Der Mond

tstauder

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Mond über
Pannonhalma.
Ein Feld schlafender
Sonnenblumen. Holunderstaude,
an die sich mein Fahrrad lehnt. Über
mir silbergraue Äste. Ob die Blätter mich
vor dem Tau schützen werden? Lauwarm ist der
Sommer. Gerne lieg ich auf dem Rücken, und verliere
mich im Himmel. Verwundert rufe ich: Willst Du die Nacht
zum Tag machen? Ich sehe die Welt und staune. Alles ist in Silber getaucht. Bäume werfen Schatten der Nacht auf die monderhellten Felder. Reich beschenkt mich der Mann. Ich suche ihn. Schaue in den leuchtenden Ball. Freue mich als ich plötzlich eine alte Frau mit Kind erkenne. Ist es ihr Enkelkind? Wohin gehen sie? Ihr Weg ist hoffentlich nicht so weit wie der meinige. Verschnauft euch etwas. Plötzlich verwandelt sich das Bild. Ein strahlendes Gesicht lächelt mich an. Zwinkernd schaue ich zu ihm hoch: Guten Abend. Was für ein strenger Tag. An vielen Dörfern bin ich vorbeigetreten. Alle lagen sie verstreut in der Ebene zwischen Esztergom und Pannonhalma. Erlebte Augenblicke steigen in mir hoch. So wie das Licht deiner Schwester sich in dir spiegelt und ich mich darüber freue, so wirft der gelebte Tag mir seine Erlebnisse ins Bewußtsein. Manche Stunden sind voller Leben. Könnte man sie doch festhalten! Manche Tage sind voll von Last. Auch dir ergeht es nicht besser. Heute erstrahlst du in voller Pracht und machst die Nacht zum Tag. Machst
deiner großen Schwester alle Ehre. Neben
dir muß jeder Stern erblassen. Morgen
schon ist dein Wirken vergessen.
Die alte Frau mit dem Kind ist
dann zu Hause angekommen.
Das Gesicht lächelt
dann auch nicht mehr.
Aber ich vergesse
nicht. Mond über
Pannonhalma.
 

tstauder

Mitglied
Hallo Petra

Eigentlich wollte ich, daß die Geschichte rund wie der Mond drinnen steht. Jetzt ist es blos ein Halbmond geworden Hoffentlich als solcher erkennbar. Und hoffentlich gehen noch viele Stunden auf, die das Herz mit warmen Erinnerungen füllen.

Grüße
Thomas
 

 
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