Dämmerung

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Walther

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Dämmerung

Am Horizont flockt Wolkenschaum.
Ein Untergang haucht sich pastellen
Auf ihre fahlen Flankenwellen
So pinselzart – man sieht es kaum.

Durch das türkise Himmelsmeer
Ziehn sich die schwarzen Scherenschnitte
Der Krähen, und in ihrer Mitte
Grämt sich ein Milan gar zu sehr.

Sein Schrei zerreißt scharf die Idylle.
Ein Flugzeug blinkt durchs Abendrot.
Die Welt ist wieder nicht im Lot:
Aus einer Wiese dünstet Gülle.

Wo sich die weißen Bahnen kreuzen,
Reibt sich die Augen jetzt der Mond.
Die Häuser schweigen unbewohnt.
Das Rufen von diversen Käuzen

Schallt unerhört durch leises Dunkel.
Pastellen war. Jetzt prallt da Rot.
Der laute Tag stirbt seinen Tod,
Und geisterhaft zischt Nachtgemunkel.
 

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