Der Adventssaal Teil 1

nik123

Mitglied
11. Tür



Lennox schaute gebannt auf das prickelnde Kaminfeuer. Er würde kommen. Bald würde er hier in dem Wohnzimmer stehen und dem Haus das größte Wunder schenken, dass es sich verdient hatte. Lennox glaubte fest an ihm.

,,Er wird nicht kommen. Warum gibst du dir überhaupt noch die Mühe, unnötig zu warten. Es gibt ihm nicht.“

Hinter Lennox hockte seine Zimmergenosse Nils. Er breitete sich auf dem langen rosa gehauchten Sofa aus und spielte ein Ballerspiel auf seinem Handy. Lennox und Nils lebten mit vielen anderen Kindern in einem Waisenhaus. Doch es handelte sich nicht um ein klassisches Heim, wie es in vielen Filmen dargestellt wird. Ein Ort voller unfreundlicher, kinderhassender Erzieherinnen, die die Kinder mit unmenschlichen Aufgaben überhäuften, während die Kinder mit jedem Tag in diesem Heim ein Stück ihrer Freude am Leben verlieren und sich zu leeren Hüllen entwickelten. Nein.

Das Heim von den beiden war ein gut ausgestatteter, warmer Ort, wo sehr auf die Bedürfnisse der Kinder eingegangen wurde. Die Erzieher gestalteten jeden Tag wie ein spannendes Abenteuer, um den Kindern eine möglichst angenehme Zeit zu gestalten, denn jedes Kind brachte stets seine eigenen Lasten mit. Einsamkeit. Kummer. Verzweiflung. Kaum ein Kind war froh, in diesem Heim zu leben und dementsprechend genoss keiner von ihnen den heutigen Tag. Außer Lennox.

Aber es ist keine Geschichte über einen Jungen, der seine Familie sucht oder der gegen die Widerspenstigkeiten der anderen Kinder kämpfen muss. Es ist eine Geschichte der Hoffnung und des Glaubens. Denn seine Hoffnung war Lennox stärkste Waffe gegen jene Bedrohung, die bald das Schicksal des Weihnachtsfestes in allen Welten bestimmte. Und es begann an jenen Abend.

,,Er wird kommen.“, beharrte Lennox, ,,Ich glaube daran.“

,,Du bist der Einzige, der daran glaubt.“, schnaubte Nils, ,,Höre endlich auf dich wie ein Kleinkind zu benehmen und hocke nicht jedes Jahr stundenlang vergeblich vor diesem Kamin, um auf den Weihnachtsmann zu warten. Es gibt ihm nicht. Daher kommt er auch nicht.“

Lennox drehte sich um und grinste:,,Und warum bist du noch hier?“

Nils Mund klappte auf. Er schüttelte sich schnell durch, um seine coole Fassung zurück zu gewinnen:,,Mitleid. Ich kann dich doch nicht in deinem verrannten Verhalten allein lassen. Wer weiß, was für einen Unfug du sonst anstellst.“

Lennox Grinsen breitete sich aus:,,Du bist ein schlechter Lügner. Gib es einfach zu, dass du ein kleines bisschen hoffst, dass er doch heute kommt.“

Nils Miene verzog sich. Wütend stopfte er sein Handy in seine Hosentasche und stampfte aus dem Zimmer.

,,Niemals wieder werde ich an diesem Heuchler glauben. Er erfüllt keine Wünsche, egal wie sehr man an ihm glaubt.“, Nils beugte sich wieder in das Zimmer, ein Funken Traurigkeit schlich sich über sein wutverzerrtes Gesicht, ,,Alle wünschen sich vom tiefsten Herzen, dass wir unsere Eltern wiederbekommen. Und trotzdem bekommen wir jedes Jahr nur doofe Spielzeuge oder Bücher als Geschenke. Diese sind nicht unsere Eltern. Jahr für Jahr erleben wir eine Enttäuschung nach der anderen. Irgendwann verliert man eben den Glauben an ihm. Doch du nicht. Ich verstehe das nicht. Darum bin ich geblieben.“

Ohne Lennox die Möglichkeit zu geben, etwas zu erwidern, verließ Nils das Zimmer. Lennox Grinsen war erloschen. Reumütig schaute er sich um. Das Waisenhaus strotzte trotz seiner großen Wärme mit gähnender Leere. Es war der Heilige Abend und doch war das Zimmer nicht geschmückt. Keine flammenfarbigen Kerzen zückten den Kamin. Ein grünnadeliger Weihnachtsbaum nahm nicht ein Drittel des Raumes ein. Strahlende Dekoration schlängelte sich nicht durch über die Wände. Momentan verschluckte Dunkelheit die Ecken des Zimmers. Lediglich das glühende Kaminfeuer hauchte den Raum in einer wohligen Wärme ein.

Nils hatte recht. Das Waisenhaus vermochte keinen die Schönheit des Weihnachtsfestes näher zu bringen, denn jeder brachte seine eigene verletzte Geschichte mit und kaum jemand verspürte die Lust auf das schönste Fest des Jahres. Lennox machte ihnen keine Vorwürfe, denn er verstand sie allzu gut. Schließlich waren seine Eltern vor drei Jahren bei einem Autounfall gestorben und vielleicht wäre Lennox auch zu einem weihnachtshassenden Kind geworden, wenn die Umstände anders gewesen wären. Aber die Liebe seiner Eltern für das Weihnachtsfest lebte in seinem Herzen weiter und ermöglichte ihm es mit großer Freude und viel Liebe im Herzen anzugehen.

Darum wartete er weiter.

Die Stunden verstrichen. Die Zeiger der Uhr schwangen Runde um Runde und fraßen zunehmend die Zeit auf. Die Stunde der Mitternacht schlug bald an. 11 Minuten trennten ihm von dem schicksalhaften Moment, der Einrichtung ihr größtes Geschenk zu beschenken. Lennox wollte den Weihnachtsmann persönlich begegnen, um ihm einen besonderen Wunsch zu äußern. Nicht für sich, für alle anderen. Er wünschte sich das schönste Weihnachtsfest für alle Kinder des Waisenhauses. Sie sollten die Magie spüren, die tief in Lennox Herzen ruhte.

Lennox gähnte lauthals. Der heimtückische Schlaf legte seine ermüdenden Hände um Lennox Körper und wiegten ihm sanft hin. Wohlige, kunterbunte Träume schlingerten sich vor seinen spaltoffenen Augen. Das Gewicht auf seinen Augen wuchs. Bald würde er in den endlosen Weiten seiner schönsten Träume versinken. Er wurde ruhiger und entspannter. Seine innere Stimme redete ihm ein, dem Verlangen nachzugehen und sich seinen Träumen zu ergeben.

,,Nein!“, Lennox knetete seine Wangen kräftig durch, er zwickte sich mehrmals und stemmte seine Augen wie ein Gewichtheber auf, ,,Schlafen kannst du, wenn der Weihnachtsmann da war. Nicht eher.“

Er sprang auf und flitzte durch das Zimmer. Schneller und schneller stieß er sich an den Wänden ab. Es polterte immer lauter. Genervte Stimmen donnerten durch die oberen Etagen.

,,Es ist mitten in der Nacht. Gib endlich Ruhe!“

Lennox bremste seine Wach-Halte-Aktion ab. Die Uhr flüsterte ihm ein, dass noch immer 11 Minuten ihm von der entscheidenden zwölften Stunde fernhielten. Verwirrt nahm Lennox die Uhr ab. Etwas stimmte nicht. War die Uhr kaputt gegangen? Er stierte auf den Sekundenzeiger. Der Zeiger spazierte normal voran. Das Ticken der Uhr, das sich leise in seine Ohren schlich, wirkte nicht verdächtig.

Lennox zuckte mit den Schultern und hängte die Uhr an ihren gewohnten Platz.

,,Vielleicht habe ich vorhin nicht richtig auf die Uhr geschaut.“, mutmaßte er, doch die Erklärung stimmte ihn nicht zufrieden. Es fühlte sich falsch an. Er grübelte weiter. Plötzlich funkte eine fantastische Idee in ihm auf. Magie! Ein Zauber belegte die Uhr und verhinderte, dass sie die zwölfte Stunde erreicht. Gefesselt von seiner glorreichen Idee tigerte Lennox auf und ab. Er fand es zunehmend plausibler, je mehr Gedanken er investierte. So konnte der Weihnachtsmann die vielen Kinder auf der großen, weiten Welt mit Geschenken begeistern. Ein Zauber hielt die Uhr an, nicht nur die Uhr, auch die Zeit.

,,Aber warum kann ich mich frei bewegen.“, er strich sich über das Kinn und linste zur Zimmertür, einige hatten noch eben geschrien. Sie waren also auch nicht vom Zauber betroffen.

,,Sind wir aus irgendeinem Grund nicht betroffen?“, fragte Lennox laut.

,,Ein kluger Junge.“, zischte es sanft.

Lennox zuckte zusammen. Eilig sprinteten seine Augen durch das Zimmer. Nichts. Keine andere Person teilte sich das Zimmer mit ihm. Er glaubte fast, sich die Stimme eingebildet zu haben. Vielleicht war er kurz im Stehen eingenickt und seine Träume spielten ihm einen listigen Streich.

,,Ich habe keinen Körper, den du sehen kannst. Ich habe keine Arme, die dich berühren können. Ich habe keine Beine, die mich forttragen. Ich habe keinen Mund, der sprechen kann. Ich habe nichts, denn ich bin nichts. Ich bin eine verbotene Existenz.“, sprach die ominöse Stimme weiter.

,,Kein Existenz? Das geht doch gar nicht.“, Lennox zog misstrauisch seine Augenbrauen hoch.

Die Stimme lachte:,,Du glaubst an den Weihnachtsmann. Aber eine mangelnde Existenz hältst du für Unsinn. Du bist ein lustiges Kerlchen.“

,,Wer bist du?“

,,Ich habe viele Namen. Viele sprechen mich auf andere Art an. Du kannst mich bei meinen gängigsten Namen nennen. Kälte.“

,,Du bist die Kälte?“, wiederholte Lennox verwirrt.

Ein kalter Mantel legte sich über seine Schultern. Er spürte eine Präsenz, die sich um seinen Hals legte. Ein frostiger Atem drang in seine Ohren ein. Lennox wusste nicht warum, doch er empfand ein gewisses triumphales Gefühl. Stammte das von der Kälte? Flößte sie ihm gerade einen Teil ihrer Emotionen ein?

,,Ich sehe viele Fragen, die in deinen Herzen erblühen. Und noch kann ich dir die Antwort nicht geben. Bald werden wir uns wieder sehen. Die 24. Tür wird die Entscheidung bringen. Ich freue mich schon darauf. Du wirst mir zu meinem Sieg verhelfen.“

Die Kälte erlosch. Knarzend zog sich die Tür des Zimmers von Geisterhand auf und klappte im nächsten Moment wieder zu. Eine erdrückende Stille nahm den Raum ein. Nach wenigen Sekunden tickte die Uhr neues Leben in die Ruhe, während Lennox Blicke einzig der Tür galten.

Er fand diesen Auftritt der Kälte sehr unheimlich. Was steckte dahinter? Was meinte sie damit, dass die Entscheidung hinter der 24.Tür fiel? Was war überhaupt die 24. Tür?

Unweigerlich fiel Lennox Adventskalender auf. Lennox hatte jede Tür fleißig mit jedem neuen Tage geöffnet, was seine Vorfreude auf das Fest über mehr bestärkte. Doch es lief nicht wie erhofft. Lennox hob seinen Kalender hoch und rüttelte an der größten Tür, der 24. Tür. Nichts geschah. Diese Tür meinte die Kälte nicht, oder?

Wieder rückte die Uhr in sein Blickfeld. Noch immer warteten 11 Minuten darauf, die letzte Stunde einzuschlagen. Die Zeit war nicht verstrichen. Nun zweifelte Lennox nicht mehr im Geringsten daran, dass Magie ihre Finger im Spiel hatte. Und Lennox stand nun vor seinem größten Abenteuer, das gerade begonnen hatte. Passend zu jedem Abenteuer erwartete ihm schon zu Beginn eine unerwartete Begegnung, die sein Leben für immer verändern sollte.

Es rumpelte im Inneren des Kamins. Aufgeschreckt wich Lennox zurück. Seine Augen klebten an dem Kamin, der unter starken Schwingungen erzitterte. Das Feuer erlosch, verschlingende Dunkelheit fraß sich in das Zimmer. Lennox Herz klopfte wie wild. Er fürchtete, dass die Kälte zurückgekehrt war.

Zwei schmale, kleine Füßchen wedelten in der Luft herum. Ein schwaches, glimmendes Licht hellte einen grünen Farbton auf, der sich um die Schuhe der Beine wickelte. Die Farbe schlängelte sich an den Beinen hoch. Das Licht glühte stärker und badete den Raum in einen neuen Schwung wohliger, angenehmer Wärme. Kurz nach den Beinen folgte ein kugeliger Bauch, der winzige Ärmchen und einen aufgeblasenen Kopf trug. Rote Bäckchen stülpten hervor. Kugelrunde Augen rollten über die stupsige Nase. Das Glöckchen auf der Zipfelmütze verströmte vergnügte Klänge. Ein ernster Blick schlich sich in das Gesicht des Männchens.

Lennox starrte verblüfft das Männchen an, das über den Boden auf ihm zu hüpfte.

,,Wo ist es?“, fragte das Männchen ungewandt.

Lennox fehlten die Worte.

Genervt seufzte es:,,Do you speak English? Du mich verstehen?“

Lennox nickte.

Zufrieden stemmte das Männchen seine Arme gegen die kugeligen Hüften:,,Dann bitte ich dir, mir zu antworten.“

Lennox beugte sich herunter, um die kleine Kreatur näher anzuschauen. Er hatte das Gefühl, ein derartiges Wesen einst gesehen zu haben. Ihm fielen die Geschichten seiner Mutter ein. Wie sie an verschneiten Dezembertagen sich zusammensetzten. Lennox kuschelte sich in seine kuschelige Decke, während seine Mama ihm Geschichten vom Nordpol und den dort lebenden Wichteln erzählte. Die Beschreibung der Wichtel passte haargenau auf das Wesen, das ihm mit Fragen bombardierte.

Der Wichtel räusperte sich:,,Wenn ich dich um deine Aufmerksamkeit bitten dürfte. Ich stelle dir immer noch Fragen.“

,,Entschuldige bitte. Ich wollte nicht unhöflich sein.“, Lennox wischte sich reumütig über den Nacken und streckte dem Wichtel die Hand entgegen.

Der Wichtel nahm die Hand näher unter die Lupe, er schien diese Geste des Entschuldigens nicht zu kennen.

,,Du musst die Hand nehmen.“, wies Lennox ihm darauf hin.

Der Wichtel schaute ihm entsetzt an:,,Ich soll dir die Hand abschneiden?“

Rasch schüttelte Lennox seinen Kopf:,,Nein, nein, nein. Bloß nicht. Ich möchte meine Hand behalten. Ich meinte damit, dass du deine Hand an meine legst und dann schüttelst. Das ist ein Zeichen, dass du meine Entschuldigung annimmst.“

Lennox nahm vorsichtig die Hand des Wichtels und schüttelte sie:,,So machen wir bei einer Entschuldigung.“

,,Interessant. Werde ich mir merken.“, erkannte der Wichtel an.

Lennox und der Wichtel verfielen in einen Zustand des schweigenden Anstarrens.

Schließlich rang sich Lennox durch, diesen unangenehmen Zustand zu brechen:,,Also. Wie heißt du eigentlich? Ich bin Lennox.“

Der Wichtel kraulte sein Kinn:,,Mein Name. Du meinst das Zeichen meiner Identität, meine Kennnummer?“

Lennox grübelte:,,Ich denke schon.“

Der Wichtel verkündete stolz:,,Ich bin der 23. Wichtel. Ich bin quasi eine Legende. Schließlich folgt nach mir der einzigartige, legendäre Weihnachtsmann. Daher darf ich einiges von mir halten.“

Aufgeregt stürzte sich Lennox nach vorne, seine Augen erreichten die Kopfhöhe des Wichtels. Weit offen spiegelten sie die nervös zitternde Gestalt von Nummer 23 wider. Lennox Worte sprangen quietschend

heraus:,,Der Weihnachtsmann! Der leibhaftige Weihnachtsmann. Du kennst ihm.“

,,Selbstverständlich.“, erklärte der Wichtel irritiert.

Das Staunen sprudelte aus Lennox heraus. Das Licht, das den Wichtel begleitete, wendete sich rätselnd an Nummer 23. Es versprühte eine ungeahnte Lebendigkeit. Ein weicher Herzschlag pochte aus dem Licht, es verschmolz mit Lennox überschwänglicher Freude. Strahlen an Helligkeit schossen aus dem kleinen Lichtmännchen. Sie prallten gegen Wände, gelbliche Flecken ploppten auf. Ein himmlischer Zauber breitete sich aus den lichternen Flecken aus. Weihnachtliche Magie vertrieb die Schatten des Raumes. Ein Kerzengewitter strahlte im Einklang auf. Ein gut geschmückter Weihnachtsbaum federte aus dem Boden. Er klatschte mit seiner Spitze an die Decke. Flummiartig hüpfte die Gestalt durch das Zimmer. Verblüfft folgte Lennox dem springenden Baum, der nach einigen Sekunden brav seinen festen Platz einnahm. Farbenfrohe Kugeln, goldene Sterne, himmlisch singende Engelsfiguren schmückten den Baum. Kränze wickelten sich wie Schlangen über die Wände und erschufen eine grandiose Weihnachtskulisse, die ein ungewohntes Bild für das Waisenhaus darstellte.

,,Das ist der Wahnsinn.“, Lennox Mund sprang überrascht auf.

Unbeeindruckt zuckte Nummer 23 mit den Schultern:,,Simple Wichtelmagie, die nur dank dir funktionierte.“

,,Dank mir?“, wiederholte Lennox erstaunt.

Nummer 23 trat ein Stück hervor:,,In der Tat, denn du hast dir das alles gewünscht. Ich kenne deinen Wunschzettel an dem Weihnachtsmann. Du wolltest allen Kindern hier das schönste Weihnachtsfest aller Zeiten bescheren. Dieser besondere Wunsch, kombiniert mit deinem unerschütterlichen Glauben an uns, gab Lichti die Macht, das Wunder zu vollbringen. Du kannst stolz auf dich sein. Dank dir wird diesem Ort Magie geschenkt.“

Lennox begutachtete seine Errungenschaft. Er spürte keinen Funken Stolz, denn es ging ihm nicht darum. Er wollte nur allen denselben Weihnachtszauber schenken, den er jedes Jahr verspürte. Dank des Wichtels und seines fleißigen Lichtes war es ihm gelungen. Lennox stellte sich die erstaunten Gesichter der anderen Kinder vor, wenn sie am morgigen Tag das Zimmer betraten und eine große Überraschung erlebten.

Nummer 23:,,Ich will nicht unhöflich sein. Doch der Fortbestand des Zaubers hängt jetzt von deinen Antworten ab. Um nicht übertreiben zu wollen, aber das Weihnachtsfest ist in Gefahr.“

Lennox muntere Stimmung kippte schlagartig, der Schock zeichnete ihm aus:,,Weihnachten ist in Gefahr?“

,,In der Tat. Die Kälte ist zurückgekehrt.“

,,Die Kälte.“, Lennox erinnerte sich an seinen ungewollten Besucher, der seltsame Phrasen von sich gegeben hatte. Diese Kreatur besaß eine unheimliche Aura, weshalb Lennox nicht im Geringsten an Nummer 23 Worten zweifelte. Er sprang auf und tigerte nervös durch das Zimmer. Nummer 23 beschwichtigende Worte prallten an seinen verstummten Ohren ab. Lennox warf sich auf das Sofa. Er quetschte ein Kissen zwischen seine Arme und betrachtete das verwandelte Zimmer. All die Wunder, die es nun schmückten, könnten bald vorbei sein. Seine Freunde würden nie diesen besonderen Augenblick erleben. ,,Aber wieso tut sie das? Was hat sie davon, Weihnachten zu zerstören?“

,,Das braucht dich nicht zu interessieren. Es ist besser für dich. Alles, was du wissen musst, ist, dass deine Informationen über die Kälte mir helfen können, das Fest zu bewahren. Und das begehrst du doch mehr als jeder anderer. Nicht wahr?“

,,Selbstverständlich.“, schoss es aus Lennox heraus.

Nummer 23 trat dichter zu ihm. In seinen Augen glitzerte etwas, ein Funken, den Lennox jeden Tag an diesem Ort erblickte, den Schein einer verzweifelten Seele. Einsam und verloren. Eine, die sich nur an eine Aufgabe klammert, um sich existent zu fühlen. Und jene Seele bat Lennox eindringlich, sich zu offenbaren.

Doch Lennox genügte es nicht, seine Begegnung nur zu schildern. Er wollte mehr tun und so fasste er einen unerschütterlichen Entschluss, dass er alles in seiner Macht stehende tun würde, um das Ende des Weihnachtsfestes zu verhindern, nicht als Informationsmaschine, nein er wollte Nummer 23 begleiten. Für das Waisenhaus. Für die Kinder in der gesamten Welt. Sein Herz sprach schneller als die Lippen seines Mundes. Der stille Wunsch erreichte den magischen Begleiter an Nummer 23 Seite.

Lichtis strahlendes Gewand wechselte seine Farben. Weiß, rot, grün. Die Farben puderten wild umher. Verblüfft verfolgte Lennox das Farbenspiel, während die Mimik von Nummer 23 entsetzt erstarrte.

,,Oh, nein. Was hast du nur getan? Jetzt gibt es kein Zurück für dich. Du musst die Kälte zusammen mit mir jagen.“
 

ahorn

Foren-Redakteur
Teammitglied
Hallo nik123,

herzlich willkommen in der Leselupe.
Bitte lösche die überflüssigen Leerzeilen.
Außerdem empfehle ich dir, den Text noch einmal zu überarbeiten, sich ihn dir vorlesen zu lassen. Mensch oder Maschine ist meist egal.

Beispiel
Aufgeregt stürzte sich Lennox nach vorne, seine Augen erreichten die Kopfhöhe des Wichtels. Weit offen spiegelten sie die nervös zitternde Gestalt von Nummer 23 wider. Lennox Worte sprangen quietschend heraus:
Zeige mir bitte, wie du "aufgeregt stürzt"
Sicher meinst du Aufgeregt, wie er war, stürzte Lennox.
seine Augen erreichten die Kopfhöhe des Wichtels ?? (Abgesehen davon, dass vor "Seine" ein Punkt kommt. Außerdem der Satz als solcher keinen logischen Sinn ergibt, da er weder mit dem Satz davor noch danach in einem Zusammenhang steht.
Weit offen spiegelten sie die nervös zitternde Gestalt von Nummer 23 wider.
Bei "sie" gehe ich von den Augen aus. Jetzt frage ich mich wie Augen ein nervös zitterndes Gesicht spiegeln können. Schreib doch schlicht was Lennox sieht, wahrnimmt.
Lennox Worte sprangen quietschend heraus.
Gehören die Worte ihm? Wie könne sie "Quitschend" aus ihm herausspringen und woraus?
Lennox Stimme überschlug sich, sodass sie sich anhörte wie das quietschen eines ungeölten Türscharniers.

Gruß Ahorn
 



 
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