Das Superversteck

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sabine simon

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In der Osterwoche machte sich Hase Hannes Sorgen.

Schon beim Frühstück saß er nachdenklich herum, so, dass sich alle anderen wunderten. Es nutzte aber nichts, dass sie ihn ganz viel fragten. Denn er hatte keine Lust zu antworten. Er wusste genau, was er wollte, nämlich seine Eier dieses Jahr beim Eierwettbewerb in der Hasenschule besonders gut verstecken. Schließlich hatte er sie bereits mit einem ganz schwierigen Muster bemalt, was richtig viel Mühe gemacht hatte.

Dafür war er von seinem so strengen Lehrer wegen des kniffligen Musters ganz doll gelobt worden, und das hatte Hannes sehr gefallen. Und jetzt sollten es also Verstecke sein, die ihm auch so ein feines Lob einbringen könnten.

In den folgenden Tagen wanderte er immer wieder durch den Schulgarten, doch irgendwie fand er nicht die Superverstecke, die er sich vorstellte. Es war alles so, wie es sowieso jeder kannte, wie langweilig. Und: Seine Eier mit dem Supermuster waren einfach zu und zu gut zu sehen, die musste jeder beim ersten Hinsehen finden, und das war wirklich oberlangweilig. Jetzt hatte er sich so viel Mühe gegeben mit den tollen Mustern und da fand er einfach kein passend raffiniertes Versteck. Er wollte, dass alle so richtig lange suchen mussten. Doch das klappte nicht, das war frustig. Und genau so eine Laune hatte er.
Langsam wurde er richtig brummig.

Deshalb ging er zu seinem Nachbarn mit der dicken Brille. Eigentlich riefen den die frechen Hasenjungs immer „Brillenschlange“ und wollten ihn damit ärgern, aber den kümmerte das nicht. „Sag ruhig Brillenschlange zu mir,“ meinte er immer zu Hannes. „Ich weiß ja, dass ich schlau bin und die andern sind nur neidisch.“

Hannes klagte Brillenschlange sein Leid. Der hörte gut zu und überlegte: „Wenn deine Eier zu gut zu sehen sind, haben sie vielleicht die falsche Farbe, nicht das falsche Muster. “

Hannes überlegte: “Du meinst, ich soll das Muster so lassen, aber die Farbe wie das Versteck machen, im Gras grün, im Blumenbeet bunt, an der Mauer grau und im Schrank braun?“

„Klar,“ meinte Brillenschlange, „im Körbchen hast du dann rotbraune, graublaue, grüngelbe oder kunterbunte Eier, die aber im Versteck nicht zu sehen sind, weil sie eine Farbe wie die Umgebung haben, und so findet sie kein Mensch und kein Hase und auch sonst niemand.“

Also sortierte Hannes seine Eier zuerst, dann versteckte er die grünen im Gras, die blauen am Teich und so weiter, nur bei den orangenfarbenen, pinken und lila Eiern hatte er Schwierigkeiten. Die tauchte er einfach noch mal in ein passendes Farbbad.

Und als er dann am Abend die Eier versteckt hatte und nichts, aber auch wirklich gar nichts davon zu sehen war, war er sehr zufrieden mit sich und freute sich jetzt schon auf das große Staunen vom Hasenlehrer.

So richtig zufrieden wachte er auf, heute war sein Supertag, wohlig streckte er sich im Bett aus. Und da das Ganze eine Hasenschule war, suchten nicht die kleinen Häslein die Eier, sondern der Hasenlehrer.

Hannes sah aus dem Fenster, und der Lehrer lief auch schon mit seinem Block durch den Garten, und Hannes freute sich schon wieder. Schnell zog er seinen schönsten Osterhasenanzug an und ging mit seinen Hasenfreunden zum Frühstück. Heute war nicht brummig, sondern schrecklich aufgekratzt.

Später standen dann alle Häslein um den Hasenlehrer herum und zappelten vor Aufregung, ihre Ergebnisse zu erfahren. Der Lehrer hatte Punkte gegeben, und zwar für die Raffiniertheit des Verstecks, für die Schwierigkeit des Findens und für die Güte des Verstecks. Einmal hatte ein frecher Hase das Ei im Gulli versteckt, wo es keiner fand, und das war zwar ein schwieriges, aber natürlich kein wirklich gutes Versteck.

Der Lehrer räusperte sich: “Ich habe heute überraschend gut versteckte Eier gefunden, offensichtlich habt ihr was gelernt.“ Hannes wurde fast knallrot vor Freude und erwartete sein riesengroßes Lob. Der Hasenlehrer verteilte die fast immer guten Noten, und dann drehte er sich zu Hannes um: „Tja, du, Hannes,“ meinte er und Hannes hätte vor Röte fast sogar im Dunkeln geleuchtet.

Aber dann sagte der Lehrer: “Von dir war ich sehr enttäuscht, Hannes, denn: Wo sind deine Eier? Ich habe kein einziges gefunden.“ Hannes erstarrte: „Aber, meine Eier sind doch hier, wieso nicht gefunden?“ Ratlos setzte sich Hannes ins Gras. Jetzt verstand er gar nichts mehr. Ihm fehlten die Worte.

Auch der Lehrer war sprachlos, so was war ihm noch nicht vorgekommen. Und er mochte Hannes, glaubte ihm, aber er wusste auch nicht, was er machen sollte. „Ich habe wirklich alles abgesucht.“

Und da ihm Hannes leid tat, bot er ihm an, noch einmal mit ihm zusammen zu suchen.

Aber Hannes sagte: „Ich sehe doch allein fünf Eier von hier aus….“ Jetzt war der Lehrer verblüfft: “Das kann doch gar nicht sein….“ Und er setzte sich auf Hannes Platz und suchte mit den Augen alles ab. Auf einmal stutzte er. Da, an der Mauer, da war doch was….. Er wollte es kaum glauben, fast genau in der Farbe der Mauer war das Ei, mit etwas Grün unten, wo das Gras war, und trotzdem immer noch das raffinierte Muster drauf, das sich Hannes ausgedacht hatte….

„So was hab ich ja noch nie gesehen,“ der Lehrer war hin und weg von dem Versteck. Und jetzt war sein Blick geschärft, und tatsächlich, nun, wo er wusste, was er suchen musste, fand er ein Ei nach dem anderen.

Als der Lehrer fertig war, hielt er eine kleine Ansprache: „Das waren die raffiniertesten Eierverstecke, die mir je ein Hasenschüler vorgelegt hat. Und deshalb ernenne ich den Hannes...“ - der war schon wieder rot geworden- „zu meinem Gehilfen für das nächste Jahr. Und so wie ich das sehe, kann ich auch noch was von ihm lernen.“ Da platzte Hannes vor Stolz und er schenkte dem Lehrer eins von seinen Supereiern.
 

molly

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Hallo Sabine,

Deine Hasengeschichte gefällt mir gut, bis auf die vielen "war, ganz, so, und, unnötige Füllwörter wie "fast immer." Ich fände es schön, wenn auch die "Brillensschlange" nochmal erwähnt würde.

Sonnige Tage und viele Grüße
molly


so, dass sich alle anderen wunderten. Es nutzte aber nichts, dass sie ihn ganz viel fragten.

Und: Seine Eier mit dem Supermuster waren einfach zu und zu gut zu sehen, die musste jeder

Und als er dann am Abend die Eier versteckt hatte und nichts, aber auch wirklich gar nichts davon zu sehen war, war er sehr zufrieden mit sich und freute sich jetzt schon auf das große Staunen vom Hasenlehrer.

So richtig zufrieden

Und da das Ganze eine Hasenschule war, suchten nicht die kleinen Häslein die Eier, sondern der Hasenlehrer.
Vorschlag: In der Hasenschule suchten....
 


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