Coronamaske

War gestern beim Zahnarzt, zum Im-Maul-Werkeln durfte ich dann die Maske absetzen, wer hätte das gedacht? Ich finde ja das Maske-Tragen an sich nicht schlimm, unschön ist eigentlich nur das Atmen darunter. Weniger das Ausatmen: Die Maske bläht sich dann ein wenig auf und die Luft pfeift oben und unten an den Rändern raus, das meiste aber scheint dummerweise innen drin zu bleiben und sich hartnäckig dem nächsten Atemzug aufzudrängen. Wobei man sich – unangenehm, fast schon leicht eklig – dann seine eigene verbrauchte warm-feuchte Luft wieder rein zieht.
Das ist sicherlich bloß eine atemtechnische Irritation, aber ich habe mir schon überlegt, wie man Abhilfe schaffen könnte: Man nehme einen Trinkhalm in den Mund und atme durch diesen aus. Man könnte bei kaltem Wetter das Trinkröhrchen auch ein wenig verlängern und sich unter Hemd oder Bluse stecken und so ganz nebenbei ein energetisch günstiges Wärme-Recycling betreiben. Wegen der dabei eventuell ausgeatmeten Corona-Viren sollte dann aber regelmäßig und ausgiebig die Brust mit heißem Wasser und Seife geschrubbt werden.
Bedauerlicherweise ist diese geniale Erfindung von vornherein zum Scheitern verurteilt, da die hochwohllöbliche Regierung, immer auf unser und das Wohl der Umwelt bedacht, die Plastik-Trinkröhrchen verboten hat, was sicherlich zu einer enormen Verringerung des Plastikmüllaufkommens geführt hat. Stattdessen gibt es jetzt ja überall auswaschbare Trinkröhrchen aus Edelstahl, der in der Umweltbilanz ja auch viel viel günstiger dasteht. Aber werden sie bei solch einer Reinigung innen drin auch wirklich sauber? Und wer will schon mit reinigungsmittelgetränkten Pfeifenreinigern in stählernen Trinkröhrchen rumkratzen um auch den schwierigen Bogen sauber zu bekommen? Ich denke, die Edelstahltrinkröhrchenreinigungsmaschinenhersteller stehen schon in den Startlöchern!
Es ist aber dennoch zu vermuten: Daraus wird nichts werden. Ständig so ein hartes, dünnwandiges Stahlrohr im Mund, das ist ja gefährlich! Eine unbedachte Bewegung, etwa ein Kopfschütteln auf die Frage, ob man noch eine weitere Textilmaske kaufen möchte, und schon rammt man sich das Stahlding ins Zahnfleisch, es blutet und man muss wieder zum Zahnarzt, und – siehe oben.
 

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