Das Leben ist grau geworden

Suzie

Mitglied
Das Leben ist grau geworden

Das Leben ist grau geworden. Gestern blieb es stehen. Irgendjemand hat einfach einen Hebel umgelegt und die Zahnräder griffen nicht mehr ineinander. Eine zerfallene Mühle, deren verwitterte Mahlsteine seltsam singen, wie ein verwundetes Tier, in dessen Flanke die Kugel des Jägers tobt.
Ein zerbrochenes Uhrwerk, dessen Zeiger nicht mehr vorwärtskommen, sondern nur noch auf der Stelle zittern.
Ein fahler Sternenreigen, der in einer lautlosen Explosion erlischt.
Du hast die Stunden leergetrunken.
Der herbe Wein der Zeit.
 
R

ralph raske

Gast
das graue leben hat mehr farbe als die finstere nacht

wunderbar verzweifelt
die tragikkomödie des lebens
vielleicht ein bißchen zu viel tragik in deinen
zeilen und zuwenig komödie
aber darüber kann ich hinwegsehen
mit einem lächeln auf dem mund
im angesicht des todes

ich wünsche dir, daß du auch das nächste jahr gut
überlebst

ralph
 

Ralph Ronneberger

Foren-Redakteur
Teammitglied
Kurzgeschichte???
Das sieht mir eher, nach einer Metapher-Fingerübung aus, und selbst da kommt mir manches arg gequält daher. Und so sitze ich hier und grübele, was das Rumoren verwitterter Mühlsteine (falls sie sich noch drehen sollten, ansonsten sind sie nämlich völlig still) mit dem Jaulen, Blöken, Quieken, ja auch Schreien oder Röcheln eines verwundeten Tieres gemein haben. Den Gesang? Hmm... Ich steig da nicht durch.

Gruß Ralph
 

Suzie

Mitglied
autsch
ja, ich geb's ja zu; dieses Ding ist mir heut früh unter der Dusche eingefallen und wurde in zwei Minuten niedergeschrieben.
Grübeln braucht man hier wohl nicht, weil der Text sicherlich nur von einer Metaphorisierung lebt, bei der ich ehrlich gesagt im nachhinein selbst nicht mehr so genau durchsehe.
Natürlich haben Mühlsteine nichts mit dem Abgesang eines Tieres zu tun, aber es gibt manchmal seltsame Assoziationen.
Naja, wie auch immer
 

 
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