Der (M)Ausflug

5,00 Stern(e) 1 Stimme

Frabel

Mitglied
Der (M)Ausflug (Ein Emmerich-Gedicht)

Der Wind weht pfeifend um das Haus,
im Unterholz die kleine Maus
kann sich ob der Naturgewalten
grad nicht mehr auf der Stelle halten.

Es geht hinaus in Sturmes Tanz,
doch dann erfasst sie mit dem Schwanz
den Zaun direkt am obren Rand,
weil der dort einfach günstig stand.

Der Zufall will, wie es so geht,
dass Emmerich daneben steht
und sehr erstaunt und auch entzückt
auf eben dies Geschehen blickt.

Das Mausgesicht wirkt angestrengt,
weil sie dort so im Winde hängt
und Emmerich steht nicht nur da,
er zückt die Handykamera.

Man sieht sowas nicht überall.
Das Bild ging gestern steil viral.
 
G

Gelöschtes Mitglied 21900

Gast
Die Maus hängt immer noch am Zaun,
Auch tot entzückend anzuschaun.
 

Frabel

Mitglied
Die Maus hängt immer noch am Zaun,
Auch tot entzückend anzuschaun.
… nett gedichtet … aber eher unwahrscheinlich, da sich tote Mäuse nicht mehr am Zaun festhalten können.

Und wenn Du Emmerich so gut kennen würdest, wie ich, wüsstest Du, dass er die Maus niemals sich selbst überlassen hätte. Er ist ein Gutmensch, der ertrinkende Käfer aus Gläsern rettet und beim Picknick für die Wespen Kuchen liegen lässt.

Natürlich kennst Du ihn aber gar nicht. Von daher lässt das offene Ende des Gedichts dem Leser die Freiheit, sich ein Ende auszudenken, das er gerne hätte;)
 

Oscarchen

Mitglied
Nein, er kennt Emmerich nicht, aber....er ist ein herzensguter Mensch! Er kann volle Weingläser in leere verwandeln, betet jeden Abend nach zwei Stunden harten Arbeit auf seinem Schießstand für den Weltfrieden und lässt in seinen Goldminen in Wladwodistockgrad Elfjährige nur 13 Stunden am Tag arbeiten.
Für mich ein Vorzeigegutmensch!
 
G

Gelöschtes Mitglied 21900

Gast
Freunde, ihr redet an der Sache vorbei: Der gute Emmerich interessiert mich gar nicht, mir ist aufgefallen, das Gedicht hat keinen Schluss, da müssen noch ein paar Zeilen drangehängt werden, die Maus war schließlich der Protagonist des Ganzen. Dem Leser mit einem offenen Ende die Freiheit zum Selberdichten zu überlassen, deutet auf dramaturgisches Unvermögen hin. :mad:
KK
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

Aufschreiber

Mitglied
Ach! Das war ein Mitmach-Gedicht?
Das muss einem doch gesagt werden!

Für mich hatte es in seiner aktuellen Form schon Sinn ergeben.
Aber @klauskuckuck hat da natürlich einen validen Punkt.

Warum sollte man nicht die Leserschaft für sich weiterdichten lassen?

... fragt sich

Steffen
 


Oben Unten