Der missglückte Badeausflug

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juliawa

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"Das macht dann 27,96 €".
Onur war für einen Moment perplex. Zwei Erwachsene und zwei Kinder machte eigentlich 17,96 €. Die Kassiererin musste sich verrechnet haben. Trotzdem gab er ihr einen Zwanziger und einen Zehner und hoffte, während er auf das Rückgeld wartete, das Gülten den Fehler nicht bemerken würde. Er hasste eben direkte Konfrontationen, selbst wenn es dabei nur um Kleinigkeiten ging. Es war ein strahlend schöner Tag. "Junge, ist das voll, hoffentlich bekommen wir noch einen Platz!" sagte er lächelnd zu seinen Kindern, während sie über die Parkanlage des Freibads schlenderten. Er blickte sich nach seiner Frau um. In ihrem Gesicht meinte er, einen Hauch von Verachtung zu erkennen.

Eine Viertelstunde später hatten sie es sich auf einem schattigen Platz gemütlich gemacht.
"Komm schon, Bekir, diesmal musst du auch ins Wasser, du kannst doch nicht wieder den ganzen Tag rumgammeln", zog seine Schwester Sibel ihn auf.
"Kein Bock, im Becken ist es viel zu voll, da kann ich doch gleich in Pisse schwimmen", antwortete dieser.
Sibel wusste, dass dies nicht der wirkliche Grund dafür war, dass ihr Bruder bäuchlings auf seinem Handtuch lag und 'Harry Potter und die Kammer des Schreckens' las, während andere Kinder seines Alters in vollen Zügen das Angebot an Wasserrutschen und Sprungtürmen im, laut Internet, besten Freibad Süddeutschlands genossen. Es war vielmehr so, dass Bekir sich schämte, sein T-Shirt auszuziehen. "Ein Zehnjähriger sollte wegen ein bisschen Übergewicht nicht solche Komplexe haben", dachte sie traurig.
"Hör mal, Baba ist doch nicht zwei Stunden gefahren, dafür dass du jetzt hier nur rumliegst und liest. Das hättest du auch zuhause machen können. Denk an die Benzinkosten!", versuchte sie ihn zu überreden.
"Setz ihn nicht so unter Druck, dein Bruder kann doch machen, was er will", mischte sich ihre Mutter ein und warf Sibel einen scharfen Blick zu.
"Tamam, ich komm ja schon", sagte Bekir jetzt, der überraschend seine Meinung geändert hatte. Er entblößte seinen Oberkörper und errötete leicht. Die Kinder entfernten sich in Richtung des Beckens.

Zur gleichen Zeit hatte Onur auf dem Weg zum Pommesstand einen alten Schulkameraden getroffen.
"Das gibt es doch nicht!", rief er mit gezwungenem Lächeln. Er fand es immer etwas anstrengend, Leuten von früher zu begegnen. Er sollte Recht behalten. Innerhalb von fünf Minuten schaffte Tobias es, ihm betont beiläufig von seiner leitenden Position bei Daimler, seinem Ferienhaus am Gardasee und seinem Sohn zu erzählen, der zur Zeit, dank irgendeines Hochbegabten-Stipendiums, ein Internat in England besuchte.
"Der Junge fehlt uns natürlich wahnsinnig, aber meine Frau und ich sind uns einig, dass seine Zukunft das Wichtigste ist". Er unterbrach seinen Redefluss. "Aber jetzt hab ich die ganze Zeit nur von mir geredet", endete er mit charmantem Lächeln.
"Du, ich wollte grade Pommes für alle holen gehen, die fragen sich bestimmt schon, wo ich so lange bleibe", antwortete Onur lachend.
"Passt doch perfekt, ich bekomme auch langsam Hunger. Bin heute schon vier Kilometer geschwommen, da darf man sich doch auch mal was Ungesundes gönnen, oder ?".
Darauf war nichts zu erwidern. Sie liefen also nebeneinander auf die Schlange zu, die sich vor dem Kiosk gebildet hatte. Er bemerkte, dass Tobias für seine 47 Jahre unverschämt gut in Form war. Waschbrettbauch und muskulöse Schultern. Haarausfall hatte er offenbar auch nie gehabt.
Onur musste den Mann übersehen haben.
"Hey, in Deutschland stellen wir uns an!", rief eine ungehaltene Stimme hinter ihm.
Er wusste nicht, wie er darauf reagieren sollte. Er ließ den Mann wortlos vorbei.
"Was hatte der denn für ein Problem?" fragte Tobias mit verlegenem Lachen.
"Keine Ahnung... du, ich hab was vergessen", antwortete Onur und lies seinen alten Bekannten verdutzt stehen. Er lief mit rotem Kopf in Richtung ihres Platzes. Auf einmal war er müde.

Irgendetwas war passiert. Um ihren Platz herum hatten sich mehrere fremde Menschen versammelt und redeten erhitzt. Ein Junge weinte. Onur registrierte, dass der Junge stark aus dem Mund blutete.
"Ne oldu?" fragte er seine Frau mit wachsender Anspannung.
"Gut, dass du kommst", antwortete sie. "Bekir hat einen anderen Kind eine Zahn ausgeschlagen!"
"Das war aus Versehen, Baba, ich schwöre", stotterte Bekir, der sichtlich mit den Tränen kämpfte. "Er hat die ganze Zeit lachend zu mir rüber gezeigt und als ich vom Dreier gesprungen bin hat er gesagt: "Jetzt muss man gleich das Becken neu füllen". Ich wollte ihn nur ins Wasser schupsen, aber er ist auf dem Rand aufgeschlagen". Er stand da wie ein Häufchen Elend.
Jetzt meldete sich der Vater des Geschädigten zu Wort: "Es ist doch normal, dass Kinder sich ein bisschen necken! Mein Junge hat dir nichts getan, und du bist einfach so auf ihn losgegangen. Gewalt ist doch nie eine Lösung!", belehrte er Bekir mit salbungsvoller Stimme. Bekir schaute eingeschüchtert an dem Mann vorbei. Dem blutenden Jungen wurde schwindelig und er legte sich äußerst theatralisch zu Boden.
Gülten stotterte beschämt: "Es tut mir so leid. Das sein eigentlich nicht sein Art. Geben Sie mir ihren Telefonnummer, dann wir zahlen Geld für den Zahn". Onur hätte seine Frau in diesem Moment am liebsten umarmt. Wenn sie unter Stress stand, konnte sie kein richtiges Deutsch mehr sprechen, das hatte er schon oft beobachtet.
Jetzt hatte sich die Aufmerksamkeit des aufgebrachten Vaters auf Gülten gerichtet: "Wieso du nicht passen auf, auf deine Sohn?" fragte er herrisch, indem er jedes Wort langsam aussprach und deutlich betonte. Auf den benachbarten Plätzen waren die Gespräche verstummt. Onur hatte auf einmal einen seltsam metallischen Geschmack auf der Zunge.
"Jetzt hören Sie mal zu Sie,... Sie Hund" sagte er und es kam ihm für einen Moment so vor, als würde er die ganze Szene von außen beobachten. "Was fällt Ihnen eigentlich ein , so mit meiner Frau zu reden?" Der Mann blickte ihn sprachlos an. "Und wenn Sie ihrem Sohn nicht beibringen, kein Arschloch zu sein, dann ist das hoffentlich nicht der letzte Zahn, der ihm ausgeschlagen wird!". Das war zu viel für den Vater. Er bewegte sich mit einer fürchterlichen Grimasse auf Onur zu und stieß ihm heftig gegen die Brust.
Onur holte aus und schlug ihm mit der Faust ins Gesicht. Einige Umstehende schrien erschrocken auf. Jetzt blutete der Mann aus der Nase. Rasend versuchte er, sich auf Onur zu werfen, doch die anderen Badegäste hielten ihn zurück.
Gülten starrte schweigend auf einen Punkt in der Nähe des Sprungturms. Inzwischen war ein Bademeister auf den Streit aufmerksam geworden.
"Was ist denn das Problem?", fragte er professionell.
"Der Junge da hat meinem Sohn einen Zahn ausgeschlagen und danach ist sein Vater auf mich losgegangen", antwortete ihm der Mann, mit sich überschlagender Stimme.
"Ich muss Sie bitten, jetzt zu gehen", sagte der Bademeister in ruhigem Ton und machte dabei mit seinen Armen ein Geste, die er wahrscheinlich in einem Anti-Eskalationskurs gelernt hatte.
Onur bemerkte, dass Bekir und Sibel ihn schockiert anschauten. Er machte eine wegwerfende Handbewegung und begann, Handtücher und Sonnencreme achtlos in die mitgebrachte Tasche zu werfen. Die Gespräche der Sitznachbarn waren noch nicht wieder in Gang gekommen. Eine Minute später liefen sie unter den Blicken der Badegäste mitsamt ihrem hastig verstauten Gepäck zum Ausgang.

Während der Heimfahrt redeten sie kein Wort. Auf dem Rücksitz blickten die Kinder betroffen aus dem Fenster. Onur saß am Steuer und lächelte leise in sich hinein. Aus dem Augenwinkel beobachtete er seine Frau auf dem Beifahrersitz. Ihren Gesichtsausdruck konnte er nicht deuten.
 
Die erste Hälfte des Textes ist einfach großartig und berührend. Dass Onur dann so heftig reagiert, irritiert irgendwie. Mir geht es mit ihm so wie ihm mit seiner Frau: "Ihren Gesichtsausdruck konnte er nicht deuten."
 

Ji Rina

Mitglied
Hallo juliawa,
Eine interessante Geschichte über...ja wie soll man es nennen? Fremdenfeindlichkeit?
Vor X Jahren war auch ich mal mit meinem afrikanischen Neffen in einem Schwimmbad (nicht in Deutschland, sondern in Spanien) und eine Gruppe Jugendlicher machte sich die ganze Zeit lustig über ihn und zeigten mit dem Finger. Mir hat mein Neffe damals so leid getan. Er war mal gerade vier Jahre alt. Also konnte ich deine Geschichte gut nachvollziehen.

Ein paar Fragen stellte ich mir aber doch:

"Das macht dann 27,96 €".
Onur war für einen Moment perplex. Zwei Erwachsene und zwei Kinder machte eigentlich 17,96 €. Die Kassiererin musste sich verrechnet haben. Trotzdem gab er ihr einen Zwanziger und einen Zehner und hoffte, während er auf das Rückgeld wartete, das Gülten den Fehler nicht bemerken würde. (Wer ist Gülten? Besser: Gleich am Anfang erwähnen, dass seine Frau gemeint ist) Er hasste eben direkte Konfrontationen, selbst wenn es dabei nur um Kleinigkeiten ging. Es war ein strahlend schöner Tag. "Junge, ist das voll, hoffentlich bekommen wir noch einen Platz!" sagte er lächelnd zu seinen Kindern, während sie über die Parkanlage des Freibads schlenderten. (Das Thema des Betrages bleibt irgendwie in der Luft hängen. Vielleicht könnte man die Szene noch mal abdämpfen: Gülten merkte es nicht und wir machten uns auf die Suche nach einem schönen Platz)) Er blickte sich nach seiner Frau um. In ihrem Gesicht meinte er, einen Hauch von Verachtung zu erkennen. (Wieso Verachtung? Weil sie bereits Stress erahnt? Dann müsste es m.E. erwähnt werden)

Eine Viertelstunde später hatten sie es sich auf einem schattigen Platz gemütlich gemacht.
"Komm schon, Bekir, diesmal musst du auch ins Wasser, du kannst doch nicht wieder den ganzen Tag rumgammeln", zog seine Schwester Sibel ihn auf.
"Kein Bock, im Becken ist es viel zu voll, da kann ich doch gleich in Pisse schwimmen", antwortete dieser.
Sibel wusste, dass dies nicht der wirkliche Grund dafür war, dass ihr Bruder bäuchlings auf seinem Handtuch lag und 'Harry Potter und die Kammer des Schreckens' las, während andere Kinder seines Alters in vollen Zügen das Angebot an Wasserrutschen und Sprungtürmen im, laut Internet, besten Freibad Süddeutschlands genossen. Es war vielmehr so, dass Bekir sich schämte, sein T-Shirt auszuziehen. "Ein Zehnjähriger sollte wegen ein bisschen Übergewicht nicht solche Komplexe haben", dachte sie traurig.
"Hör mal, Baba ist doch nicht zwei Stunden gefahren, dafür dass du jetzt hier nur rumliegst und liest. Das hättest du auch zuhause machen können. Denk an die Benzinkosten!", versuchte sie ihn zu überreden.
"Setz ihn nicht so unter Druck, dein Bruder kann doch machen, was er will", mischte sich ihre Mutter ein und warf Sibel einen scharfen Blick zu.
"Tamam, ich komm ja schon", sagte Bekir jetzt, der überraschend seine Meinung geändert hatte. Er entblößte seinen Oberkörper und errötete leicht. Die Kinder entfernten sich in Richtung des Beckens.

Zur gleichen Zeit hatte Onur auf dem Weg zum Pommesstand einen alten Schulkameraden getroffen.
(Hatte Onur es sich nicht gerade auf einem schattigen Platz gemütlich gemacht? Vielleicht besser, oben einzufügen, dass Onur jetzt zur Pommesbude geht )"Das gibt es doch nicht!", rief er mit gezwungenem Lächeln. Er fand es immer etwas anstrengend, Leuten von früher zu begegnen. Er sollte Recht behalten. Innerhalb von fünf Minuten schaffte Tobias ( Denke, der Name Tobias ist hier unrelevant. Es gibt bereits sechs Namen im Text) es, ihm betont beiläufig von seiner leitenden Position bei Daimler, seinem Ferienhaus am Gardasee und seinem Sohn zu erzählen, der zur Zeit, dank irgendeines Hochbegabten-Stipendiums, ein Internat in England besuchte.
"Der Junge fehlt uns natürlich wahnsinnig, aber meine Frau und ich sind uns einig, dass seine Zukunft das Wichtigste ist". Er unterbrach seinen Redefluss. "Aber jetzt hab ich die ganze Zeit nur von mir geredet", endete er mit charmantem Lächeln.
"Du, ich wollte grade Pommes für alle holen gehen, die fragen sich bestimmt schon, wo ich so lange bleibe", antwortete Onur lachend.(Warum lachend?, Vielleicht mit einem gezwungenem Lächeln? Da Tobias ja nur von seinem Ferienhaus am Gardasee etc… erzählt?)
"Passt doch perfekt, ich bekomme auch langsam Hunger. Bin heute schon vier Kilometer geschwommen, da darf man sich doch auch mal was Ungesundes gönnen, oder ?".
Darauf war nichts zu erwidern. Sie liefen also nebeneinander auf die Schlange zu, die sich vor dem Kiosk gebildet hatte. Er bemerkte, dass Tobias für seine 47 Jahre unverschämt gut in Form war. Waschbrettbauch und muskulöse Schultern. Haarausfall hatte er offenbar auch nie gehabt.
Onur musste den Mann übersehen haben.
"Hey, in Deutschland stellen wir uns an!", rief eine ungehaltene Stimme hinter ihm.
Er wusste nicht, wie er darauf reagieren sollte. Er ließ den Mann wortlos vorbei.
"Was hatte der denn für ein Problem?" fragte Tobias mit verlegenem Lachen.
"Keine Ahnung... du, ich hab was vergessen", antwortete Onur und lies seinen alten Bekannten verdutzt stehen. Er lief mit rotem Kopf in Richtung ihres Platzes. Auf einmal war er müde. (Er ist auf einmal müde? Vielleicht besser: "Keine Ahnung... du, ich hab was vergessen", antwortete Onur und liess seinen alten Bekannten verdutzt stehen. Plotzlich fühlte er sich überfordert und brauchte Abstand. Er lief mit rotem Kopf in Richtung ihres Platzes.

Irgendetwas war passiert. Um ihren Platz herum hatten sich mehrere fremde Menschen versammelt und redeten erhitzt. Ein Junge weinte. Onur registrierte, dass der Junge stark aus dem Mund blutete.
"Ne oldu?" fragte er seine Frau mit wachsender Anspannung.
"Gut, dass du kommst", antwortete sie. "Bekir hat einem anderen Kind eine Zahn ausgeschlagen!"
"Das war aus Versehen, Baba, ich schwöre", stotterte Bekir, der sichtlich mit den Tränen kämpfte. "Er hat die ganze Zeit lachend zu mir rüber gezeigt und als ich vom Dreier gesprungen bin hat er gesagt: "Jetzt muss man gleich das Becken neu füllen". Ich wollte ihn nur ins Wasser schubsen, aber er ist auf dem Rand aufgeschlagen". Er stand da wie ein Häufchen Elend.
Jetzt meldete sich der Vater des Geschädigten zu Wort: "Es ist doch normal, dass Kinder sich ein bisschen necken! Mein Junge hat dir nichts getan, und du bist einfach so auf ihn losgegangen. Gewalt ist doch nie eine Lösung!", belehrte er Bekir mit salbungsvoller Stimme. Bekir schaute eingeschüchtert an dem Mann vorbei. Dem blutenden Jungen wurde schwindelig und er legte sich äußerst theatralisch zu Boden.
Gülten stotterte beschämt: "Es tut mir so leid. Das sein eigentlich nicht sein Art. Geben Sie mir ihren Telefonnummer, dann wir zahlen Geld für den Zahn". Onur hätte seine Frau in diesem Moment am liebsten umarmt. Wenn sie unter Stress stand, konnte sie kein richtiges Deutsch mehr sprechen, das hatte er schon oft beobachtet.
Jetzt hatte sich die Aufmerksamkeit des aufgebrachten Vaters auf Gülten gerichtet: "Wieso du nicht passen auf, auf deine Sohn?" fragte er herrisch, indem er jedes Wort langsam aussprach und deutlich betonte. Auf den benachbarten Plätzen waren die Gespräche verstummt. Onur hatte auf einmal einen seltsam metallischen Geschmack auf der Zunge. (Einen metallischen Geschmack? Hat man das nicht eher nach einem heftigen Sturn oder ähnliches?)
"Jetzt hören Sie mal zu Sie,... Sie Hund" sagte er und es kam ihm für einen Moment so vor, als würde er die ganze Szene von außen beobachten. "Was fällt Ihnen eigentlich ein , so mit meiner Frau zu reden?" ( Hasste Onur nicht jede art von Konfrontationen, selbst wenn es dabei nur um Kleinigkeiten ging? Wie erklärt sich dieser krasse Wandel? Ich denke, da müsste man mehr seine inneren Gefühle und Gedanken beschreiben, die ihn zu diesem Wandel drängen) Der Mann blickte ihn sprachlos an. "Und wenn Sie ihrem Sohn nicht beibringen, kein Arschloch zu sein, dann ist das hoffentlich nicht der letzte Zahn, der ihm ausgeschlagen wird!". Das war zu viel für den Vater. Er bewegte sich mit einer fürchterlichen Grimasse auf Onur zu und stieß ihm heftig gegen die Brust.
Onur holte aus und schlug ihm mit der Faust ins Gesicht. Einige Umstehende schrien erschrocken auf. Jetzt blutete der Mann aus der Nase. Rasend versuchte er, sich auf Onur zu werfen, doch die anderen Badegäste hielten ihn zurück.
Gülten starrte schweigend auf einen Punkt in der Nähe des Sprungturms. Inzwischen war ein Bademeister auf den Streit aufmerksam geworden.
"Was ist denn das Problem?", fragte er professionell.
"Der Junge da hat meinem Sohn einen Zahn ausgeschlagen und danach ist sein Vater auf mich losgegangen", antwortete ihm der Mann, mit sich überschlagender Stimme.
"Ich muss Sie bitten, jetzt zu gehen", sagte der Bademeister in ruhigem Ton (Wem sagt er das?) und machte dabei mit seinen Armen ein Geste, die er wahrscheinlich in einem Anti-Eskalationskurs gelernt hatte. (Was für eine Geste soll man sich darunter vorstellen?)
Onur bemerkte, dass Bekir und Sibel ihn schockiert anschauten. Er machte eine wegwerfende Handbewegung und begann, Handtücher und Sonnencreme achtlos in die mitgebrachte Tasche zu werfen. Die Gespräche der Sitznachbarn waren noch nicht wieder in Gang gekommen. (---->Was bedeutet dieser Satz?) Eine Minute später liefen sie unter den Blicken der Badegäste mitsamt ihrem hastig verstauten Gepäck zum Ausgang.

Während der Heimfahrt redeten sie kein Wort. Auf dem Rücksitz blickten die Kinder betroffen aus dem Fenster. Onur saß am Steuer und lächelte leise in sich hinein. Aus dem Augenwinkel beobachtete er seine Frau auf dem Beifahrersitz. Ihren Gesichtsausdruck konnte er nicht deuten.

Vielleicht kannst du ja mit einem dieser Vorschläge etwas anfangen.
Mit Gruss,
Ji
 

ThomasQu

Mitglied
Hallo juliawa,

grundsätzlich eine interessante, nachdenkenswerte und schön geschriebene Geschichte.
Ji Rina hat mir einige Sachen schon vorweggenommen. So hatte z.B. auch ich anfangs Schwierigkeiten damit, mir Gesichter zu den fremdländisch klingenden Namen vorzustellen. Man weiß ja nicht mal, ob es Männer- oder Frauenvornamen sind.

Mein Hauptproblem bei deinem Text ist, dass ich nicht genau weiß, was du dem Leser eigentlich mitteilen willst, du machst hier viele Baustellen auf und stößt viele Konflikte an, die alle leider nur angedeutet, aber nicht aufgearbeitet werden.
Willst du uns, wie Ji Rina vermutet, Fremdenfeindlichkeit aufzeigen?
Oder soll es eine Charakterstudie dieses friedliebenden Onurs sein, der lieber zehn Euro mehr bezahlt, nur um kein Missverständnis auflösen zu müssen und der zum Schluss völlig ausrastet? Wenn ja, warum rastet er aus?
Was hat es mit der Episode mit dem Schulkameraden am Pommesstand auf sich? Wozu braucht deine Geschichte diese ausführlich beschriebene Szene?
Aus einer Kurzgeschichte sollte alles raus, was nicht unbedingt wichtig ist.

Den Schluss finde ich nicht ganz realitätskonform. Ich glaube nicht, dass Onur mit seiner Familie nach so einem Vorfall mit einem verletzten Kind und einer Schlägerei zwischen zwei erwachsenen Männern so einfach seine Sachen packen und “heimgehen“ kann. Wo doch heutzutage alles über Anwälte läuft.

Aber trotz allem hat mir dein Text gut gefallen, obwohl er mich etwas ratlos zurücklässt.

Viele Grüße,

Thomas
 

juliawa

Mitglied
Die erste Hälfte des Textes ist einfach großartig und berührend. Dass Onur dann so heftig reagiert, irritiert irgendwie. Mir geht es mit ihm so wie ihm mit seiner Frau: "Ihren Gesichtsausdruck konnte er nicht deuten."
Danke Jürgen, für deinen sehr ermunternden Kommentar und deine gute Bewertung !


Danke Ji für deine Rückmeldungen und deine Vorschläge !
Hallo juliawa,
Eine interessante Geschichte über...ja wie soll man es nennen? Fremdenfeindlichkeit?
Ja, unter Anderem

Vor X Jahren war auch ich mal mit meinem afrikanischen Neffen in einem Schwimmbad (nicht in Deutschland, sondern in Spanien) und eine Gruppe Jugendlicher machte sich die ganze Zeit lustig über ihn und zeigten mit dem Finger. Mir hat mein Neffe damals so leid getan. Er war mal gerade vier Jahre alt. Also konnte ich deine Geschichte gut nachvollziehen.
Eine heftige Geschichte !

Ein paar Fragen stellte ich mir aber doch:

"Das macht dann 27,96 €".
Onur war für einen Moment perplex. Zwei Erwachsene und zwei Kinder machte eigentlich 17,96 €. Die Kassiererin musste sich verrechnet haben. Trotzdem gab er ihr einen Zwanziger und einen Zehner und hoffte, während er auf das Rückgeld wartete, das Gülten den Fehler nicht bemerken würde. (Wer ist Gülten? Besser: Gleich am Anfang erwähnen, dass seine Frau gemeint ist) Er hasste eben direkte Konfrontationen, selbst wenn es dabei nur um Kleinigkeiten ging. Es war ein strahlend schöner Tag. "Junge, ist das voll, hoffentlich bekommen wir noch einen Platz!" sagte er lächelnd zu seinen Kindern, während sie über die Parkanlage des Freibads schlenderten. (Das Thema des Betrages bleibt irgendwie in der Luft hängen. Vielleicht könnte man die Szene noch mal abdämpfen: Gülten merkte es nicht und wir machten uns auf die Suche nach einem schönen Platz)) Er blickte sich nach seiner Frau um. In ihrem Gesicht meinte er, einen Hauch von Verachtung zu erkennen. (Wieso Verachtung? Weil sie bereits Stress erahnt? Dann müsste es m.E. erwähnt werden)
Er sieht, oder bildet sich vielleicht auch nur ein, in ihrem Gesicht Verachtung zu sehen, weil er fürchtet, dass sie die Sache mit dem Geldbetrag doch bemerkt hat und sich jetzt fragt, wieso er nicht "seinen Mann steht" und sich alles gefallen lässt.


Zur gleichen Zeit hatte Onur auf dem Weg zum Pommesstand einen alten Schulkameraden getroffen.
(Hatte Onur es sich nicht gerade auf einem schattigen Platz gemütlich gemacht? Vielleicht besser, oben einzufügen, dass Onur jetzt zur Pommesbude geht )"
Du hast Recht !


"Du, ich wollte grade Pommes für alle holen gehen, die fragen sich bestimmt schon, wo ich so lange bleibe", antwortete Onur lachend.(Warum lachend?, Vielleicht mit einem gezwungenem Lächeln? Da Tobias ja nur von seinem Ferienhaus am Gardasee etc… erzählt?)]
Ja mit gezwungenem Lachen wäre besser gewesen. Den Ausdruck hatte ich aber erst kurz davor im Text benutzt und wollte mich nicht wiederholen. Aber da hätt ich eine bessere Lösung für finden sollen.

"Keine Ahnung... du, ich hab was vergessen", antwortete Onur und lies seinen alten Bekannten verdutzt stehen. Er lief mit rotem Kopf in Richtung ihres Platzes. Auf einmal war er müde. (Er ist auf einmal müde? Vielleicht besser: "Keine Ahnung... du, ich hab was vergessen", antwortete Onur und liess seinen alten Bekannten verdutzt stehen. Plotzlich fühlte er sich überfordert und brauchte Abstand. Er lief mit rotem Kopf in Richtung ihres Platzes.
Dieses Überfordertsein wollte ich durch seine Müdigkeit zum Ausdruck bringen. So zu sagen als "psychosomatisches Symptom"

Auf den benachbarten Plätzen waren die Gespräche verstummt. Onur hatte auf einmal einen seltsam metallischen Geschmack auf der Zunge. (Einen metallischen Geschmack? Hat man das nicht eher nach einem heftigen Sturn oder ähnliches?)
unterschiedlich. ich kenne Leute, die beschreiben,dass sie genau diesen Geschmack auf dem Mund haben, wenn sie sehr wütend werden.

"Jetzt hören Sie mal zu Sie,... Sie Hund" sagte er und es kam ihm für einen Moment so vor, als würde er die ganze Szene von außen beobachten. "Was fällt Ihnen eigentlich ein , so mit meiner Frau zu reden?" ( Hasste Onur nicht jede art von Konfrontationen, selbst wenn es dabei nur um Kleinigkeiten ging? Wie erklärt sich dieser krasse Wandel? Ich denke, da müsste man mehr seine inneren Gefühle und Gedanken beschreiben, die ihn zu diesem Wandel drängen)
Die mehreren kleinen Demütigungen des Tages lassen ihn für einen Moment die Beherrschung verlieren und sich sehr untypisch verhalten. Vor allem auch das Gefühl, seiner Frau beweisen zu müssen, dass er nicht nur ein Pantoffelheld ist.

Er machte eine wegwerfende Handbewegung und begann, Handtücher und Sonnencreme achtlos in die mitgebrachte Tasche zu werfen. Die Gespräche der Sitznachbarn waren noch nicht wieder in Gang gekommen. (---->Was bedeutet dieser Satz?) [/B]
Hast du das so noch nie gehört "ein Gespräch in Gang bringen ?" Das ist für mich ein sehr geläufiger Ausdruck

Vielen Dank für deine Vorschläge und liebe Grüße,
juliawa
 

juliawa

Mitglied
Hallo juliawa,

grundsätzlich eine interessante, nachdenkenswerte und schön geschriebene Geschichte.
Ji Rina hat mir einige Sachen schon vorweggenommen. So hatte z.B. auch ich anfangs Schwierigkeiten damit, mir Gesichter zu den fremdländisch klingenden Namen vorzustellen. Man weiß ja nicht mal, ob es Männer- oder Frauenvornamen sind.

Mein Hauptproblem bei deinem Text ist, dass ich nicht genau weiß, was du dem Leser eigentlich mitteilen willst, du machst hier viele Baustellen auf und stößt viele Konflikte an, die alle leider nur angedeutet, aber nicht aufgearbeitet werden.
Willst du uns, wie Ji Rina vermutet, Fremdenfeindlichkeit aufzeigen?
Oder soll es eine Charakterstudie dieses friedliebenden Onurs sein, der lieber zehn Euro mehr bezahlt, nur um kein Missverständnis auflösen zu müssen und der zum Schluss völlig ausrastet? Wenn ja, warum rastet er aus?
Was hat es mit der Episode mit dem Schulkameraden am Pommesstand auf sich? Wozu braucht deine Geschichte diese ausführlich beschriebene Szene?
Aus einer Kurzgeschichte sollte alles raus, was nicht unbedingt wichtig ist.

Den Schluss finde ich nicht ganz realitätskonform. Ich glaube nicht, dass Onur mit seiner Familie nach so einem Vorfall mit einem verletzten Kind und einer Schlägerei zwischen zwei erwachsenen Männern so einfach seine Sachen packen und “heimgehen“ kann. Wo doch heutzutage alles über Anwälte läuft.

Aber trotz allem hat mir dein Text gut gefallen, obwohl er mich etwas ratlos zurücklässt.

Viele Grüße,

Thomas
Hi Thomas,
es freut mich, dass dir die Geschichte gefallen hat. Es geht im Text sowohl um Fremdenfeindlichkeit, als auch um den zuerst jeden Konflikt vermeidenden, aber am Ende überreagierenden Hauptcharakter. Er rastet aus, weil er davor alles geschluckt hat, und das war dann der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Die Episode mit dem alten Schulkameraden sollte einer weitere Demütigung sein, da dieser anscheinend deutlich erfolgreicher war, als er. Dazu kommt die Sache mit dem falschen Geldbetrag und der Mann an der Schlange, der ihn beleidigt. Der respektlose Ton des Mannes seiner verängstigten Frau gegenüber lösen in ihm dann das Gefühl aus, seiner Frau beweisen zu müssen, dass er auch "seinen Mann stehen" kann.
Über Anwälte hmm weiß nicht, kommt auf die betreffenden Personen an. Aber du hast Recht, nach so einem Streit wären wahrscheinlich Anwälte ins Spiel gekommen. Aber das hätte den Erzählfluss gestört :D

Liebe Grüße,
juliawa
 

ThomasQu

Mitglied
Das macht schon Sinn, was du erklärst. Daher wäre es für mein Verständnis vorteilhaft gewesen, wenn du eindeutiger beschrieben hättest, was diese Demütigungen in Onur bewirken. Dann hätte ich als Leser gleich gerafft, worauf du in deiner Geschichte hinauswillst, worauf es dir in dem Text ankommt.
Wobei die Szene an der Kasse noch keine eigentliche Demütigung ist. War ja m.E. nur ein Versehen.
 

juliawa

Mitglied
Hm, ja vielleicht kommen seine inneren Prozesse nicht deutlich genug rüber, ich hab das immer nur angedeutet. Es soll ja etwas subtil bleiben.
Bei der Szene an der Kasse besteht die Demütigung nicht im Fehler der Kassiererin, der tatsächlich nur ein Versehen sein soll, sondern darin, dass Onur so konfliktscheu ist, dass er lieber 10 Euro zum Fenster hinauswirft als einmal den Mund aufzumachen und seine Frau das evtl. beobachtet hat und ihn evtl. (in Onurs Befürchtungen) jetzt für ein Weichei hält. Ob sie die Szene überhaupt bemerkt hat, und ob sie sich von ihm überhaupt ein dominanteres Auftreten wünscht, oder ob sie das nur peinlich findet, bleibt offen. Deshalb am Ende die Autoszene.
LG,
juliawa
 

ThomasQu

Mitglied
Genau, der Schluss … der kam mir auch ein wenig befremdlich vor.

... und seine Frau das evtl. beobachtet hat und ihn evtl. (in Onurs Befürchtungen) jetzt für ein Weichei hält ...
Ist schon ein bisschen sehr vage, oder?
Jetzt, wo du alles erklärt hast, klingt es logisch und es ist auch wirklich ein interessanter Plot.
Die Frage ist nur, ob du deinen Lesern in der Art, wie du den aufbereitest und darstellst, nicht ein bisschen zu viel abverlangst in Sachen Verständnis.
Also, da hätte ICH mir ein wenig mehr Hilfestellung gewünscht, um gleich beim ersten Lesedurchgang richtig durchzublicken, worum es genau geht.
Aber es gibt ja auch genug Leser, die Spaß daran haben, Texte zu sezieren und die würden (werden) dann ganz anders kommentieren als ich.
 

Ji Rina

Mitglied
Hast du das so noch nie gehört "ein Gespräch in Gang bringen ?" Das ist für mich ein sehr geläufiger Ausdruck
Hi juliawa,
Ich kenne diesen geläufigen Ausdruck. Aber im Kontext des Absatzes klingt er für mich etwas unpassend.

Und was du an Thomas schreibst:
Hm, ja vielleicht kommen seine inneren Prozesse nicht deutlich genug rüber, ich hab das immer nur angedeutet. Es soll ja etwas subtil bleiben.
Ob sie die Szene überhaupt bemerkt hat, und ob sie sich von ihm überhaupt ein dominanteres Auftreten wünscht, oder ob sie das nur peinlich findet, bleibt offen.
juliawa
Verstehe ich gut. Aber meistens hat der Autor "alle Bilder im Kopf" und glaubt, der Leser "wird schon begreifen, wie ich es meine". Der Leser wiederum hat aber keine Bilder im Kopf und kommt bei der Geschichte nicht mit. Ich denke, als Autor muss man wählen, in welchem Text man sich für welche Option entscheidet. Ob man etwas nur andeutet, oder klar erklärt. In diesem Text wären m.E. Onurs Gedanken überaus interessant gewesen. Gerade bei der Auseinandersetzung mit dem Vater des anderen Jungen, wäre es hilfreich gewesen, wenn du Zum Beispiel ähnliches eingefügt hättest:

Onur hatte auf einmal einen seltsam metallischen Geschmack auf der Zunge. Er wollte nicht antowrten, wollte sich zurückhalten. Aber jetzt spürte er Wut, Wut und Ohnmacht. Sollte er immer das Opfer sein? Immer der Verlierer?....etc....
"Jetzt hören Sie mal zu Sie,... Sie Hund" sagte er und es kam ihm für einen Moment so vor, als würde er die ganze Szene von außen beobachten. "
Der Leser kommt da gut mit. Weil er die Situation und die Gedanken des Prot nachvollziehen kann.
Beim Ausbleiben dieser Gefühle und Gedanken, steht der Leser jedoch etwas ratlos da.

Aber gut, waren ja auch nur Thomas und meine Meinung.
Mit Gruss, Ji
 

Ji Rina

Mitglied
Hi juliawa,
Ich kenne diesen geläufigen Ausdruck. Aber im Kontext des Absatzes klingt er für mich etwas unpassend.

Und was du an Thomas schreibst:


Verstehe ich gut. Aber meistens hat der Autor "alle Bilder im Kopf" und glaubt, der Leser "wird schon begreifen, wie ich es meine". Der Leser wiederum hat aber keine Bilder im Kopf und kommt bei der Geschichte nicht mit. Ich denke, als Autor muss man wählen, in welchem Text man sich für welche Option entscheidet. Ob man etwas nur andeutet, oder klar erklärt. In diesem Text wären m.E. Onurs Gedanken überaus interessant gewesen. Gerade bei der Auseinandersetzung mit dem Vater des anderen Jungen, wäre es hilfreich gewesen, wenn du Zum Beispiel ähnliches eingefügt hättest:

Onur hatte auf einmal einen seltsam metallischen Geschmack auf der Zunge. Er wollte nicht antowrten, wollte sich zurückhalten. Aber jetzt spürte er Wut, Wut und Ohnmacht. Sollte er immer das Opfer sein? Immer der Verlierer?....etc....
"Jetzt hören Sie mal zu Sie,... Sie Hund" sagte er und es kam ihm für einen Moment so vor, als würde er die ganze Szene von außen beobachten. "
Der Leser kommt da gut mit. Weil er die Situation und die Gedanken des Prot nachvollziehen kann.
Beim Ausbleiben dieser Gefühle und Gedanken, steht der Leser jedoch etwas ratlos da.

Aber gut, waren ja auch nur Thomas und meine Meinung.
Mit Gruss, Ji
 

Ji Rina

Mitglied
Hier ist etwas schief gelaufen,
Was du an Thomas schreibst:

Hm, ja vielleicht kommen seine inneren Prozesse nicht deutlich genug rüber, ich hab das immer nur angedeutet. Es soll ja etwas subtil bleiben.
Ob sie die Szene überhaupt bemerkt hat, und ob sie sich von ihm überhaupt ein dominanteres Auftreten wünscht, oder ob sie das nur peinlich findet, bleibt offen. Deshalb am Ende die Autoszene.

juliawa
 

juliawa

Mitglied
Hallo Ji Rina,

Ich kenne diesen geläufigen Ausdruck. Aber im Kontext des Absatzes klingt er für mich etwas unpassend.
Du hast Recht, das liest sich sperrig !

Und was du an Thomas schreibst:

Verstehe ich gut. Aber meistens hat der Autor "alle Bilder im Kopf" und glaubt, der Leser "wird schon begreifen, wie ich es meine". Der Leser wiederum hat aber keine Bilder im Kopf und kommt bei der Geschichte nicht mit.
Ja, da könnte was dran sein! Ich schreibe erst seit Kurzem und das hab ich nicht bedacht. Vielen Dank für deine Vorschläge, sie sind sehr hilfreich für mich !

Liebe Grüße,
juliawa
 

DocSchneider

Foren-Redakteur
Teammitglied
Hallo juliawa,

eine gelungene Geschichte über Alltagsfremdenfeindlichkeit. So etwas kommt täglich und überall vor. Ich habe beim Lesen richtig mit der Familie gelitten.

Den Schluss fand ich jetzt total gelungen: Er wusste nicht, was seine Frau denkt. Das lässt für den Leser genug Freiraum für eigene Geschichten, die im Kopf weitergesponnen werden können.

Und vielleicht ist das auch im realen Leben so. :)

Du hast sehr viele gute Verbesserungsvorschläge erhalten. Also kannst Du noch an der Geschichte feilen ....

Viele Grüße

DS
 

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