Der Geliebte

2,70 Stern(e) 6 Bewertungen

Midian

Mitglied
Es war gestern als du tanztest
Vor dem roten Schein des Feuers
Jenen wilden Tanz der Freiheit
Für den Herrn des Regenbogens.
Deiner Lenden Perlenschnüre
schwangen wie das Gras der Steppe,
und dein Lachen glich dem Wolfe,
deine Blicke Sturmeswolken.

Wie Silber glänzte vor dem Mond dein Leib,
dein Antlitz überflammte rote Glut
Dann fiel dein Blick auf mich, ein Lächeln –
Du spanntest deine Arme aus, du schwanktest.
Wie eine Blüte neigtest du dich vor dem Winde,
wie eine Fackel leuchtete dein langes Haar.
Wie rasch verzehrte dich der Herr des Regenbogens –
Hat er dich mehr geliebt als ich?
 

flammarion

Foren-Redakteur
Teammitglied
nun,

die perlenschnüre gehören kaum den lenden, sondern wahrscheinlicher dem, dem auch die lenden gehören. lenden aus perlenschüren kann ich mir einfach nicht vorstellen, obwohl sie ein tolles sprachbild abgeben.
lg
 

nisavi

Mitglied
hallo midian,

mir ist der text in summe zu überladen. er bedient (für mich) das gängige indianerklischee. (alternativ: das aborigineklischee wg d regenbogens)

ich finde nur die üblichen bilder: den roten schein des feuers, den tanz der freiheit, den silberglänzenden leib, den umwölkten blick etc.

nichts neues. unspannend für mich.

und, um mich meiner vorschreiberin teilweise anzuschließen, das bild von den lenden-perlenschnüren funktioniert auch für mich nicht. insofern, als es (vermutlich unfreiwillig) komisch wirkt.

lgn
 

Midian

Mitglied
An Flammarion: Wäre deines Gürtels Perlenschnüre besser? Oder deine bunten Perlenschnüre?

An Nisavi: Es stimmt, dass die von mir gewählten Ausdrücke nicht so neu sind, meines Erachtens kommt es jedoch darauf an, wie man sie neu zusammen setzt und was sich dann für ein Bild daraus ergibt. Ich wähle bekannte Begriffe, um gerade dieses Bild zu erzeugen, das mir gefällt. Ich persönlich mag das krampfhafte Suchen nach Ausdrücken, die noch nie benutzt wurden, überhaupt nicht, da werden manchmal Monster geboren. Es ist aber alles Geschmackssache.
 
R

Rose

Gast
Hallo Midian,

mich spricht dein Gedicht an. Mir würde deines Gürtels Perlenschnüre besser gefallen.

Liebe Grüße
Rose
 

Midian

Mitglied
Es war gestern als du tanztest
Vor dem roten Schein des Feuers
Jenen wilden Tanz der Freiheit
Für den Herrn des Regenbogens.
Deines Gürtels Perlenschnüre
schwangen wie das Gras der Steppe,
und dein Lachen glich dem Wolfe,
deine Blicke Sturmeswolken.

Wie Silber glänzte vor dem Mond dein Leib,
dein Antlitz überflammte rote Glut
Dann fiel dein Blick auf mich, ein Lächeln –
Du spanntest deine Arme aus, du schwanktest.
Wie eine Blüte neigtest du dich vor dem Winde,
wie eine Fackel leuchtete dein langes Haar.
Wie rasch verzehrte dich der Herr des Regenbogens –
Hat er dich mehr geliebt als ich?
 
R

Rose

Gast
Hallo Midian,

beim weiteren Durchlesen ist mir noch aufgefallen, dass in der 2. Strophe zu oft das Wort "wie" vorkommt. Kannst du da, evtl. auch durch Satzumstellungen, noch was machen? Nur eine Anregung meinerseits.

Blumige Grüße
Rose
 

Rhea_Gift

Mitglied
Mir für die Bilderfülle auch zu unstrukturiert - würde noch mehr straffen, weniger prosaisch - aber das ist Geschmackssache - den Herrn der Regenbogen find ich irgendwie gut... hat was - ansonsten - mir in der Länge etwas zu dicke, könnten ein paar Adjektive weniger sein - aber das halt Geschmackssache...

LG, Rhea
 
R

Rose

Gast
Hallo Midian,

habe noch mal gegrübelt wegen des "wie".

Vielleicht so?

Silber glänzte vor dem Mond dein Leib,
dein Antlitz überflammte rote Glut
Dann fiel dein Blick auf mich, ein Lächeln –
Du spanntest deine Arme aus, du schwanktest.
Wie eine Blüte neigtest du dich vor dem Winde,
dein langes Haar war pures Fackelleuchten
So rasch verzehrte dich der Herr des Regenbogens –
Hat er dich mehr geliebt als ich?


Liebe Grüße
Rose
 

Midian

Mitglied
Hallo Rose,

Vielen Dank für deine Mühe und dein Interesse. Das dritte Wie in "So" umzuändern, finde ich gut. Die Zeile im zweiten "Wie" ist mir zu angestrengt. Ich finde, zweimal Wie kann auch etwas unterstreichen, die Wiederholung muss nicht schlecht sein.

Gruß Midian
 

llceres

Mitglied
Eine bildhafte, schöne Sprache,
Deine Prosalyrik, Miridian ...

vermisse jedoch den Erkennungswert,
einen Rythmus, etwas Besonderes;
zuviele "Du's" und "wie's" machen
dieses Bild beim Lesen zunichte ..

Eine ganz tolle Idee, die man zu
einem wunderschönem Gedicht formen
kann ... wenn Du magst, nehme ich
es gern mit und sende Dir einen
Vorschlag,

herzlichst,

Ceres
 

Midian

Mitglied
Hallo Ceres,
danke für dein Interesse. Wenn du willst, nutze gern das Thema und mache etwas Eigenes daraus. Ich wäre gespannt auf das Ergebnis.
Freundlichen Gruß
Midian
 

Rhea_Gift

Mitglied
ja, die "du bist wie"-Sache ist auch in Wiederholung nicht so gut - habs erst nicht gesagt, ich fall mit dieser subjektiven Abneigung gegen direkte Vergleiche schon genug auf :D

Warum nicht einfach:

Silbern glänzte dein Leib vor dem Mond,
dein Antlitz überflammt von roter Glut
Dein Blick fiel auf mich, ein Lächeln –
Du spanntest deine Arme aus, schwanktest,
neigtest dich, eine Blüte vor dem Winde,
dein langes Haar eine leuchtende Fackel -
rasch verzehrte er dich, der Herr des Regenbogens –

Hat er dich am Ende gar mehr geliebt als ich?
>> mal diese Strophe als "ohne wie"-Demonstration - finde ich persönlich ansprechender...?

LG, Rhea
 

Midian

Mitglied
Es war gestern als du tanztest
Vor dem roten Schein des Feuers
Jenen wilden Tanz der Freiheit
Für den Herrn des Regenbogens.
Deines Gürtels Perlenschnüre
schwangen wie das Gras der Steppe,
und dein Lachen glich dem Wolfe,
deine Blicke Sturmeswolken.

Wie Silber glänzte vor dem Mond dein Leib,
dein Antlitz überflammte rote Glut
Dann fiel dein Blick auf mich, ein Lächeln –
Du spanntest deine Arme aus, du schwanktest.
Wie eine Blüte neigtest du dich vor dem Winde,
wie eine Fackel leuchtete dein langes Haar.
So rasch verzehrte dich der Herr des Regenbogens –
Hat er dich mehr geliebt als ich?
 

Midian

Mitglied
Hallo Rhea,

deine Version hat noch denselben Inhalt wie meine, kommt aber ganz anders herüber. Interessant ist es, wie durch eine andere Herangehensweise die Stimmung völlig verändert werden kann. Ich möchte hier nicht werten, denn wem was besser gefällt, ist Geschmackssache.

Für mich nehmen dein veränderter Rhythmus und deine schon fast erzählende Form der Situation Dramatik und Schwung.

Lieben Gruß
Midian
 


Oben Unten