Der Esel hat Geburtstag

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molly

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Geburtstagsfest beim Esel / (Aktuelle Version) Für Alle, ab 6 Jahren

Der alte Esel lag in seinem Stall und schlief. Als die ersten Sonnenstrahlen seine Nase kitzelten, wachte er auf und rief laut IA. Das war ein Freudenruf, denn heute hatte der Esel Geburtstag. Er trabte auf seine Weide und zupfte sich zum Frühstück Distelblumen und feine Kräuter.
Während er kaute, überlegte er, ob ihn heute jemand besucht, wer wohl an seinen Geburtstag denkt und ihm vielleicht sogar etwas schenkt. Bei diesem Gedanken wieherte der Esel noch einmal laut und legte sich in die Sonne. Er lag kaum auf dem Boden, als sein Freund, der braune Hund, herbei sprang. „Ich gratuliere dir zum Geburtstag“, bellte er, „ und ich habe dir mein Bestes als Geschenk mitgebracht.“ Er legte einen riesigen Knochen vor den Esel. Der Esel wackelte freundlich mit den Ohren und sagte: „Freund, ich danke dir, dass du gekommen bist und mir diesen feinen Knochen schenkst. Aber weißt du, meine Zähne sind nicht scharf genug, um ihn abzunagen. Außerdem habe ich schon mein Frühstück gegessen. Nag du für mich den Knochen ab.“
Der Hund war damit einverstanden und setzte sich vor den Knochen. Da kam die schwarze Katze angesprungen. In ihrer Schnauze trug sie eine kleine Maus. Sie lebte noch und zitterte sehr. „Esel“, schnurrte die Katze, „ich habe etwas Feines für dich. Weil du heut Geburtstag hast, schenke ich dir die Maus. Für dich habe ich sie gefangen." „IA“, rief der Esel aus, „vielen Dank, liebe Katze. Aber weißt du, ich habe vergessen, wie man eine Maus frisst. Heute Abend fällt mir sicher ein, was ich mit ihr machen kann. Setze sie solange ins Gras. Hilf du dem Hund beim Knochen abnagen.“ Die Katze fauchte nicht und Hund vergaß zu knurren. Beide machten sich über den Knochen her. Danach erzählten sie sich lustige Geschichten, sangen fröhlich ihre Lieder und bis zum Abend erklang immer wieder einmal ihr gemeinsames Lieblingslied, das stets so endete:
I Wau Miau Ia.
Die Katze verabschiedete sich zu erst. In der Dämmerung begann ihre Jagdzeit. Bald eilte der Hund nach Hause. Er legte sich gleich in seinen Korb und schlief, satt vom Knochen, sofort ein.
Nun beugte sich der Esel zu seiner Maus hinunter. Er sagte: „ Schön, dass du solange bei mir geblieben bist. Nun lauf schnell nach Hause.“ Die kleine Maus zitterte schon lange nicht mehr. Sie reichte dem Esel einen Strauß und fiepte: „Den habe ich für dich gepflückt, weil du Geburtstag hast.“ Bevor der Esel sich bedanken konnte, huschte die kleine Maus davon. „IA, was für ein schönes Geschenk“, rief der Esel laut, „Löwenzahnblätter hat mir die kleine Maus geschenkt. Das ist eine leckere Speise, die ich jetzt fressen werde, weil ich noch Geburtstag habe.“©
 
Zuletzt bearbeitet:

Ironbiber

Foren-Redakteur
Hallo Molly,

Deine Geschichte ist genauso rührend wie das dazugehörende Gedicht, weil es nicht nur den ganz Kleinen etwas gibt, sondern auch Erwachsene nachdenklich werden lässt.

Zwei Kleinigkeiten habe ich noch gefunden:

[red]Lieblinglied[/red] – Ein „s“ fehlt und
[red]„ab nagen“[/red] würde ich zusammenschreiben

Wenn du das noch korrigierst, ist die Geschichte perfekt.

Es grüßt der Ironbiber, der vom Abnagen sehr viel versteht.
 

molly

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Geburtstagsfest beim Esel / Für Alle, ab 6 Jahren

Der alte Esel lag in seinem Stall und schlief. Als die ersten Sonnenstrahlen seine Nase kitzelten, wachte er auf und rief laut IA. Das war ein Freudenruf, denn heute hatte der Esel Geburtstag. Er trabte auf seine Weide und zupfte sich zum Frühstück Distelblumen und feine Kräuter.
Während er kaute, überlegte er, ob ihn heute jemand besucht, wer wohl an seinen Geburtstag denkt und ihm vielleicht sogar etwas schenkt. Bei diesem Gedanken wieherte der Esel noch einmal laut und legte sich in die Sonne. Er lag kaum auf dem Boden, als sein Freund, der braune Hund, herbei sprang. „Ich gratuliere dir zum Geburtstag“, bellte er, „ und ich habe dir mein Bestes als Geschenk mitgebracht.“ Er legte einen riesigen Knochen vor den Esel. Der Esel wackelte freundlich mit den Ohren und sagte: „Freund, ich danke dir, dass du gekommen bist und mir diesen feinen Knochen schenkst. Aber weißt du, meine Zähne sind nicht scharf genug, um ihn abzunagen. Außerdem habe ich schon mein Frühstück gegessen. Nag du für mich den Knochen ab.“
Der Hund war damit einverstanden und setzte sich vor den Knochen. Da kam die schwarze Katze angesprungen. In ihrer Schnauze trug sie eine kleine Maus. Sie lebte noch und zitterte sehr. „Esel“, schnurrte die Katze, „ich habe etwas Feines für dich. Weil du heut Geburtstag hast, schenke ich dir die Maus. Für dich habe ich sie gefangen." „IA“, rief der Esel aus, „vielen Dank, liebe Katze. Aber weißt du, ich habe vergessen, wie man eine Maus frisst. Heute Abend fällt mir sicher ein, was ich mit ihr machen kann. Setze sie solange ins Gras. Hilf du dem Hund beim Knochen abnagen.“ Die Katze fauchte nicht und Hund vergaß zu knurren. Beide machten sich über den Knochen her. Danach erzählten sie sich lustige Geschichten, sangen fröhlich ihre Lieder und bis zum Abend erklang immer wieder einmal ihr gemeinsames Lieblingslied, das stets so endete:
I Wau Miau Ia.
Die Katze verabschiedete sich zu erst. In der Dämmerung begann ihre Jagdzeit. Bald eilte der Hund nach Hause. Er legte sich gleich in seinen Korb und schlief, satt vom Knochen, sofort ein.
Nun beugte sich der Esel zu seiner Maus hinunter. Er sagte: „ Schön, dass du solange bei mir geblieben bist. Nun lauf schnell nach Hause.“ Die kleine Maus zitterte schon lange nicht mehr. Sie reichte dem Esel einen Strauß und fiepte: „Den habe ich für dich gepflückt, weil du Geburtstag hast.“ Bevor der Esel sich bedanken konnte, huschte die kleine Maus davon. „IA, was für ein schönes Geschenk“, rief der Esel laut, „Löwenzahnblätter hat mir die kleine Maus geschenkt. Das ist eine leckere Speise, die ich jetzt fressen werde, weil ich noch Geburtstag habe.“©
 

molly

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Hallo Ironbiber,

vielen Dank fürs aufmerksame Lesen und Dein positives Echo. Wer, wenn nicht Du, versteht wohl so gut abzunagen?

Herzliche Grüße

molly
 

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