Boliviafly (gelöscht)

raineru

Mitglied
wer es schon gelesen hat... sorry
es ist nichts verändert.
Ich habe das Ding nur von "Erzählungen"
nach "Kurzgeschichten" geschoben, weil es
für eine Erzählung zu kurz ist.
In meinen Augen.

raineru
 
E

eisblume

Gast
Hallo Rainer,

dann mach ich mal den Anfang, wobei ich auf RS- und Kommafehler jetzt nicht eingehe.

Gleich die ersten beiden Sätze gehören meiner Meinung nach gestrichen, ganz besonders der zweite davon. Da ist also ein Ich, das die Geschichte aus der Sicht von Remo erzählt. Warum schreibst nicht gleich einfach aus der Sicht von Remo, ohne das vorgeschaltete ich? Taucht dieses Ich zu einem späteren Zeitpunkt denn nochmals auf?
Mit diesem zweiten Satz hast du auch festgelegt, dass das Folgende aus Remos Sicht erzählt wird. Diese Perspektive verlässt du aber des Öfteren, die ist nicht konsequent gehalten. Was besonders in den Phasen, in denen Remo halb bzw. ganz bewusstlos ist, technisch auch nicht geht. Was in der Zeit passiert, müsste er dann im Nachhinein erzählt bekommen.
An der Stelle sei jetzt der Abschnitt ELF erwähnt. In diesem Teil ist Remo sozusagen gar nicht anwesend. Der Leser erkennt erst sehr spät, dass dieser Teil wohl aus Sicht von Carlito erzählt ist.
Im Hinblick auf die Perspektive müsstest du also nochmals überdenken, ob sich wirklich alles aus Remos Sicht erzählen lässt und ob das auch sinnvoll ist. Vielleicht wäre es besser, einen zweiten Erzählstrang aus anderer Perspektive einzufügen (besonders im Hinblick darauf, wenn es etwas Längeres werden sollte).
Ich finde, dass es sich sprachlich stellenweise leider recht holprig liest, was den Lesefluss stört.
Trotz der Nummerierung wirkt das Ganze auf mich ein wenig unstrukturiert, m. M. n. könnte es nicht schaden, den Text zu straffen.
Soweit mal von meiner Seite, kann aber gut sein, dass ich nochmals drauf zurückkomme.

Lieben Gruß
eisblume
 

raineru

Mitglied
Hallo Eisblume,

vielen Dank für deine Mühe und die klaren Worte.

die ersten beiden Sätze habe ich tatsächlich erst einegfügt, als es schon hier veröffentlicht war. Ich dachte ,das macht es spannender.
Wird sofort entfernt.
Der Rest wird ebenfalls geändert.
Ich sehe die Dinge und erkenne nicht, was nicht stimmt.

Danke für deine Hilfe

Raineru
 
E

eisblume

Gast
Hallo Rainer,

wenn es dir recht ist, möchte ich mal versuchen, jetzt anhand von Abschnitt EINS aufzuzeigen, wo es m. M. n. sprachlich holpert.
Wenn ich da jetzt zu viel "herumgedoktort" habe, dann sag es bitte.

Lieben Gruß
eisblume


Die verdreckten Scheinwerfer des Überlandbusses zitterten schwaches Licht auf die aufgeweichte Dschungelpiste. Blitze züngelten in der Tropennacht. Schlagloch [blue]folgte[/blue] auf Schlagloch, als fahre man in einer leeren Pralinenschachtel.
Harte Sitze.
Fernes Donnerrollen über unendlichem Grün.
Die Fenster blieben wegen der Schlammspritzer geschlossen, machten die drückende Hitze, die verbrauchte Luft noch unerträglicher.

Im gelbroten Halblicht, das eine schmutzige Deckenlampe geizig verteilte, bemerkte Remo, der es aufgegeben hatte schlafen zu wollen in den Augenwinkeln, dass er von seinem Sitznachbarn beobachtet wurde.
[blue]Innerhalb dieses Satzes sind (mir) zu viele Infos enthalten, dadurch ist er zu verschachtelt.
Vielleicht:
Eine schmutzige Deckenlampe tauchte das Innere des Busses in gelb-rotes Licht. Remo, der es aufgegeben hatte, schlafen zu wollen, bemerkte aus den Augenwinkeln, dass er von seinem Sitznachbarn beobachtet wurde. [/blue]

Es waren die hellwachen Augen von Carlito [blue](woher weiß Remo in diesem Moment den Namen des Jungen?)[/blue], ein auffallend gut gekleideter Mestizenjunge.

Drei Uhr, und erst im Morgengrauen würden sie am Ziel sein, dem Rio Madre de Dios, dem Grenzfluß zu Bolivien.
[blue]Diesen Satz empfinde ich an dieser Stelle als störende Unterbrechung. Den Satz besser an anderer Stelle unterbringen und bei der Beschreibung des Jungen bleiben. [/blue]

Der Junge war vielleicht vierzehn und seit dem Stop in Puerto Velho auf der Suche nach einem unaufdringlichen Gesprächsstart. [blue](woher weiß Remo das? Es sei denn natürlich, du schreibst jetzt auktorial.)[/blue] Remo war für ein wenig Unterhaltung dankbar, obwohl es ihm nicht besonders gut ging. Genauer gesagt, ging es ihm sehr schlecht. In der Amazonasgegend und überhaupt in Brasilien ist es nicht schwer, sich unangenehme Darmparasiten einzufangen. Er war nicht zum ersten Mal in Südamerika. Doch diesmal hatte er ein verdammt ungutes Gefühl. Zur Übelkeit und dem traditionellen Durchfall, kam Fieber, und das war beängstigend.
„Was machst du in Brasilien?“
Die großen schwarzen Augen des Jungen blitzten vor Neugier.


Remo war, wenn man so will, freischaffender Goldsucher, der seinen Job mochte und dahinter gekommen war, dass im Department Mato Grosso ein gewaltiges Erzvorkommen, unbemerkt vor sich hinschlummern würde. Ein Basaltvorkommen hatte seine Aufmerksamkeit geweckt und nach langwierigen Tests vor Ort in unwegsamem Gelände mit einem einheimischen Team, hatte sich seine Vermutung bestätigt. Im Tagebau würde man großflächig Gold gewinnen. Andere Erze würden ebenfalls abgebaut, jedoch nur als Nebenprodukte. Nach seinen Berechnungen und seine Berechnungen waren von Schweizer Qualität, handelte es sich um eines der größten Vorkommen wenn nicht gar um das größte in Südamerika.
Diese Infos sind sicher nicht unwichtig, aber an der Stelle eingeschoben, ist es (mir) zu viel Text, bis dann die Antwort von Remo folgt (in der Zeit habe ich ja die Frage schon wieder vergessen :) )

„Ich arbeite.“ sagte Remo.
Er schlug sich mit der flachen Hand auf die Backe. Eines der zwei Millionen Moskitos im Bus war an sein Ohr gesummt

um zu testen, ob die Blutbar besucht werden konnte, ohne danach total platt zu sein.
[blue]Dieser Zusatz liest sich so, als wären das die Gedanken des Moskitos. [/blue]


„Du arbeitest? ... Was arbeitest du?“
„Wir haben in den Bergen nach Gold gesucht“
„Gold?“
„Ja. ... Gold!“
„Hast du welches gefunden?“ Einige listige Augenpaare aus cafébraunen Gesichtern drehten sich nach ihnen um. Die Passagiere waren meist Hängemattenhändler, die Ihre Ware in Manaos gekauft und im und auf dem Bus nach Bolivien brachten.
„Nein … leider“ sagte Remo.
Es war in diesem Fall aus „gesundheitlichen Gründen“ besser, kein Gold gefunden zu haben.
„Der Hubschrauber hat nicht funktioniert“, sagte Remo. Um in den Bergen arbeiten zu können, hatten sie in den letzten Tagen einen Hubschrauber gemietet. Die Behörden in Manaos waren auf der Stelle hellhörig geworden und begannen Fragen zu stellen. Die Antworten waren jedoch zuerst für die [blue](hier fehlt ein Verb, vielleicht: reserviert; oder auch: ... waren jedoch erst an die adressiert, denen Remo sein Wissen verkaufen wollte.)[/blue], denen Remo sein Wissen verkaufen wollte: [blue]die [strike]. Die [/strike][/blue]Partner von der kanadischen Central-Gold-Company, dem drittgrößten Goldförderer der Welt. Nach dem Gespräch mit diesen Leuten in La Paz würde er in den nächsten dreihundert Jahren [blue](zu übertrieben, schlicht: bis ans Lebensende)[/blue] keine finanziellen Probleme mehr haben.
Er musste zu diesem Termin.

Nach dem es in Manaos, wegen der starken Regenfälle keine Starts gab, hatte er die einzige Möglichkeit, drei Tage und Nächte in diesem stinkenden Bus bis zur bolivianischen Grenze, nach Riberalta am Rio Madre de Dios, genommen.
[blue]Das ist unnötig unschön formuliert. Vielleicht:
Wegen der starken Regenfälle waren in Manaos alle Starts gestrichen worden. Ihm blieb nur die Möglichkeit, drei Tage lang in diesem stinkenden Bus bis zur bolivianischen Grenze nach Riberalta am Rio Madre de Dios zu holpern/schaukeln/fahren.[/blue]

„Ich bin schon mit einem Schraubenflieger geflogen“, sagte der Junge [blue](vielleicht: ... unterbrach der Junge seine Gedanken)[/blue]. [red]"[/red]Mein Vater ist der Chef vom Flughafen in Riberalta, und er ist der Bürgermeister. Als Soldaten wegen Drogenhändlern die Gegend durchkämmt haben, hat mich einer in einem Hubschrauber mitfliegen lassen. Nur ein Paarhundert Meter aber Waaauuu, das war toll. Er hat mir einen Trick gezeigt, wie man einen kleinen Flugzeugmotor so behandeln kann, dass er nach kurzer Zeit, nach dem Start, kaputt geht. Die Drogenhändler, die damit fliehen wollten, müssten mit Fallschirmen abspringen und die Soldaten könnten sie aufsammeln.“ Der Junge war aufgedreht und plapperte weiter [blue](munter drauf los; oder: ... plapperte er Junge aufgedreht weiter).[/blue]
Remos Magen zog sich zusammen. [blue][strike]und er[/strike] [/blue]Er hielt eine Plastiktüte, in die er sich übergeben könnte, bereit. „Kannst du mir deinen Vater vorstellen, wenn wir da sind?“ fragte er, kniff die Augen zusammen und biss sich vor Bauchschmerzen auf die Unterlippe. „Geht es dir nicht gut?“ fragte Carlito. Remo schwitzte mehr als üblich und war weißer als Gringos, für gewöhnlich sind.
„Es geht schon. Ich bin nur ein bisschen erkältet“, log er.


Seine Verlobte würde er nach den Nebenwirkungen des Malariamittels fragen, das sie ihm eingepackt hatte.
Als Apothekerstochter aus La Paz kannte sie sich nicht nur mit den üblichen Medikamenten, sondern auch mit den magischen Heilkräutern der „fahrenden Ärzte“ Boliviens aus. Er erinnerte sich, dass sein Unwohlsein begonnen hatte, nachdem er das Vorbeugemedikament zum ersten Mal eingenommen hatte.
[blue]Er musste unbedingt Carmencita, seine Verlobte, nach den Nebenwirkungen des Malariamittels fragen.Er erinnerte sich, dass sein Unwohlsein begonnen hatte, nachdem er das Vorbeugemedikament zum ersten Mal eingenommen hatte.
Als Apothekerstochter aus La Paz kannte sie sich nicht nur mit den üblichen Medikamenten, sondern auch mit den magischen Heilkräutern der „fahrenden Ärzte“ Boliviens aus.[/blue]

Mit Carmencita war er seit einem Jahr zusammen.[blue](Seit zwei Jahren war er mit ihr zusammen.)[/blue] Nach dem Geschäft mit Central-Gold würden sie in Zürich heiraten. In Riberalta würde sie auf ihn warten.
Remo hoffte, dass Bruce auch da sein würde. Bruce war seit ihrer Kindheit sein bester Freund. Sie hatten zusammen studiert und waren wie Brüder. Ein schrecklicher Unfall hatte ihre Freundschaft auf eine harte Probe gestellt, doch das hatte Remo verdrängt und das war auch im Augenblick nicht wichtig . An den Fenstern des Busses wurden die Schlammschicht langsam heller. Der Tag kam. [blue](Die Schlammschicht an sich wird nicht heller, sie scheint nur heller, weil es eben draußen hell wird. Das müsstest du entsprechend umformulieren.)[/blue]

Der Fluss war da.
[blue]unschön; vielleicht: Er konnte bereits den Fluss erkennen/Sie waren am Fluss angekommen/Sie hatten ihr Ziel erreicht, der Fluss schlängelte sich ... - je nachdem, wie der Fluss verläuft.)[/blue]
 

raineru

Mitglied
Hallo eisblume,

vielen Dank für deine Mühe.
Es ist nicht nötig, dass du so viel Zeit für meine Sachen verbrauchst.
Hilfreich ist es natürlich und ich werde die Dinge zum Besseren ändern.

Ich habe es eben schnell mal überflogen und stimme dir in Vielem zu.
Meine Perspektive war immer auktorial geplant.
Das scheint nicht zu klappen.
Und eins habe ich vom alten Hemingway geklaut.
"der Fluß war da."
Das setzt die Fantasie des Lesers in Gang oder soll es zumindest.

Wenn es mein beruflicher Stress erlaubt
bearbeite ich den Text in den nächsten Tagen

erst mal Danke

Rainer
 
E

eisblume

Gast
Hallo Rainer,

auktorial also, ok, dann ist die Perspektivfrage geklärt. Und mit dem guten Ernest wollte ich mich jetzt nicht anlegen :)

Lieben Gruß
eisblume
 


Oben Unten