dauernd

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HerbertH

Mitglied
dauernd

ich dauere einige weilen
hole sie aus dem nichts
dieses cogito verrinnt
im augenblick

zeit dauert mich
denn ohne bin ich
ungedacht und
keine geschichte

weiten raum nehme ich
mir zu den sekunden
in meine anschauung
sonst kenne ich nichts

nicht einmal mich
 

Label

Mitglied
Lieber Herbert

ich empfinde dein Werk als immens verdichtete Philosophie vom Wesen der Zeit, der Unwirklichkeit der Zeit und der Dinge.

besonders
hat sich in meine Gedanken eingehakt und mir einen Aussichtspunkt weit ausserhalb von mir, hier und jetzt gegeben.

wehmütige Gedanken und doch tröstlich

viel Stoff zum Bedenken
danke

Label
 

Thylda

Mitglied
Lieber Herbert

Ist eine Schallwelle, die auf kein Ohr trifft, ein Geräusch? Existiert Zeit, wenn der, der sie wahrnehmen könnte, keine Selbstwahrnehmung hat?
für mich der Kernsatz Deines Textes.
In der Spanne, die wir als Zeit wahrnehmen, sind wir Nichts. "Bedauert" die Zeit als Allegorie den unbedeutenden Menschen?

Erinnert mich irgendwie an Gorgias (es gibt Nichts; wenn es Etwas gäbe, könnten wir es nicht wahrnehmen; wenn wir es wahrnehmen könnten, könnten wir uns nicht mitteilen)

Manchmal ist mir meine eigene Dummheit tröstlich, denn mein Hirn kann sich die Welt jedenfalls nicht ausgedacht haben ;)

Liebe Grüße
Thylda
 

HerbertH

Mitglied
Liebe Thylda,

ja, Erkenntnistheorie ist das Thema. Und richtig, die Zeit bedauert das LI. Warum, ist eine mehrschichtige Frage.

Wie hiess es früher: "Warte, warte nur ein Weilchen, dann kommt ...". Soll heißen, ohne Zeit keine Geschichte, kein Selbst, kein ...

Liebe Grüße

Herbert
 

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