Chaostag

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anemone

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Ulrike putzte und wienerte schon den ganzen Tag. Zum nächsten Tag hatten sich Gäste angesagt. In ihrem Kopf ging es zu wie im Schleudergang einer Waschmaschine.- Wie werde ich sie bewirten? Was mach ich mit Emil? Er ist zuckerkrank. Wird er den Kuchen essen können, den ich gebacken habe? – Doch der Schleudergang in ihrem Kopf schien in Unordnung geraten zu sein. Die Daten überschlugen sich und wirbelten durcheinander. Für den übernächsten Tag war ein Ausflug geplant und es sollte einiges eingepackt werden, wenn dort die Freunde am Meer besucht würden. Sie packte den tiefgefrorenen Kuchen, der für ihre Freunde bestimmt war, in die Strandtasche, holte den gebackenen Kuchen aus dem Backofen, packte den Putzeimer ins Auto und fuhr los, um die Oma zum Friseur zu bringen, weil sie auf eine Feier wollten. Sie stellte fest, dass der Friseurtermin falsch war, lud die Oma an der Gaststätte ab, die es nicht merkte, weil sie im Kopf ebenso wirr war wie Ulrike. Zu Hause angekommen nahm sie einen Lutscher, den sie für die Kinder vorgesehen hatte, setzte sich damit in den Fernsehsessel und überhörte das Telefon, das unentwegt schellte. Ihr Vater schaute nach ihr und sie schaute ihn mit ihrem Lutscher groß an. „Warum gehst du denn nicht ans Telefon?“ wollte er wissen und nahm den Hörer ab. Es war die Oma, sie wollte aus der Gaststätte abgeholt werden, wohin sie gar nicht wollte. Die Fenster wollten zu Ende geputzt werden, was Ulrike nicht mehr wollte und so nahm das Chaos des Tages seinen Lauf.
 

Renee Hawk

Mitglied
Hallo Anemone,

sehr schön, hab mich amüsiert, schön dargestellt wie es passieren kann. Wieder ein Text der eine sehr gute Basis bietet.
Ersetzte Ulrikes Vater durch ihren erstaunten Mann und lass ein paar Türklingler und so durchs Bild laufen.

liebe Grüße
Reneè


PS.: *gg* gefrorener Kuchen am Strand *gg*
 

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