Dauerkrise

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Gerd Geiser

Mitglied
Möchte Sex hier in der Gegend,
doch mein Sex scheint nicht erregend,
andre treibens auf dem Sofa,
ich bin spritzig wie ´ne Mofa.

Frag die Fraun, was sie erträumen,
und schon sind sie auf den Bäumen,
Hildegard und Elouise,
Werner, Kurt. Ich krieg die Krise.

Dusch mich niemals ohne Seife,
untenrum trag ich ´ne Schleife,
was ich tu, ich kanns auch lassen,
alle schneiden mir Grimassen.

Mutter sag, worans gebricht?
Mutter sagt, komm, frag mich nicht.
Und dann legt sie ihre Hände
in mein Haar. Sie sprechen Bände.
 

Perry

Mitglied
Hallo Gerd ,
eine (Selbst)Offenbahrung der ironischen Art.
Manches scheint mir unplausibel (Warum sollten Frauen auf Bäume flüchten, wenn man sie nach ihren Träumen fragt?) und anderes grammatikalisch seltsam (ist ein Mofa weiblich?), insgesamt habe ich aber doch geschmunzelt.
LG
Manfred
 

Vera-Lena

Mitglied
Hmm... Mutterns Hände in des lieben großen Bübchens Haaren könnten auch "Bände sprechen", nämlich dass der kleine große Mann einen Ödipuskomplex hat.

Ist Dein Text so gemeint, lieber Gerd?

Liebe Grüße
Vera-Lena
 

Gerd Geiser

Mitglied
Hatta, Vera-Lena, Ödipus, Mutterkomplex (positiv und negativ), die ganze Palette.

Perry, ein Mofa ist weiblich, sonst hieße sie ja Mofus.
Was aber ist eine Offenbahrung?

(Frau Heidrun, wir sprechen uns noch...)

LG,
Gerd
 

Vera-Lena

Mitglied
Nach dem Motto: man schließt immer von sich auf andere? Nein, hatta Vera-Lena gehabt Diplomspsychologen als Berufskollegen, hatta Vera-Lena gehabt reichlich.
 
H

Heidrun D.

Gast
Erst hat mir dieses Gedicht nicht so gut gefallen ...
Mittlerweile finde ich es aber klasse, weil es ein ganz eigenes (aufgeregt-verzweifeltes) Tempo hat:

Hildegard und Elouise,
Werner, Kurt. Ich krieg die Krise.
...
Mutter sag, worans gebricht?
Mutter sagt, komm, frag mich nicht.
Hier tritt mir ganz deutlich ein kleiner Hektiker vor Augen, der seine Umwelt fortwährend abnervt ...

Also doch: meisterlich gemacht.

Heidrun
 

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