der lieb haber

florian

Mitglied
der lieb haber

ich liebe dich. – das ging mir doch fast zu leicht von den lippen. ich hatte das gefühl, dass ich das jetzt sagen sollte, ist ja verdammt romantisch hier, im mondschein, nicht? und irgendwann in einer beziehung (und wir sind ja schon einen monat zusammen), da kommt doch irgendwann der punkt an dem man sich erklären muss, meine ich, kann dich ja nicht immer nur wunderwunderschön finden und so. sollte ja auf jeden fall auch liebe im spiel sein. nach einem monat!
also, nicht: du, ich glaube, ich hab mich in dich verliebt- das spielt ´ne liga tiefer, und wir sind ja schon bundesliga, champions cup, mindestens. wir zwei. liebe, nicht verliebt. verliebt sind abc-schützen in die klassenlehrerin. verliebt ist fast schon verknallt, und verknallt ist meist bald wieder vorbei, nach ein paar liebeskummerselbstmitleideinheiten wieder vergessen. liebe- das hat was ernsthaftes, da ist kein leichtsinn mehr dabei, das ist eine erklärung, ein ganz grosses wort. aber angebracht für dich, da bin ich mir sicher, und zeitpunkt und ort sind ja auch clever gewählt, hier im park, unterm cubamond. also: ohrgeknabber unterbrechen, noch einmal durch deine haare fahren, tief luft holen, lossäuseln. komplimente, nix billiges, nix kitschiges. wie als wollte man in die sonne gucken ohne zu blinzeln, und das beschreiben. wirkung abwarten, weiter mit deinen locken spielen, vielleicht noch einen kuss auf die wange hauchen.
du fängst an, in meinem t-shirt zu wühlen, ampel grün, weiter im text.
du- satz unausgesprochen lassen, ein bisschen zieren, tragweite des folgenden deutlich machen. meine hände kommen an unverfänglichen orten wie schultern zum stehen, bloss kein falsches signal jetzt. ernsthaft sein, deinen körper aus dem spiel lassen, ist ja deine seele, die mir wichtig ist. den mund ganz nah ans ohr, so nah, dass ich nicht flüstern muss, sondern nur denken, damit du es hörst. ich liebe dich- lautdenken, und dann umarmen, ganz fest, ruhig bisschen drücken, klammern, du solltest aber auch zurückdrücken. nicht erwarten, dass du gleich mit der tür ins haus fällst und mich gleichfalls liebst, deine stumme antwort schätzen, drückendrückendrücken.

ich liebe dich, nochmal, lauter, ich liebe dich, immer lauter, ich liebe DICH! schreien, unter umständen aufspringen, noch ein bisschen herumtanzen, verrückt sein halt, aber irgendwie süss, wie im film vielleicht.

dann wieder drückendrückendrücken.
bis zum nächstenmal.
 

Charima

Mitglied
Hallo, Florian!

Eine ziemlich gelungene Geschichte hast Du da - in meinen Augen - abgeliefert. Witzig, romantisch und nachdenklich machend zugleich zu sein - das schafft längst nicht jeder Text. Ich gratuliere Dir!

Den Frieden der Nacht,

Charima
 

flammarion

Foren-Redakteur
Teammitglied
hallo,

ich schließe mich vollinhaltlich charimas worten an. eine richtig schöne teeny-geschichte, die dir so leicht keiner nachmacht. ganz lieb grüßt
 

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