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Otto Lenk

Foren-Redakteur
Teammitglied
Du!
Wenn man so krank ist, kommt ja irgendwann Gott daher.
Da kannste so ungläubig sein wie du willst.
Irgendwann kommt der Punkt, an dem man nicht mehr weiter weiß.
Wirste denken: Von allen guten Geistern verlassen.
Ja, so isses wohl.
Und dann bleibt dann nur der große Geist.
Merkste schon im Kleinen.
Also, jetzt pass auf.
In unserm Bad sind immer wieder Silberfische unterwegs.
Hausschuh in die Hand und Platsch.
Vorgestern auch wieder.
Ich sitz da so und omme vor mich hin.
Da flitzt so ein Fischchen von links nach rechts durchs Bad.
Ich den Hausschuh in die Hand und…
Nix!
Dacht ich: Wenn es den da oben doch gibt und der guckt jetzt?
Steh ich doch gleich auf der Abschussliste.
Ich den Silberfisch seines Weges ziehen lassen.
Pluspunkt, dacht ich.
Und du!
Die Ameisen in unserm Haus sind jetzt alle meine Freunde.
Selbst mit dem … hab ich gesprochen,
obwohl der mich eigentlich so was von kann.
Und glaubste nicht!
Gestern am späten Abend, Zeichen von oben.
Ich im Hof so für mich hin am ommen…und da!
Da fliegt doch ein Stern am Himmelszelt entlang.
Nur für mich.
Wirste sagen: Satellit!
Also…ich wünsch dir ja nicht, dass du in meine Situation kommst.
Aber sollte es doch so kommen, sprechen wir uns noch einmal.
Ein Stern, sag ich dir.
Nur für mich!
 

Otto Lenk

Foren-Redakteur
Teammitglied
Die Nacht hing hinter dem Fenster
Zwischen von Rubens an den Himmel gemalten Wolken
lugte ein voller Mond schamhaft hervor
schlug hier und da lichte Wunden ins schwarze Seidenpapier
Ich umnebelte das Bild mit meiner E-Zigarette
Erstarrte und wurde zum Fenster
hinter dem die Nacht hing
 

Otto Lenk

Foren-Redakteur
Teammitglied
Jetzt pass auf.
Gestern Nacht ist mir im Schlaf der Tod begegnet.
Ganz theatralisch kam er daher.
Mit Totenschädel in der einen, Sense in der anderen Hand.
Mein erster Gedanke: Na jetzt aber.
Gleich wird er anfangen…von wegen Sein oder Nichtsein.
Aber denkste. Nix dergleichen.
Er setzte sich auf die Bettkante und schwieg.
Eines von den bedeutsamen Schweigen.
Wo du denkst…Jetzt kommt gleich der Hammerspruch.
Und was passiert.
Als ich fast eingeschlafen bin, vor lauter Schweigsamkeit,
(und das im Schlaf…kannste dir das denken?)
fängt er an zu schwätzen.
°Ich hab keinen Bock mehr° sagt der plötzlich.
Tiefster Bariton versteht sich. So mit Erdbeben im Bauch.
Und ich.
°Was heißt das? Hättste dir dafür keinen andern Platz suchen können?
War doch nur ein Zufall, dass dee grad hier bist, oder?°
Und darauf der.
°Eigentlich nicht. Bin geschäftlich unterwegs.
Ist doch die Dekan Lindenbein Str. 1, oder?°
Und ich denk…jetzt nur keinen Fehler machen.
°Nö, da biste falsch. Ist schon die Dekan Lindenbein,
aber nicht die Nummer 1. Die ist…denk ich°
Und in diesem Moment voll die Panik.
Frag nicht. Wollt grad zum Sensemann sagen,
dass die 1 gegenüber ist.
Aber dann grad noch tief gedacht.
Was dann. Dann geht er rüber. Vielleicht zu dee Ulrike.
Oder der hübschen Blonden, die immer so lieb lächelt.
Na ja…der blöde alte Sack wäre nicht so schlimm.
Aber was weiß ich. Keine Garantie.
Und dann ich die volle Verantwortung. Nee, nee.
Also ich ganz kleinlaut…
°Na ja, ist schon die 1.
Aber glaubste nicht, dass es noch zu früh ist?°
Und er.
°Ich hab keinen Bock mehr!
Immer der einzig Lebende in diesem Geschäft.
Mit der Zeit stinkt das einem. Kannste glauben.°
Und ich schon wieder denk. Aber frag nicht wie.
Unterstützen heißt es jetzt.
Ich muss den Typen in seinen Gedanken unterstützen.
°Jo…das versteh ich jetzt, Alter. Scheiß Job.
Wie wär´s mal mit ´ner Pause?
Einfach mal fallen lassen. So voll das Omm und so.°
Und jetzt er.
°Jo! Geiler Gedanke irgendwie.°
Und haste nicht gesehen, legt der sich neben mich ins Bett.
°Bin so müde°, sagt er noch und schon voll das Dings.
Und soll ich dir was sagen.
Bett auf einmal Nordpol. Volles Programm.
Außer Eisbär und so.
Und ich denk: °Jetzt ganz cool bleiben°
Und weil ich nix zu tun, da im Schlaf,
guck ich mir den Tod mal näher an.
Alt kann ich dir sagen. Sehr alt. Und Geruch. Älter.
Und dann seh ich einen Reißverschluss.
Läuft so vom Kehlkopf nach unten.
Und ich schon wieder denk. Ach! Verarsche.
Halloween und so. Kostümlottel.
Ich also am Reißverschluss gezogen.
Aber glaubste nicht. Als ich den aus ´em Kostüm geschält,
ist doch da noch ein Tod unten drunter.
Wieder mit Reißverschluss. Und ich wieder zieh und aus.
Und wieder das ganze Theater. Und wieder und wieder.
Und der Tod wird immer dünner und dünner,
bis er auf einmal nicht mehr da war.
Hatte ihn ausgezogen. Vollkommen.
Mann. Glück gehabt. Hätte auch in die Hose gehen können,
denk ich, und schlaf dabei ein. Im Schlaf…verstehst schon!
Auf einmal der Typ wieder neben mir.
Ich erst voll den Horror. Aber haste nicht gesehen.
Kenn mich ja aus. Also ran an den Reißverschluss.
Und wie ich versuch ihn zu öffnen, merk ich:
Scheiße! Klemmt.
Und nicht das du denkst.
Von wegen wach werden und fertig.
Denkste! Ich voll in der Schlafschleife eingeklemmt.
Und jetzt! Volle Panik.
Ich wach geworden. Im Schlaf versteht sich.
Und denk. Mann oh Mann. Jetzt müssteste aufwachen.
Wäre Zeit und so. Wäre echt Zeit...
Aber kennste doch. Wenn du wieder und wieder.
Immer ein und dieselbe Passage. Wie früher.
Auf Schellack. Beispiel:
Elvis.
Immer wieder die eine Stelle…
°Muß i’ denn, muß i’ denn, zum Städtele hinaus,
Städele hinaus, Städele hinaus, Städele hinaus…°
Oh! Jetzt hängt’s. Kennste das?
Wenn du so ’en Teil vom Lied im Kopf hast.
Endlosschleife sozusagen.
Jetzt Doppelhänger sozusagen.
Wäre Zeit aufzuwachen – Städele hinaus,
wäre Zeit aufzuwachen – Städele hinaus…
und ich mittendrin. Verstehste?
Jetzt versuch du mal zu denken.
Wenn dee im Hinterkopf zwei Platten hast.
Ich mich also erst mal zur Ruhe gezwungen.
Sozusagen Selbstgespräch.
°Alles nur ein Traum.°
Hinterkopf: Städele hinaus –wäre Zeit aufzuwachen.
Und schon waren wir drei.
Städele hinaus-wäre Zeit aufzuwachen-alles nur ein Traum.
Und ich nur noch ein Gedanke. Jetzt denk nur nix mehr.
Und schon vier.
Städele hinaus-wäre Zeit aufzuwachen-alles nur ein Traum-
jetzt denk nur nix mehr -
Da verstehste auf einmal so Sprüche:
Nicht mehr im Kopf aushalten können und so.
Jetzt weißte ja Bescheid. Also ich.
Darfst nix mehr denken. Weil jeder neue Gedanke.
Hänger! Aber da fängts ja wieder an.
Das ist ja schon ein Gedanke.
Und fünf.
Ich also nix mehr gedacht.
Schwere Übung sag ich dir.
Nur noch der Melodie gelauscht.
Plötzlich wird der Tod wach.
°Was ist denn das fürn Scheißsong.°
Ein kräftiger Schlag mit seinem Totenschädel gegen den meinen…
…und du mein Schatz bleibst hier.
Erlösung.
 

John Wein

Mitglied
Mein lieber Denkheimer,
Ich seh das Bleigewicht zwischen den Zeilen. Eine ganze Nacht am Denken, wach und unwach. Ich schick dir aus NL ein paar Schmetterlinge nach Delkheim!
Groetjes, John
 

petrasmiles

Mitglied
Was für eine herrlich absurde Geschichte mit so vielen Zutaten, dass einem die Augen übergehen.
Ein-Lächeln-ins-Gesicht-zauber-Text!

Liebe Grüße
Petra
 

Otto Lenk

Foren-Redakteur
Teammitglied
Ich sitze auf der Leiter unsres Pools
und betrachte das Bildnis,
welches sich auf der Oberfläche des Wassers spiegelt.
Die blaue Himmelssee verschleiert sich
als hätte sie etwas zu verbergen,
dabei schwimmen nur Kondenzstreifen
und stählerne Vögel in ihr...

Apropos:
Ein Hausbesetzergrünfinkenpärchen
hat sich bei uns ohne Bau-
bzw. Bezugsgenehmigung eingenistet
Ja klar...typisch, diese alternativen Grünen.
Ich würde die ja nach Hamburg abschieben,
aber in diesem Frauenhaus hier haste ja nix zu melden.

Apropopopos:
Jetzt haben wir auch no so ne Kazze aus Thassos.
Hat sich auch bei uns eingenistet.
Guckt einem so mir nix dir nix mitten ins Herz
und da lässt sie sich dann nieder.
Haste keine Chance.
Natürlich auch ein Mädel.

...und ich spiegel mich im Pool.
Gleich werde ich hineinspringen
und dann wird mir sein
als schwämme ich blau verschleiert
durch das Himmelsmeer

...und unten auf der Erde sähe ich mich
auf der Leiter sitzend
mich in mir spiegelnd
nicht wirklich erdend
nicht wirklich
himmelreich
 

John Wein

Mitglied
Bei mir wohnen die Kohlmeisen auf der Terasse 1m über der Bank an der Wand und schimpfen "Schande!" Dabei störe ich sie doch überhaupt nicht, höchsten die beiden mich, wenn sie über mein kahles Haupt streichen.
Was würde eigentlich der Anton von der neuen Mieze halten? War der nicht queer, wie man heute sagt? würde das nicht passen? Unser Toni, ist ein altehrwürdiger Herr, hat nur noch einen Reißzahn, aber damit kriegt er immer noch ein vorwitziges Mäuschen.
Miao, mio! John
 

Otto Lenk

Foren-Redakteur
Teammitglied
Du!
Jetzt saß ich gerade auf dem Klo.
Hab so mir nix dir nix nix gedacht.
Einfach der Leere in meinem Raum gelauscht.
Rauschen im hohen Bereich, ansonsten nix.
Ich also so am sitzen und vor mich hin ommmen.
Da sah ich ihn.
Bodenbelag Fliesen.
In einem der Fliesen ihn.
Silberfisch.
Mittelalter, würde ich schätzen.
Er, sagen wir er, wegen dem ‚der‘.
Der Einfachheit halber, ganz ausgegendert.
Er, der Silberfisch, in dieser einen Fliese.
Hin und her, her und hin.
Hin und auch her immer wieder bis zur Fuge.
Erkundet und wieder zurück in seine Fliese.
Man, also ich, sah schon, dass er, der Silberfisch,
sich bemühte.
Sich um eine Erweiterung der quadratischen Welt bemühte.
Warum er in sie hineingeriet und wieso er ihr nicht mehr entkam,
ein Rätsel.
Hin und her, her und hin.
Fugen erkunden und zurück.
Dacht ich so für mich: Kannste mal sehen.
Da kommste so mir nix dir nix in einen Raum und findest keinen Ausweg.
Hatte der Silberfisch plötzlich was ganz menschliches für mich.
Weil…iss doch so.
Wir laufen ständig durch diese Fliesenräume.
Hin und wieder schaffen wir es über die Fugen hinweg.
Kaum am durchatmen, die nächste Fliese.
Und schon wirste zum kafkaischen Silberfisch.
Findest keinen Ausgang mehr aus deiner Fliesen/Fugenwelt.
Wünschst du dir einen Notausgang.
Oder ein Silberfisch zu sein.
Ei die weil man/n also ich ja glaubt, dass man/n also ich
so `nem kleinen Stümper überlegen ist.
 
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Otto Lenk

Foren-Redakteur
Teammitglied
Du erzählst mir, dass dich Atlantis fasziniert.
Ich blicke dir bei deinen Worten in die Augen und frage mich,
ob du das Atlantis vor oder nach dessen Untergang meinst.
Die linke Hand hast du in der Hosentasche vergraben.
Dort hütest du deinen Schatz. Fünf 8ter Murmeln.
Du mischst sie mit der Hand durcheinander und hoffst darauf die Goldene zu fischen.
Gelingt es, hältst du sie ins Licht und weißt, dass der Tag gut wird.
Die rechte Hand ist dein Substantiv.
Sie dient mehr deiner Ausdrücklichkeit als deine Worte.
'Irgendwann', sagst du, 'irgendwann werde ich mein Atlantis finden'.
In deiner linken Hand bricht sich das Sonnenlicht in der goldenen Murmel.
'In der Zwischenzeit rauschen die Tage vorüber.
Nur kurze Momente des Glücks und diesem irdischen Schmerz'.
Weisheit des Kindes, Philosophie der Alten, denke ich.
Bei deinen Worten, untermalt von deiner rechten Hand,
tanzt du zu einer Musik, die nur für dich hörbar ist.
Schritte, die keinem festen Rhythmus folgen.
Die Spuren folgen, die nur du erkennst.
Vollkommen taktlos, frei.
Ich forme einen Rahmen um deinen Tanz,
sehe mit malerischen Augen hindurch.
Erkenne die Spuren, denen du folgst und tanze.
So vergehen die Tage mit dir.
Bist so was wie der Fluchtpunkt meiner Realität.
Was wäre ich wohl ohne dich in meinem Kopf?
 

John Wein

Mitglied
Weise Gedanken. Vielleicht ist genau das die Kunst des Lebens: die großen Sehnsüchte nicht aufzugeben und gleichzeitig die kleinen Wunder in der Hand zu halten.
"Der Kopf denkt weiter als man denkt", vielleicht denkt er immer ein bisschen zuviel, zu sehr dein Fluchtpunkt einer Realität.
Be happy: Alles wird gut!
John
 

Otto Lenk

Foren-Redakteur
Teammitglied
Weil es ist, wie es ist

Jetzt schreib ich extra für dich
Ein liebes Gedicht

Vom Halten und Lassen
Weinen und Lachen
Von unsrem Universum
Bestehend aus Dunkel und Licht

Am Ende stehen da Du&Ich
Ein Liebesgedicht
 



 
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