. das helle Blau des Himmels .

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Zarathustra

Mitglied
. das helle Blau des Himmels fiel in den See .



Das helle Blau des Himmels
fiel in denn See
- manches aber,
das den Leuchtsternen Gleiche
legt sich als goldener Schimmer,
ins Grün deiner unschuldigen Augen

Morgen,
wenn ein rosa Feuer über den Bergen brennt
verfängt es sich als zeitloses Aug´
im Netz der Fischer,

.. die noch immer
mit ihren leckgeschlagenen Kähnen,
tief auf dem Grund, nach Perlen suchen.
 

Zarathustra

Mitglied
. das helle Blau des Himmels fiel in den See .



Das helle Blau des Himmels
fiel in den See
- manches aber,
das den Leuchtsternen Gleiche
legt sich als goldener Schimmer,
ins Grün deiner unschuldigen Augen

Morgen,
wenn ein rosa Feuer über den Bergen brennt
verfängt es sich als zeitloses Aug´
im Netz der Fischer,

.. die noch immer
mit ihren leckgeschlagenen Kähnen,
tief auf dem Grund, nach Perlen suchen.
 

Vera-Lena

Mitglied
Hallo Zarathustra,

das ist beeindruckend, wie Du Immaterielles dem Materiellen gegenüber stellst und wie Du aufzeigst, dass das Immaterielle immer gegenwärtig ist, während man nach dem Materiellen so mühsam auf der Such sein muss.

Auch der Mittelteil, in dem es um einen Menschen geht macht eine starke Aussage. Ja, selbst weiß man nicht, was die Seele durch die eigenen Augen zum Ausdruck bringt, aber andere, die ein wenig aufmerksam und für solche Dinge geradezu "hellsichtig" sind, bemerken es.

Ein wunderbar unprätentiöser Text!

Liebe Grüße
Vera-Lena
 
D

diana may

Gast
Hallo Zarathustra,

[strike]P.S. nun muss das doch noch gesagt werden. :) [/strike]

Ich kann mich nicht erinnern, hier schon einmal ein so beeindruckendes Gedicht gelesen zu haben. Eine sehr klare, unverschwurbelte Sprache und dabei traumhafte, tiefsinnige Bilder. Mehr möchte ich mit Worten gar nicht interpretieren, das Gedicht spricht und wirkt für sich. Es ist wahrlich ein kleines Meisterwerk.

viele Grüße
Diana
 
H

Heidrun D.

Gast
Hier möchte ich mich Vera Lena`s und Diana`s Lobgesängen gern anschließen.

Liebe Grüße
Heidrun
 
O

Open Mike

Gast
Alles Wörter, die eigentlich längst verbraucht sein müssten, und da fällt auch schon das Blau vom Himmel. In den See.
Und doch folgt dann eine Reihe bemerkenswerter Bilder. Erstaunlich. Vor allem die letzten Zeilen.

Allerdings lebt Lyrik auch von Lauten.
Was mir hier fehlt, ist das Gefühl für Rhythmus, für rechten Klang. Speziell am Ende der ersten und zu Beginn des zweiten Teils.
Um nicht missverstanden zu werden: Keinesfalls mag ich irgendeinen Gleichklang oder gar den hohen Odenton.
Nur irgendwie ...
Vielleicht bin ich aber auch der einzige, den so was stört.
Mein Tipp: Noch mal laut vorlesen lassen.

Und das "den Leuchtsternen Gleiche" "als zeitloses Aug´". Wieso verfängt es sich erst morgen?

fragt
om
 

Vera-Lena

Mitglied
Hallo Open Mike,

ich hoffe, Zarathustra verübelt es mir nicht, wenn ich ihm hier vorgreife.

Aber was den Klang angeht, liege ich da mit Dir auf einer Wellenlänge. Auch mein Gehörsinn ist in lyrischen Texten überaus empfindlich.

Was mich stören könnte ist: [blue]das den Leuchtsternen Gleiche[/blue] das empfinde auch ich als sehr unmelodiös, aber......diese raffinierte Umschreibung dessen, was mit anderen Worten sehr platt klingen könnte, gleicht diesen Schönheitsfehler für mich dann wieder aus.

Das andere: [blue]mit ihren leckgeschlagenen Kähnen[/blue] da spürt man bei dem schwierigen Aussprechen die kunstvolle Absicht. Hier soll ja die Mühe zum Ausdruck gebracht werden. Deshalb finde ich diese Stelle hervorragend.

Das "Morgen" bezieht sich auf den Sonnenaufgang, wenn der Himmel, bevor die Sonne aufgeht, in dieses rosa Feuer getaucht wird. (Ich bin ein Fan von Sonnenaufgängen.)

Das "den Leuchtsternen Gleiche" bezieht sich auf das lyrische Du; das "zeitlose Aug'" bezieht sich auf das Morgenrot und die Fischer.

Es macht mir Freude, mich mit Dir über das Thema Rhythmus und Melodie in lyrischen Texten zu unterhalten.

Liebe Grüße
Vera-Lena
 
O

Open Mike

Gast
Womit ich klangästhetisch nichts anfangen kann, ist der Wechsel zu Beginn des zweiten Teils.
In den beiden Zeilen zuvor gab es kaum einen Laut, der zum anderen passte, und statt einer Auflösung nun dieser Wechsel.

Das "Morgen" bezieht sich auf den Sonnenaufgang
Gewiss, doch jenes Netz liegt schon länger da unten und die Sonne geht morgen nicht zum ersten Mal auf.
"Das den Leuchtsternen Gleiche" in jenen Augen könnte freilich ein Novum sein. Eine vage Erklärung.

Worüber sich ebenfalls rätseln lässt: "fiel in den See"
Weshalb die Vergangenheitsform?

Gruß
om
 

llceres

Mitglied
Jeder Sonnenaufgang
eine neue Hoffnung.

Hab es sehr gern gelesen.



das den Leuchtsternen [blue]G[/blue]leiche
sollte hier vielleicht kleingeschrieben werden ?
oder
das den Leuchtsternen [blue]gleicht[/blue]?

Alles Liebe

Ceres
 

Zarathustra

Mitglied
an ALLE

tausend Dank
zuerst einmal, dass ihr dieses Gedicht gelesen habt.


Ich selbst tu mich schwer es zu interpretieren.

Vielleicht zur Erklärung so viel:

das helle Blau,
das in den See gefallen war:

Stellt euch einfach vor: Ich war mit meiner Frau 2 Tage - am 4. Advent in Schlehdorf am Kochelsee. Die letzten Tage der Erholung, bevor wir unsere Oma zu uns holen.
Das Wetter in den Alpen war alles andere als gemütlich und Weihnachtlich. (Es hat geschüttet in Strömen!!)

Ein Besuch im Franz Marc Museum in Kochel - hat mich zu den 2 Zeilen gebracht: Das Blau des Himmels, im Blau der Alpenseen. Ein schönes Bild. Eine Schöpfungsgeschichte für sich.


Alles andere:
Was nützt das Blau des Himmels, wenn es sich nicht als Gold in den Augen einer Frau spiegelt. Wertlos ist es, zumindest für den Romantiker.

Dann verstecken sich natürlich Ängste und Hoffnungen in meinen Bildern.

All die Ängste und die Hoffnungen aber möchte ich nicht erklären: Sie gehören dem Leser alleine.

Zum - zurecht kritisiertem Rhythmus:

ganz richti: Die Melodie fehlt, es ist stammeln!

Aber das Stammeln möchte ich als Staunen deuten.

allen eine frohe Weihnacht
Hans
 

blackout

Mitglied
Das helle Blau des Himmels

Ein Liebesgedicht. Im Liebesgedicht ist alles möglich, sogar dass das helle Blau des Himmels in den See fällt, was mir übrigens ganz gut gefällt, wobei aich mir statt des Fallens des Himmels in den See als Bild aber ein romantischeres Verb vorstellen könnte. Aber irgendwie lese ich geruhsame Urlaubsstimmung heraus, und da ist auch alles möglich, falls es nicht unmöglich ist.

blackout
 

 
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