Bruchstücke

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Bernd

Foren-Redakteur
Teammitglied
Mein Mitschwager machte mich aufmerksam:

ENTENFUTTER:

"Früher gab es ja den Universalgelehrten.

Vielleicht Erasmus von Rotterdam zum Beispiel.

Er überblickte sämtliche Wissenschaften.

Später wurde mehr und mehr spezialisiert.

So gab es mit der Zeit den stud. med. und den stud. med. dent.

Die Spezialisierung sollte indes meines Erachtens ihre Grenzen haben.

So finde ich beispielsweise den stud. entenfutter übertrieben!"
 

Otto Lenk

Foren-Redakteur
Teammitglied
Müde fällt das Eichenblatt in den Herbst hinein.
Hinein, hinein und haste nicht gesehen dem kleinen Eichhörnchen,
das über den Boden wieselt und blickt als wollte es sagen:
Suchen, suchen, suchen. Schnell, schnell, schnell.
Es ist schon spät, so spät…auf den Kopf.
Dort bleibt das müde nasse Eichenblatt kleben
und der Mensch ganz hin und weg vom Bild, denkt:
Passt schon.
Und dazwischen…
mit Verlaub, nicht,
dass er dem geeichten Hörnchen zu nahe treten wollte,
…im Laub,
ein Schläfer auf der Suche nach der 7.
6 hatte er schon, aber 7, diese Verflixte ixte.
Sprachs, nein dachts, nein instinkte,
der Schläfer im Laub, mit Verlaub.
 

Otto Lenk

Foren-Redakteur
Teammitglied
Ich denke gerade an die lyrischen Lieder des Psarandonis auf Kreta.
Meine Frau und ich saßen unter einem Johannisbrotbaum,
tranken roten Karavitakis, lauschten dem klagenden Klang
der Lyra, die den Sonnenuntergang zu beweinen schien.
Am Tag hatten wir das Grabmal von Kazantzakis besucht.
Dessen Grabinschrift ging mir nicht aus dem Kopf:

Ich erhoffe nichts. Ich fürchte nichts. Ich bin frei.

So einfach. So unfassbar einfach.
Aber doch so weit jenseits meines Lebens wie der unerreichbare Horizont.
Es war das erste Mal, aus diesem Grund komme ich darauf,
dass mich die Zikaden mit ihrem endlosen Gesang nicht nervten.
Der Wein, die Lyra, Psarandonis Gesang, dieses Wissen,
dass, wäre ich hier geboren, es hätte so sein können,
und es für einen kurzen Augenblick hier und jetzt auch so war,
machten mich still.

Für einen Moment erhoffte ich nichts. Ich fürchtete nichts.

Ich war frei.

Hier unterm Johannisbrotbaum.
 

Otto Lenk

Foren-Redakteur
Teammitglied
Du! Jetzt sitz ich hier auf Kreta.
Es ist irgendwas zwischen irgendwelchen Uhrzeiten.
Irgendjemand dreht an der Uhr.
Die Gezeiten kümmern sich 'nen Scheiß darum.
Ich selbst frage mich: Und nun, biste da, wo du hingewollt hast?
Gestern biss mich ein Krebs und ich fragte mich, ob dies die göttliche Antwort auf meine Fragen ist.
Na ja, könnte schon sein. Ich stelle mir Gott, glaube ich für einen Moment an ihn, als großen Zyniker vor.
Mein ganz persönliches Menetakel.
23:58Uhr.
Ich warte auf ein Zeichen.
Eines das mir beweist, dass die Zeit für mich stehen bleibt.
Vielleicht.
Vielleicht auch nicht.
Vielleicht
in einem anderen Licht.
Vielleicht, wenn man es
gar nicht erst versucht,
es sein lässt, bis es ist.
Vielleicht mit einer Geste,
einem Gedanken,
einem Lächeln, einem,
du weißt schon, wie es ist.
Vielleicht ganz unbedarft,
in einem Augenblick,
wo alles anders scheint
und ist. Vielleicht
in einem anderen Licht.
Vielleicht auch nicht.
 



 
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