Der große Wittnapp

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Anonym

Gast
Der große Wittnapp

Heute Nacht, da durft‘ ich staunen,
auf der Decke, ganz aus Daunen,
raunte, daumengroß, ein Wicht:
„Störe mich jetzt bitte nicht,
denn ich will mich nun entfalten.
Meine Jacke darfst du halten.“

„Wer bist du“, fragte ich ihn knapp.
„Ich bin der große Wittnapp,
und verlasse nun dein weiches Bett,
setze mich auf das Parkett.“

Dort fing nun der Wittnapp an,
sprang in die Höh, der kleine Mann.
Wittnapp nahm jetzt richtig Schwung,
und er wuchs mit jedem Sprung.

Bald war Wittnapp zimmergroß,
legte sich recht mühelos,
neben meinem Bette nieder,
streckte seine langen Glieder.

Wittnapp sagte nun sehr heiter:
„Morgen ziehe ich früh weiter.“
„Sag“, rief ich, bist du dann klein?
Doch der Wittnapp schlief schon ein.
Wie verschwand der fremde Wicht?
Leider weiß ich das nun nicht.
 


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