff er den Anderen. »Hält gelenkig!«
»Bist du der Meinung, ich bin zu Dick?«
Christ krümmte den Rücken. »Was sollte das eigentlich mit dem roten Minikleid!«, zürnte er und zog den zweiten Strumpf über den linken Fuß.
»Saß bestimmt süß aus?«
»Amüsierten kann ich mich selber!«
»Hat dir das Rot oder die Länge nicht gefallen?«

Chris ging in den Seitspagat, drückte seine Knie gegeneinander und setzte sich auf die Bettkante. »Ein Anzug habe ich nicht erwartet, eine Jeans und einen Pullover hätten es ebenso getan, zumindest ein Paar Schuhe!«
»Upsi. Die konnte ich wirklich nicht auftreiben. Das Kleid hatte ich von der Weihnachtsfeier.«
Christ stand auf. »Was machst du die ganze Zeit im Bad?«
»Kacken!«
»So lange?«
»Verstopfung!«
»Jeden morgen nach dem Aufstehen ein Löffel Leinsamen in Quark«
»Wie?«
Chris schritt zu dem tageszeitungsgroßen Schreibtisch, unter dem die Minibar brummte. »Hat mir der Tamban empfohlen.«
»Ich hasse Quark.«
»Dann nimmst Jogurt, hilft bestimmt gleichfalls.«
»Hast du Verstopfung?«
Er setzte sich auf den Hocker vorm Tisch, dabei schob er den linken Fuß unter sein Gesäß. »Nö!«
»Er gibt dir Tipps, obwohl ...«
»Musste Zeit gewinnen. Mich in der Wache umsehen.«

»Sei froh, dass ich an deine Handtasche gedacht habe«, erklang es aus dem Bad. »Sonst hättest du barfuß auf der Straße übernachten müssen.«
Chris öffnete die altrosa Henkeltasche, die neben dem Telefon auf dem Schreibtisch ruhte. »Hatte Glück, im Hausflur standen ein paar mitternachtsblaue Stiefel.«
»Zu Rot? Das sieht ja verboten aus!«
»Eher eine Nummer zu klein«, konterte Chris, fischte eine Puderdose aus der Handtasche, klappte sie auf, stellte sie vor seinem Gesicht auf. Den Kopf von links nach rechts schwenkend betrachtete er sein Spiegelbildverdrehte. Mit der Rechten verdrehte Chris sein schulterlanges currygelbes Haar, drückte es auf den Hinterkopf, schnappte sich drei Haarnadeln aus der Tasche und befestigte das Kunstwerk. »In meinem alten Hotel hätten sie ganz gewiss blöd gekuckt.«
»Wie gut das es diese Automatenhotels gibt, da fragt niemand. Und du hast sie wirklich nicht erstochen.«
Chris stülpte ein Haarnetz über seine Schädel. »Warum?«

»Immerhin hast du dich bei ihr eingenistet und ihre Identität geklaut.«
»Deswegen erstech ich sie?«
»Vielleicht war sie dahinter gekommen?«
Kopfschüttelnd beugte sich Chris nach links, ergriff eine Papiertüte und stellte diese vor die Handtasche.
»Blödsinn! Erstens hat sie mich vor zwei Wochen rausgeschmissen, weil eine alte Freundin eine Bleibe suchte und zweitens war es deine Idee!«
»Meine Schuld! Denkst vielleicht, ich habe Veronica verstümmelt.«
Chris fischte eine schwarze Kurzhaarperücke aus der Tüte. »Eifersucht!«
»Auf Veronica?«
»Ich zusammen mit einer attraktiven Frau in einer Wohnung.«
»Sie war eine ...«
»Domina. Hab ich vorher nicht gewusst«, vervollständigte Chris und setzte sich die Perücke auf. »Ja du! Du hast mir erzählt, dass dein alter Herr eine Mitarbeiterin sucht und sie war perfekt. Als sie im Supermarkt den Zettel anpinnte, suche Mitbewohnerin, habe ich es gleich gesehen. Alt, ja! Aber vom Gesicht erste Sahne.« Mit einem Stielkamm zupfte er das Kunsthaar zurecht. »Apropos Alter! Wie hat er eigentlich die spontane Kündigung seiner besten Kraft aufgenommen?«
»Keine Ahnung. Er ist bis ein Tag vor Silvester im Urlaub.«
»Wie?«
»Mit der Bahn! Er fährt immer mit der Bahn in den Skiurlaub - der Staus wegen.«
»Schiet! Hast du einen Schlüssel?«
»Mehrere!«
»Witzig. Ich meine von seinem Büro.«
»Nee! Warum?«
»Alle Spuren beseitigen, ohne, dass er davon Wind bekommt. Ein Foto hat er nicht gemacht und die Internetseite habe ich längst bearbeitet. Hatte in der Nacht genug Zeit. Ein Spaziergang konnte ich ja nicht machen.«
»Wolltest nicht deine Beinchen zeigen!«
»Zu gefährlich!«
Sie kicherte. »Hattest Angst, dass dich ein Typ zum Drink einlädt.«
»Eher, dass mich eine Nute verprügelt, weil ich in ihrem Revier flaniere.«
»Ich weiß nicht, was du hast. Ist ein gewöhnliches Gewerbegebiet.«
»Sogar nachts! Erst recht in diesem hellhörigen Hotel.«

Das Rauschen der Toilettenspülung hallte durch das Hotelzimmer.
»Bist fertig?«
»Nein! Und hast du die Daten?«

Chris holte einen schwarzen Schnurrbart aus der Papiertüte.
»Wie denn?« Er tupfte Kleber auf die Rückseite des Schnauzers. »Malte war nackt«, er sengte den Kopf, »und tot.«
Er schluckte und drückte die falsche Haarpracht unter seiner Nase fest.

Sich vorbeugend warf Chris die Tasche um, kramte in ihr. »Ich hab dir doch gesagt, er kam nicht! Eine halbe Ewigkeit habe ich im Restaurant gewartet.« Mit einem Pinzettengriff fasste er einen Augenbrauenstift, setzte die schwarze Spitze neben dem Nasenrücken an. »Dann bin ich zu dir und du kamst mir entgegen.«
»Entgegen nach Hause wollte ich.«
»Egal!« Chris färbte seine Braue ein. »Kamst gelegen.«
»Und jetzt?«
»Muss ich direkt, an den Anwalt rann?«
»Nach Mailand?«
Chris stand auf, schritt zum Bett und ergriff eine schwarze Nadelstreifenhose. »Der Anwalt des Clans, hat einen Kollegen hier bei uns, mit dem er zusammenarbeitet,« er stieg ins rechte Hosenbein, »und der trifft sich mit anderen Rechtsverdrehern an jedem ersten Weihnachtstag zum Essen.« Er verhüllte sein zweites Bein.
»Da willst du einfach Hallo sagen?«
Chris steckte den Kopf ins Loch, zog den Reißverschluss zu. »Fast! Der Rechtsanwalt hat einen neuen Mitarbeiter und der ist«, er schloss den Gürtel, »war ein Freund«, er zuckte mit den Achseln, »Bekannter von Malte.« Er ging zurück zum Schreibtisch, nahm die Krawatte vom Fernseher, die über diesem baumelte und hing sie sich um den Hals. »Zufällig treffen wir uns im selben Restaurant.«
»Deshalb brauchtest du deinen Koffer?«
Chris bannte seinen Binder. »Auch!«
»Stimmt! Außer dem roten Minikleid hattest du ja nichts zum Anziehen.«

Die Augen verdrehend schlüpfte Chris in einen schwarzen Slipper, winkelte das rechte Bein nach hinten ab und zog das Leder über seine Ferse. »Apropos Koffer! Du musst unbedingt den Zweiten aus Veronicas Haus hohlen.«
»Hey, das ist Sperrgebiet!«
Sein zweiter Fuß flutschte in den linken Schuh. »Egal! Mach dir Gedanken! Der Flugschein für heute ist in ihm.«

Chris schlüpfte in eine zur Hose passende Anzugjacke, dann hockte er sich nieder, verstaute ein Teil des Inhaltes der Handtasche in einem neben ihm liegenden anthrazit farbenen Schalenkoffer. Er schloss den Koffer, richtete sich auf, schritt erneut zum Bett, steckte ein Laptop in einen Rucksack. Das Gepäckstück in der Rechten, ging er wiederum vor dem Koffer in die Hocke, ergriff desen Bügel und zog ihn beim Aufstehen in die Senkrechte.
»Kriegst du das hin? Ich fliege wie geplant morgen nach Rom.«
»Jetzt verstehe ich! Den Anwalt, den du zufällig treffen wirst, ist zwischen den Feiertagen zufällig in Mailand.«
Chris stellte das Gepäck vor der Badezimmertür ab, nahm einen Herrenwollmantel vom Hacken und zog diesen sich über. »Für eine Frau denkst du erstaunlich logisch.«
Zur Antwort erklang die Toilettenspülung.
»Ich dachte, du kommst mit zu meiner Mutter. Die würde sich bestimmt freuen.«
Chris rollte mit den Augen.

»Eine Frage habe ich?«, erklang es aus dem stillen Örtchen. »Wie hast du es eigentlich geschafft, dass Tamban fast fluchtartig die Wache verlassen hatte.«
Chris schmunzelte. »Ich hab ihm einen geblasen!«


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8. Zu zweit im Hotelzimmer

Christ schwang das rechte Bein nach vorn, bis es das Kopfkissen berührte, drückte die Zehenspitze des linken Fußes gegen das metallene Bettgestell. Den Oberkörper abwechselnd auf die Oberschenkel pressend, knüpfte Christ im Takt des quietschenden Bettes sein gestärktes, blütenweißes Hemd zu.
»Mit wem treibst du es den?«, schallte eine Frauenstimme durch eine, eine handbreit geöffnete Tür.
»Ich mache Dehnungsübungen.«, erklärte Christ und ergriff einen tiefschwarzen wolligen Ball.
»Irgendwann verknotest du dich.«
»Ein bisschen Sport würde dir guttun.« Christ öffnete das Knäuel, steckte einen Strumpf zwischen die Zähne und schüttelte den Zweiten aus. Die Finger über dem Kopf berührend, beugte Christ sich vor und hüllte den Fuß in den Stoff. »Hält gelenkig!«
»Bist du der Meinung, ich bin zu Dick?«
Christ krümmte den Rücken. »Was sollte das eigentlich mit dem roten Minikleid!«, zürnte Christ und zerrte den zweiten Strumpf über den linken Fuß.
»Saß bestimmt süß aus?«
»Amüsieren kann ich mich selber.«
»Hat dir das Rot oder die Länge nicht gefallen?«

Christ ging in den Seitspagat, drückte seine Knie gegeneinander und setzte sich auf die Bettkante. »Ein Anzug habe ich nicht erwartet, eine Jeans und einen Pullover hätten es ebenso getan, zumindest ein Paar Schuhe!«
»Upsi. Die konnte ich wirklich nicht auftreiben. Das Kleid hatte ich von der Weihnachtsfeier.«
Christ stand auf. »Was machst du die ganze Zeit im Bad?«
»Kacken!«
»So lange?«
»Verstopfung!«
»Jeden Morgen nach dem Aufstehen ein Löffel Leinsamen in Quark«
»Wie?«
Christ schritt zu dem tageszeitungsgroßen Schreibtisch, unter dem die Minibar brummte. »Hat mir der Tamban empfohlen.«
»Ich hasse Quark.«
»Dann nimmst Jogurt, hilft bestimmt gleichfalls.«
»Hast du Verstopfung?«
Christ setzte sich auf den Hocker vorm Tisch, dabei schob sich der linke Fuß unter das Gesäß. »Nö!«
»Er gibt dir Tipps, obwohl ...«
»Musste Zeit gewinnen. Mich in der Wache umsehen.«

»Sei froh, dass ich an deine Handtasche gedacht habe«, erklang es aus dem Bad. »Sonst hättest du barfuß auf der Straße übernachten müssen.«
Christ öffnete die altrosa Henkeltasche, die neben dem Telefon auf dem Schreibtisch ruhte. »Hatte Glück, im Hausflur standen ein paar mitternachtsblaue Stiefel.«
»Zu Rot? Das sieht ja verboten aus!«
»Eher eine Nummer zu klein«, konterte Christ, fischte eine Puderdose aus der Handtasche, klappte sie auf, stellte sie vor seinem Gesicht auf. Den Kopf von links nach rechts schwenkend betrachtete Christ sein Spiegelbildverdrehte. Mit der Rechten verdrehte Christ sein schulterlanges currygelbes Haar, drückte es auf den Hinterkopf, schnappte sich drei Haarnadeln aus der Tasche und befestigte das Kunstwerk. »In meinem alten Hotel hätten sie ganz gewiss blöd gekuckt.«
»Wie gut das es diese Automatenhotels gibt, da fragt niemand. Und du hast sie wirklich nicht erstochen.«
Christ stülpte ein Haarnetz über seine Schädel. »Warum?«

»Immerhin hast du dich bei ihr eingenistet und ihre Identität geklaut.«
»Deswegen erstech ich sie?«
»Vielleicht war sie dahinter gekommen?«
Kopfschüttelnd beugte sich Christ nach links, ergriff eine Papiertüte und stellte diese vor die Handtasche.
»Blödsinn! Erstens hat sie mich vor zwei Wochen rausgeschmissen, weil eine alte Freundin eine Bleibe suchte und zweitens war es deine Idee.«
»Meine Schuld! Denkst vielleicht, ich habe Veronica verstümmelt.«
Christ fischte eine schwarze Kurzhaarperücke aus der Tüte. »Eifersucht!«
»Auf Veronica?«
»Ich zusammen mit einer attraktiven Frau in einer Wohnung.«
»Sie war eine ...«
»Domina. Hab ich vorher nicht gewusst«, vervollständigte Christ und setzte sich die Perücke auf. »Ja du! Du hast mir erzählt, dass dein alter Herr eine Mitarbeiterin sucht und sie war perfekt. Als sie im Supermarkt den Zettel anpinnte, suche Mitbewohnerin, habe ich es gleich gesehen. Alt, ja! Aber vom Gesicht erste Sahne.« Mit einem Stielkamm zupfte Christ das Kunsthaar zurecht. »Apropos Alter! Wie hat er eigentlich die spontane Kündigung seiner besten Kraft aufgenommen?«
»Keine Ahnung. Er ist bis ein Tag vor Silvester im Urlaub«, schallte es aus dem Bad.
»Wie?«
»Mit der Bahn! Er fährt immer mit der Bahn in den Skiurlaub. Der Staus wegen.«
»Schiet! Hast du einen Schlüssel?«
»Mehrere.«
»Witzig. Ich meine von seinem Büro.«
»Nee! Warum?«
»Alle Spuren beseitigen, ohne, dass er davon Wind bekommt. Ein Foto hat er nicht gemacht und die Internetseite habe ich längst bearbeitet. Hatte in der Nacht genug Zeit. Ein Spaziergang konnte ich ja nicht machen.«
»Wolltest nicht deine Beinchen zeigen?«
»Zu gefährlich.«
Sie kicherte. »Hattest Angst, dass dich ein Typ zum Drink einlädt.«
»Eher, dass mich eine Nute verprügelt, weil ich in ihrem Revier flaniere.«
»Ich weiß nicht, was du hast. Ist ein gewöhnliches Gewerbegebiet.«
»Sogar nachts! Erst recht in diesem hellhörigen Hotel.«

Das Rauschen der Toilettenspülung hallte durch das Hotelzimmer.
»Bist fertig?«
»Nein! Du hast die Daten?«

Christ holte einen schwarzen Schnurrbart aus der Papiertüte.
»Wie denn?« Christ tupfte Kleber auf die Rückseite des Schnauzers. »Malte war nackt und tot.«
Christ schluckte und drückte die falsche Haarpracht unter der Nase fest.

Sich vorbeugend warf Christ die Tasche um, kramte in ihr. »Ich hab dir doch gesagt, er kam nicht! Eine halbe Ewigkeit habe ich im Restaurant gewartet.« Mit einem Pinzettengriff fasste Christ einen Augenbrauenstift, setzte die schwarze Spitze neben dem Nasenrücken an. »Dann bin ich zu dir und du kamst mir entgegen.«
»Entgegen? Nach Hause wollte ich.«
»Egal!« Christ färbte seine Braue ein. »Kamst gelegen.«
»Und jetzt?«
»Muss ich, direkt an den Anwalt rann?«
»Nach Mailand?«
Christ stand auf, schritt zum Bett und ergriff eine schwarze Nadelstreifenhose. »Der Anwalt des Clans, hat einen Kollegen hier bei uns, mit dem er zusammenarbeitet und der trifft sich mit anderen Rechtsverdrehern an jedem ersten Weihnachtstag zum Essen.« Christ verhüllte sein zweites Bein.
»Da willst du einfach Hallo sagen?«
Christ steckte den Kopf ins Loch, zog den Reißverschluss zu. »Fast! Der Rechtsanwalt hat einen neuen Mitarbeiter und der ist, war ein Freund«, Christ zuckte mit den Achseln, »Bekannter von Malte.« Christ flanierte zurück zum Schreibtisch, erfasste eine Krawatte, die über einen Fernseher baumelte, und hing sie diese um den Hals. »Zufällig treffen wir uns im selben Restaurant.«
»Deshalb brauchtest du deinen Koffer?«
Christ bannte seinen Binder. »Auch!«
»Stimmt! Außer dem roten Minikleid hattest du ja nichts zum Anziehen.«

Die Augen verdrehend schlüpfte Christ in einen schwarzen Slipper, winkelte das rechte Bein nach hinten ab und zog das Leder über die Ferse. »Apropos Koffer! Du musst unbedingt den Zweiten aus Veronicas Haus hohlen.«
»Hey, das ist Sperrgebiet!«
Der zweiter Fuß flutschte in den linken Schuh. »Egal! Mach dir Gedanken! Der Flugschein für heute ist in ihm.«

Christ schlüpfte in eine zur Hose passende Anzugjacke, hockte sich nieder, verstaute ein Teil des Inhaltes der Handtasche in einen anthrazitfarbenen Schalenkoffer. Mit einem Ruck schloss Christ den Koffer, richtete sich auf, schritt erneut zum Bett, stopfte ein Laptop in einen Rucksack. Das Gepäckstück über der linken Ellenbeuge stolzierte Christ abermals zum Koffer, hockte sich nieder, erfasste desen Bügel und zog ihn beim Aufstehen in die Senkrechte.
»Kriegst du das hin? Ich fliege wie geplant morgen nach Rom.«
»Ich versteh! Den Anwalt, den du zufällig treffen wirst, ist zwischen den Feiertagen zufällig in Mailand.«
Christ stellte das Gepäck vor der Badezimmertür ab, nahm einen Herrenwollmantel vom Harken und zog diesen sich diesen über. »Für ein Girl denkst du erstaunlich logisch.«
Zur Antwort erklang die Toilettenspülung.
»Ich dachte, du kommst mit zu meiner Mutter. Die würde sich bestimmt freuen.«
Christ rollte mit den Augen.

»Eine Frage habe ich?«, erklang es aus dem stillen Örtchen. »Wie hast du es eigentlich geschafft, dass Tamban fluchtartig die Wache verlassen hat.«
Christ schmunzelte. »Ich habe ihm einen geblasen.«

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