Der Fall Klose

MaziarB

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Es war wieder Pausenzeit. Oberkommissar Ulrich Keller, ein kurz vor der Pension stehender Polizeibeamter, betrat das Café. Er setzte sich auf seinen Stammplatz. Von seinen Kollegen, besonders von den Jüngeren, wurde er respektiert und hochgeschätzt. Er überlegte, was er alles mit seiner Frau Helga unternehmen könnte. Auch sie würde froh sein, ihren Mann nur noch für sich zu haben. Als Dorfbulle freute er sich endlich auf seine wohlverdiente Ruhe.

Er hatte sich vorgenommen, für die letzte Akte seiner Dienstzeit einen sehr alten, ungelösten Fall zu wählen. Edgar Klose wurde seit 38 Jahren vermisst. Er war kurz vor 21:00 Uhr in seinen VW Käfer gestiegen, um zu einer Betriebsfeier zu fahren, und nie dort angekommen. Und seitdem fehlte von ihm jede Spur.

Dann schweifte sein Blick durch das Café, und er bemerkte einen alten Mann, den er noch nie dort gesehen hatte. Weiße, ordentlich nach hinten zurückgekämmte Haare. Glatt rasiert, mit altmodischem, aber sauber gebügeltem Anzug und Krawatte.

Der Kommissar hatte das Gefühl, der Mann komme ihm vertraut vor. Mehrere Tage sah er ihn in seinem Stammcafé, immer frisch gekämmt und rasiert, mit gebügeltem Anzug. Bald begann der alte Mann, seine Blicke zu fangen und ihn auch zu beobachten.

Bis an diesem Tag.

Der Kommissar saß auf seinem Stammplatz und suchte den alten Mann, wie jeden Tag. Dann sah er ihn plötzlich vor sich stehen.

„Kann ich etwas für Sie tun, Herr...?", fragte der Kommissar.

Der alte Mann sagte: „Ulrich, in meiner Scheune ist etwas, was du sehen sollst."

Er zögerte und fügte hinzu: „Im Fall Edgar."

Dann ging er ohne ein Wort zum Ausgang und ließ Kommissar Keller verwirrt sitzen.

An diesem Nachmittag war Kommissar Keller wieder mit seiner Akte beschäftigt. Der alte Mann ging ihm nicht aus dem Kopf. Wer war das? Woher kannte er ihn? Und woher wusste er von seiner Akte? Nur die Kollegen wussten, woran er arbeitete. Die weißen, nach hinten gekämmten Haare kamen ihm sehr vertraut vor. Er kramte in seinen Erinnerungen, und plötzlich hatte er es: der alte Wagner!

Er stand auf und ging zu den Einwohnerakten. Er suchte den Namen Wagner und fand ihn dort: Engholm Wagner, Beruf: Bauer mit eigenem Bauernhof. Verstorben vor 38 Jahren.

„Das ist unmöglich", dachte er.

Doch dann sah er das schwarz-weiße, alte und vergilbte Foto des alten Mannes.

Genauso, wie er ihn heute Morgen gesehen hatte.

Kommissar Keller stieg in seinen Wagen und fuhr zum Bauernhof der Wagners. Simone Wagner, die Tochter von Engholm Wagner, eine rundliche Frau Mitte vierzig, begrüßte ihn dort.

„Tachchen, Herr Kommissar. Was bringt Sie zu uns?"

Der Kommissar sagte unvermittelt: „Tag. Haben Sie irgendetwas in Ihrer Scheune gefunden, was in Verbindung zu Ihrem Vater stehen könnte?"

Simone überlegte.

„Nein. Woran denken Sie, Herr Kommissar?"

Der Kommissar seufzte. „Weiß ich nicht so genau. Haben Sie was dagegen, wenn ich in Ihrer Scheune mal nachsehe?"

„Nein, nur zu", sagte Simone.

Kommissar Keller ging zur Scheune und betrat sie. Hier lagen alte Werkzeuge, eine Egge und andere Anbaugeräte. In einer Ecke sah er einen alten Futtertrog.

Er suchte weiter. Ganz hinten, unter einer Schicht Stroh, fand er eine alte Holztruhe. Das Schloss war verrostet und alt. Mit der Spitzhacke konnte der Kommissar es leicht öffnen.

Darin lagen alte persönliche Dinge: Rechnungen, Fotos, Briefe und einige Werkzeuge – Dinge, die Simone seit Jahrzehnten nicht angerührt hatte.

Ganz unten lag ein in Leder gebundenes, schon völlig marodes Buch. Er öffnete es und erkannte Engholm Wagners Tagebuch.

Keller blätterte schnell durch die Seiten. Als er es wieder schließen und beiseitelegen wollte, fiel sein Blick auf einen bekannten Namen.

Edgar Klose.

Er las das Tagebuch. Wagner hatte einen eigenen Schreibstil. Er konnte lange um den heißen Brei herumreden, bevor er zum Punkt kam. Er schrieb über seine Ängste und seine Gefühle, und zwar so ausführlich, dass es den Kommissar müde machte.

In jener Nacht, als Edgar Klose verschwand, hatte Wagner mit seinem Traktor einen Autounfall mit ihm gehabt. Keller nahm sich den alten Traktor vor. An einer Seite fand er tiefe Schrammen. Er untersuchte sie genauer und entdeckte darin verblasste rote Farbreste. Kloses Fahrzeug war rot gewesen.

Er nahm das Tagebuch mit in sein Büro und las weiter.

Wagner erzählte, dass es in der Nähe des Baggersees zu einem Zusammenprall gekommen war. Er war betrunken gewesen und hatte gedacht, Klose habe nur Blechschaden erlitten. Also war er weitergefahren.

Als er drei Tage später erfuhr, dass Klose verschwunden war, wurde er nachdenklich. Er ging zu dem damals noch jungen Beamten Ulrich Keller und wollte aussagen. Doch der Beamte schickte ihn weg und sagte:

„Kommen Sie morgen wieder."

Jetzt erinnerte sich Kommissar Keller an alles. Wagner war damals zu ihm gekommen. Er war an diesem Tag gestresst gewesen und hatte eine Menge Berichte zu schreiben gehabt. Er hatte gehofft, dass am nächsten Tag ein anderer Beamter da sein würde, der das endlose Gespräch mit einem alten Bauern ertragen musste.

Er nahm seinen Kopf in die Hände und dachte nach. Am nächsten Morgen, nachdem Wagner da gewesen war, musste er zu Wagners Haus gehen.

„Herzinfarkt", sagte der Arzt. Wagner war noch in derselben Nacht verstorben, ohne eine Aussage gemacht zu haben.

Am nächsten Morgen rief er bei der Feuerwehr an. Brandmeister Thomas Weber hob ab.

„Weber."

„Moin, Thomas. Ich habe eine Bitte."

„Ah, Uli. Was ist los?", fragte Weber.

„Ich brauche ein paar Taucher. Im Baggersee sollen sie suchen."

Weber fragte: „Und was hoffst du dort zu finden?"

„Das Auto von Edgar Klose."

„Wen?", fragte Weber.

„Du weißt doch, damals, als Edgar Klose verschwand."

„Und du vermutest ihn im Baggersee?", fragte Weber.

„Ja", antwortete Keller. „Ich habe gute Gründe, um anzunehmen, dass Edgar Kloses Auto dort ist."

„Verstanden", sagte Weber.

Keller hatte schon damals den Verdacht gehabt, dass Klose mit seinem Auto im Baggersee versunken sein könnte. Doch sein Vorgesetzter hatte die Suche wegen mangelnder Indizien abgelehnt.

Eine Stunde später waren alle am Baggersee. Polizeibeamte und Feuerwehrmänner standen am Ufer. Es dauerte eine Weile, bis einer der Taucher heftig winkte und anschließend zum Strand schwamm.

„Wir haben ihn. Den alten VW Käfer."

Der Kran zog das Auto aus dem Wasser.

Keller stand am Ufer und sah zu, wie das Wasser aus dem alten Käfer lief. Das Auto war kaum noch als Fahrzeug zu erkennen. Schlamm und Pflanzen hingen an der Karosserie.

Er ging näher heran. Er nahm ein Taschentuch und rieb das Nummernschild sauber. Ja, das war das Nummernschild von Edgar Klose.

Nach 38 Jahren hatte er den Fall endlich gelöst.

Später ging er zu seinem Stammcafé. Er suchte nach dem alten Engholm Wagner, aber er war nicht da. Er fragte den Wirt, wo der Alte sein könne, aber dieser erinnerte sich nicht an einen solchen alten Mann. Auch die anderen Stammgäste hatten ihn dort nie gesehen.

Er setzte sich auf seinen Stammplatz und nahm den Kopf in beide Hände. Als rationaler Mensch wollte er so eine Geschichte nicht wahrhaben. Dann überlegte er, was er bloß in seinen Bericht schreiben sollte.
 
Zuletzt bearbeitet:

jon

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Das lässt sich schwer lesen. Du solltest die überflüssigen Leerzeilen rausnehmen. Außerdem sind viele Absatzumbrüche drin, die falsch sind bzw. den Lesefluss unnötig zerreißen.
Lege dich auf eine Erzählzeitform fest und arbeite bei den Rückblenden dann sauber mit der resultierenden Zeitform.


Davon abgesehen: Mir geht das alles viel zu glatt. Ja, die Pointe ist, dass der Alte nicht existiert, aber dafür konzentriert sich die Story zu sehr auf die Aufklärung (ohne diese allerdings spannend zu erzählen). Damit die Pointe greift, sollte es mehr Interaktion zwischen Ulrich und dem Geist geben.
 



 
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